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So fair und transparent wie möglich: Das Business & Human Rights Resource Centre

Seit kurzem gibt es die Informationen des Business & Human Rights Resource Center in deutscher Sprache: Unter www.business-humanrights.org/de bietet die in Großbritannien und den USA registrierte NGO deutschsprachige Nachrichten und Themen rund um Wirtschaft und Menschenrechte. Phil Bloomer, der Direktor des Resource Centre, besuchte in dieser Woche Deutschland und stellte das Angebot gegenüber Unternehmen, NGOs und Verbänden vor. Denn für seine Arbeit braucht er das Vertrauen von allen Seiten.

Berlin (csr-news) – Seit kurzem gibt es die Informationen des Business & Human Rights Resource Center in deutscher Sprache: Unter www.business-humanrights.org/de bietet die in Großbritannien und den USA registrierte NGO deutschsprachige Nachrichten und Themen rund um Wirtschaft und Menschenrechte. Phil Bloomer, der Direktor des Resource Centre, besuchte in dieser Woche Deutschland und stellte das Angebot gegenüber Unternehmen, NGOs und Verbänden vor. Denn für seine Arbeit braucht er das Vertrauen von allen Seiten.

Das Business & Human Rights Resource Center will vor allem Transparenz schaffen. Zwar seien Regierungen hauptverantwortlich für den Schutz von Menschenrechten, sagt Bloomer. Aber Unternehmen könnten einen wichtigen Beitrag leisten – oder durch falsches Verhalten erheblichen Schaden anrichten. Das Resource Center greift Vorwürfe von Gewerkschaften oder NGOs in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen durch die Wirtschaft auf. „Wir selbst klagen nicht an“, sagt Bloomer. Seine Organisation verschafft solchen Berichten aber Öffentlichkeit und sie stärkt den Dialog zwischen NGOs und Unternehmen: Die Vorwürfe werden an die betroffen Unternehmen mit der Bitte um Stellungnahme weitergeleitet. Auf der Website finden sich wöchentlich die Top 30 Themen – in der Regel in einer Gegenüberstellung von NGO- und Unternehmensposition.

Gegründet wurde das Business & Human Rights Resource Centre im Jahr 2002 durch den ehemaligen Amnesty International-Mitarbeiter Chris Avery. Es berichtet heute in sieben Sprachen zu Ereignissen rund um den Globus, 27 Mitarbeiter sind weltweit dafür tätig. „Wir sind nicht neutral, wir sind Menschenrechtsanwälte“, sagt Bloomer – und fügt hinzu: „Wir wollen so fair und objektiv sein wie möglich.“ Gute und schlechte Nachrichten werden in einem ausgewogenen Verhältnis kommuniziert. Die Menschenrechtsperformance von über 6.000 Unternehmen in über 180 Ländern wird auf diese Weise beobachtet. 14.000 Empfänger zählt der Newsletter des Resource Center.

Die Arbeit des Center zielt darauf, Unternehmen bei einem verantwortlichen Umgang mit Menschenrechtsthemen zu unterstützen. Die auf der Website dargestellten Fälle könnten ihnen helfen, eigene Risiken zu erkennen, und stärkten so auch die Position der für Menschenrechte zuständigen Mitarbeiter der Firmen. Zudem bietet das Center Best Practice-Beispiele, Guidelines und viele weitere Informationen für Unternehmen. Das Business & Human Rights Resource Center will Unternehmen stärken und wird gerade diesen Arbeitsbereich weiter ausbauen. Aber Menschenrechtsaktivisten stehen ebenso im Fokus der NGO, und auch sie sollen gestärkt werden. Denn letztlich sind Unternehmen auf eine starke und funktionierende Zivilgesellschaft angewiesen, wenn es um den Schutz der Menschenrechte geht.

Mit zwei neuen Projekten will das Resource Center seinen Zielen näherkommen: In etwa zwei Wochen sollen die Ergebnisse einer Umfrage veröffentlicht werden, die das Menschenrechtsengagement großer Unternehmen vergleichbar macht. Die 50 größten Unternehmen weltweit und die jeweils 35 größten Firmen aus drei Sektoren wurden dazu befragt. Präsentiert werden die Ergebnisse übersichtlich und interaktiv online: Der Nutzer findet einen schnellen Zugang zu den für ihn wichtigen Informationen.

Und schließlich arbeitet das Business & Human Rights Resource Center gemeinsam mit anderen an der Erstellung eines Corporate Human Rights Benchmark der Top 500 Firmen aus den Bereichen Rohstoffe, Textilien, Ernährung und Informationstechnologie. Beteiligt sind das Institute for Human Rights and Business, der niederländische Investorenverband VBDO, die Finanzforschungs-Agentur EIRIS sowie die Vermögensverwaltungsgesellschaften Aviva Investors und Calvert Investments. Die ersten Ergebnisse sollen im November vorliegen – und Unternehmen einen weiteren Ansporn zu mehr Engagement in Menschenrechtsthemen bieten.