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CSR NEWS briefly vom 20.02.15

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Volkswagen Konzern erhält „Dax 30 Reputation Award“

Wolfsburg/Wien (csr-news) > Im Rahmen der Agenda Setting Konferenz in Österreich vergibt das Medienforschungsinstitut Media Tenor International ihren Reputation Award. Die Schweizer Medienexperten werten dafür rund 87.000 Berichte in 50 internationalen Print-, Radio- und TV-Medien über einen Zeitraum von zwölf Monaten aus. Für den Award werden zwölf Kategorien – von der Häufigkeit der Erwähnungen über die Präsenz des Vorstandsvorsitzenden bis hin zur Vielfalt der Imagefaktoren – analysiert und bewertet. Volkswagen konnte sich unter den DAX 30 Unternehmen mit dem besten Medienimage durchsetzen. Insbesondere die Gesamtwahrnehmung des Unternehmens, die Tonalität der Berichterstattung und die Themenvielfalt gaben den Ausschlag für die Auszeichnung. „Unter anderem durch die Kommunikation von Personalthemen und vielschichtige Aktivitäten auf dem Gebiet der sozialen Unternehmensverantwortung konnte sich Volkswagen als Agenda-Setter präsentieren“, so die Begründung. Stephan Grühsem, Leiter der Konzernkommunikation bei Volkswagen: „Es wird in Zukunft immer mehr Menschen wichtig sein, dass sich gerade die eigene Marke glaubwürdig in der Gesellschaft engagiert. Die Frage, ob ein Unternehmen seiner sozialen Verantwortung gerecht wird, ist für Kunden, Mitarbeiter und andere Stakeholder ebenso wichtig wie die Qualität seiner Produkte oder die Stabilität seiner Arbeitsplätze. Wir haben daher für CSR-Themen eine eigene Mannschaft von Kommunikationsexperten etabliert.“ Francis Quinn, Herausgeber des im Schweizer Verlag InnoVatio Publishing erscheinenden „CSR Index 2015″: „Es wird zunehmend wichtiger für Unternehmen, klar zu definieren, was sie unter gesellschaftlicher Verantwortung verstehen – und wie sie verantwortliches Handeln zur nachhaltigen Entwicklung des geschäftlichen Erfolgs nutzen.“ Im Rahmen der Konferenz werden noch einige weitere Awards verliehen, dazu gehören unter anderem der NGO Reputation Award, der University Reputation Award sowie der Agenda Setter Media Award.

Werbung von Seitensprung-Agentur sorgt in Frankreich für Ärger

Paris (afp) – Werbeplakate einer auf die Vermittlung außerehelicher Affären spezialisierten Online-Agentur haben in Frankreich für Ärger gesorgt – und sind daher im Großraum Paris aus zahlreichen Bussen entfernt worden. Der Seitensprung-Vermittler Gleeden.com prangerte deswegen eine „Zensur“ an. „Wir verstehen diese übertriebenen Reaktionen nicht“, sagte Unternehmenssprecherin Solène Paillet am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. „Die Werbekampagne hatte eine sehr neutrale Botschaft und war überhaupt nicht schockierend.“

Tatsächlich zeigt das fragliche Plakat lediglich einen angebissenen Apfel, zusammen mit dem Slogan „Die erste von Frauen erdachte Website für außereheliche Begegnungen“. Ein angebissener Apfel gehört auch zum Firmenlogo von Gleeden. Nach Unternehmensangaben wurden die Werbeplakate von der Rückseite von Bussen unter anderem in den Städten Poissy, Rambouillet, Saint-Germain, Versailles und Sèvres im Großraum Paris entfernt.

Der Busbetreiber Keolis bestätigte AFP, die Plakate aus den Nahverkehrsbussen in Versailles entfernt zu haben, „um auf die Erwartungen der Reisenden einzugehen“. In nur einer Woche habe es 500 Beschwerden gegeben – normal seien etwa 900 in einem ganzen Jahr. Die Gemeindeverwaltung von Versailles erklärte, die Werbung habe „einem Teil der Bevölkerung gewisse Probleme bereitet, insbesondere praktizierenden Katholiken, die sehr stark familiären Werten verbunden sind“.

In Rambouillet schritt der konservative Bürgermeister Marc Robert höchstpersönlich zur Tat und forderte in einem Brief an das Verkehrsunternehmen Transdev, die Plakate zu entfernen. Die Werbung sei eine eindeutige Aufforderung, gegen das Bürgerliche Gesetzbuch zu verstoßen, denn dort heiße es: „Die Eheleute schulden sich gegenseitig Respekt, Treue, Hilfe und Unterstützung.“

Als „Schritt zurück“, kritisierte Gleeden-Sprecherin Paillet das Entfernen der Werbeplakate. Untreue sei schon seit 1975 in Frankreich kein Straftatbestand mehr. Gleeden.com hat nach eigenen Angaben 2,3 Millionen Mitglieder, davon mehr als eine Million in Frankreich.

Studie: Immer mehr Frauen arbeiten Teilzeit

Nürnberg (afp) – Die Zahl der in Teilzeit arbeitenden Frauen ist seit der Wiedervereinigung stark angewachsen. Im vergangenen Jahr waren elf Millionen Frauen teilzeitbeschäftigt und damit doppelt so viele wie 1991, wie eine am Donnerstag in Nürnberg veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) ergab. Die Teilzeitquote liegt zudem nach wie vor deutlich höher als bei Männern, weil Frauen häufiger für die Familie im Job kürzer treten.

Die Zahl der beschäftigten Frauen stieg der IAB-Forscherin Susanne Wanger zufolge um 21 Prozent, das von ihnen geleistete Arbeitsvolumen nur um vier Prozent. „Ein etwas höheres Arbeitsvolumen wird heute also von deutlich mehr Arbeitnehmerinnen erbracht als früher“, erklärte Wanger. Grund dafür ist die steigende Teilzeitquote bei Frauen. Diese lag im Jahr 2014 bei knapp 58 Prozent.

Der Anteil von Männern, die Teilzeit arbeiten, betrug im Jahr 2014 gut 20 Prozent. Die Quote hat sich damit seit 1991 zwar mehr als vervierfacht, liegt aber noch immer weit unter dem Anteil der Teilzeitbeschäftigung bei Frauen. Als Begründung für Teilzeitarbeit gab ein gutes Viertel (27 Prozent) der Männer an, keine Vollzeitstelle zu finden. Ein weiteres Viertel (26 Prozent) arbeitet wegen Ausbildung oder Studium nur Teilzeit.

Frauen reduzieren die Arbeitszeit dagegen häufig für die Familie. Ein Viertel (26 Prozent) entscheidet sich wegen der Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Menschen für eine Teilzeitstelle. „Bei Frauen entscheidet insbesondere die familiäre Situation, ob und in welchem Umfang sie beschäftigt sind“, erklärte Arbeitsmarktexpertin Wanger. Familiengründung beeinflusse das Erwerbsverhalten von Männern dagegen kaum.

Fast die Hälfte der Paare mit Kindern (45 Prozent) entscheidet sich für das Zuverdienermodell, bei dem der Mann Vollzeit und die Frau Teilzeit arbeitet. Lediglich bei einem Viertel der Paare haben demnach beide Partner in etwa die gleiche Arbeitszeit.

Global 2000 startet Initiative für Nachhaltigkeit in der Gastronomie

Wien (csr-news) > Um positive Leuchtturmprojekte für nachhaltige Gastronomie zu schaffen, bringt die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 mit dem Projekt „Schenk mir dein Problem!“ fünf Wiener Gastronomie-Betriebe mit Nachhaltigkeits-Experten und rund 20 jungen, motivierten Studierenden zusammen. Gemeinsam wollen sie Lösungen für die kleineren und größeren Umwelt-Themen des Tagesgeschäfts erarbeiten und Best-Practice-Beispiele für den Green-Gastro-Bereich zu schaffen. „Allein im Bereich Lebensmittelverschwendung kann viel getan werden: 200.000 Tonnen Lebensmittel jährlich werden in Österreichs Großküchen, Gastronomie- und Hotelbetrieben weggeworfen“, so Bernhard Wohner, Nachhaltigkeits-Experte bei Global 2000. Diese Mengen zu reduzieren ist eine der Herausforderungen, weitere sind der Energieverbrauch und die Einkaufspolitik. „95 Prozent der gesamten Ökobilanz eines Betriebs wird durch die Produktion der eingekauften und verwendeten Lebensmittel verursacht“, so Wohner.

Ein weiteres zentrales Thema ist die Bewusstseinsbildung für Themen wie Abfallreduzierung oder Mülltrennung sowohl bei Mitarbeitern als auch bei den Kunden. Derzeit werben nur 5 Prozent der Wiener Restaurants – das sind lt. Recherche der teilnehmenden Studierenden nicht einmal 100 der über 2.000 Restaurants – mit nachhaltigen Botschaften. Angesichts der großen, stetig wachsenden umweltbewussten Bevölkerung sehen sie hier noch viel Potenzial für nachhaltige Betriebe. International wie auch in Österreich gibt es bereits einige Zertifikate und Initiativen, die den Gedanken einer nachhaltigen Gastronomie aufgreifen. Die teilnehmenden Studierenden haben sich international besonders mit der „Sustainable Restaurant Association“, dem „Green Seal“ Zertifikat sowie der „Green Restaurant Association“ beschäftigt. National wurden das Umweltzeichen wie auch das Konzept der ÖkoEvents analysiert. Alle Initiativen beschäftigen sich grundlegend mit den Bereichen Lebensmittel, Ressourcen, Abfall, Einkauf und Bewusstseinsbildung, die Unterschiede liegen jedoch im Detail.

Wissenschaftsjahr 2015 zur Zukunftsstadt gestartet

Berlin (csr-news) > In Deutschland leben zwei von drei Menschen in Städten, weltweit lebt rund die Hälfte der Bevölkerung in urbanen Ballungszentren. Und ein Ende ist nicht in Sicht, bis 2050 rechnet die UN mit einem Anstieg der Stadtbevölkerung auf 75 Prozent. Damit gehen große ökologische und soziale Herausforderungen einher, gleichzeitig kann dies Antrieb für Veränderungen und urbane Innovationen sein. Diesem großen Thema widmet sich das Wissenschaftsjahr 2015, das am Donnerstag von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka eröffnet wurde. Rund sechs Millionen Euro werden vom Ministerium für das Wissenschaftsjahr bereitgestellt, weitere 150 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren in Forschungsprojekte fließen. „Impulse und Ideen für ein nachhaltiges Leben und Wirtschaften gehen vor allem von den Städten aus“, sagte Ministerin Wanka. „Wenn wir uns auch für die Zukunft eine menschenfreundliche, lebenswerte Stadt wünschen, müssen wir uns organisatorisch und mental neu erfinden“. In Städten wird drei Viertel der Energie verbraucht und 70 Prozent der von Menschen erzeugten Treibhausgase ausgestoßen. Klimaanpassung, Energiesicherheit, gute Arbeit, bezahlbares Wohnen, neue Verkehrskonzepte, saubere Luft, Zuwanderung oder demografischer Wandel – das sind die Herausforderungen eines nachhaltigen Umbaus der Städte.

Die „Nationale Plattform Zukunftsstadt (NPZ)“, eine ressortübergreifende Initiative mit über 100 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft hat dazu eine Empfehlungen für eine nachhaltige und bürgerfreundliche Stadt der Zukunft erarbeitet. „Die CO2-neutrale, energieeffiziente Stadt ist eine Priorität unserer neuen Hightech-Strategie. Mit der NPZ haben wir ein Forum geschaffen, in dem wir alle relevanten Akteure zusammenbringen, um Lösungen für die Stadt von Morgen zu finden“, sagte Wanka. Ziel sei es, eine klimaneutrale, ressourceneffiziente, lebenswerte und soziale Stadt zu gestalten. Für den nachhaltigen Stadtumbau gibt es laut Schlussfolgerung der NPZ bereits zahlreiche Lösungsansätze und Forschungsergebnisse. Die Dämmung von Gebäuden, Car-Sharing Modelle, Solarzellen auf ungenutzten Stadt- und Gebäudeflächen und eine urbane Landwirtschaft auf den Dächern der Stadt. Was fehlt, ist deren Anpassung an die realen Bedingungen der einzelnen Stadt und die Bedürfnisse der Bürger. Genau das soll sich im Wissenschaftsjahr ändern. Städtische Akteure sollen gemeinsam mit ihren Bürgern Ideen und Konzepte für eine nachhaltige Gestaltung ihrer Stadt finden. Teil des Wissenschaftsjahres ist daher der Wettbewerb „Zukunftsstadt„, den das BMBF ausgerufen hat. Damit sollen bis zu 50 Kommunen dabei unterstützt werden, eine nachhaltige und ganzheitliche Vision für ihre Stadt, ihren Stadtteil oder ihren Landkreis zu entwickeln. Mit bis zu 35.000 Euro pro Stadt soll so der Dialog und die Moderation zwischen Verwaltung, Bürgern und Wissenschaft finanziert werden. Das Interesse der Kommunen scheint groß, erste Bewerbungen aus großen und kleinen Städten wurden bereits angekündigt.

OECD-Bericht – ökonomische und ökologische Bilanz von Ballungszentren

Berlin/Pariss (csr-news) > Der neue OECD-Bericht zur Stadtentwicklung, „The Metropolitan Century“, nennt eine Reihe von Faktoren, die Produktivität und Wirtschaftswachstum in Städten positiv beeinflussen: So führt der stärkere Wettbewerb von Arbeitgebern und Arbeitnehmern dazu, dass Stellen mit den bestmöglichen Kandidaten besetzt werden. Zudem ist das intellektuelle und unternehmerische Umfeld vielfältiger, was wiederum dabei hilft, dass sich neue Ideen schneller verbreiten. Der Bericht analysiert den Einfluss großer Städte auf das Wohl der Bewohner sowie auf die ökonomische und ökologische Entwicklung der Länder, in denen sie sich befinden. Es wird erläutert, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit urbane Zentren gut funktionieren und welche Herausforderungen die Urbanisierungswelle des 21. Jahrhunderts für Planer und Politiker mit sich bringt. Die meisten Industrieländer haben die großen Urbanisierungsphasen schon hinter sich. Hier geht es künftig vor allem darum, Großstädte auf die Bedürfnisse einer älter werdenden Bevölkerung auszurichten und insgesamt einen attraktives und sicheres Lebensumfeld zu schaffen. In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern hingegen stehen in den kommenden Jahrzehnten enorme Veränderungen an. Sie kämpfen oft noch darum, grundlegende Infrastruktur wie Trink- und Abwasserversorgung oder Strom für alle Stadtbewohner zugänglich zu machen. Gleichzeitig können sie die Urbanisierung so bewusst gestalten wie kaum ein Land Europas oder Nordamerikas. Kluge Stadtpolitik, so der Bericht, kann ihnen dabei helfen, ihre Städte zu lebenswerten Orten zu machen und sie zu ökonomisch starken Wirtschafts-Zentren zu formen.

 

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