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CSR NEWS briefly vom 23.02.15

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Schmidt will demnächst Zeitplan zu Ausstieg aus Kükentötung vorlegen

Berlin (afp) – Die Bundesregierung will bereits in den kommenden Wochen ein Konzept zur Beendigung der massenhaften Kükentötungen in den Brütereien vorlegen. Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sagte der „Bild“-Zeitung vom Samstag, er wolle „noch vor Ostern einen realistischen Zeitplan zum Ausstieg aus der Kükentötung vorlegen“. Deutschland solle auf diese Weise „Vorreiter werden für mehr Tierschutz in der Eierproduktion“. Das Forschungsprojekt, durch das zukünftig schon im Ei das Geschlecht eines Kükens bestimmt werden kann, komme gut voran.

Wie aus Erhebungen des Landwirtschaftsministeriums hervorgeht, waren von 2004 bis 2013 jedes Jahr zwischen 40 und 46,5 Millionen Küken in Brütereien geschlüpft. 21 Millionen dieser Küken waren männlich und wurden, wie es bislang übliche Praxis ist, sofort getötet, da sie später keine Eier legen können.

Benetton will nach fast zwei Jahren für Rana-Plaza-Opfer zahlen

Rom (afp) – Fast zwei Jahre nach dem Einsturz des Textilfabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch will auch der italienische Modekonzern Benetton in einen Entschädigungsfonds für die Opfer einzahlen. Ein „unabhängiger Dritter“ mit internationaler Reputation werde das genaue Vorgehen ausarbeiten, teilte Benetton am Freitag mit. Wenn diese Arbeit abgeschlossen sei, werde die Höhe der Zahlung veröffentlicht. Dies werde voraussichtlich in einigen Wochen der Fall sein, spätestens aber zum zweiten Jahrestag des Unglücks im Mai.

Beim Einsturz des Rana-Plaza-Komplexes waren mehr als 1100 Textilarbeiter ums Leben gekommen, mehr als 2000 weitere Menschen wurden verletzt. Zahlreiche westliche Firmen hatten in dem Gebäude Kleider nähen lassen. Ermittlungen zufolge stürzte es unter dem Gewicht illegal errichteter Stockwerke und schwerer Maschinen ein.

Für die Entschädigung von Hinterbliebenen und Verletzten wurde ein Fonds eingerichtet, den die internationale Arbeitsorganisation ILO kontrolliert. Er hat bislang 21 Millionen Dollar (18,4 Millionen Euro) eingesammelt, bis zur angestrebten Gesamtsumme fehlen aber noch neun Millionen Dollar. Immer wieder wird ein mangelndes Engagement der westlichen Firmen beklagt, die im Rana-Plaza-Komplex Kleidung fertigen ließen.

Auch gegen Benetton wurden solche Vorwürfe schon laut. Der Konzern wies diese am Freitag zurück. Die jetzt beschlossene Einzahlung in den Fonds sei „der zweite Schritt“ für das Unternehmen – der erste sei bereits einen Monat nach dem Unglück vorgenommen worden. Benetton habe in Zusammenarbeit mit der in Bangladesch ansässigen Nichtregierungsorganisation Brac ein „Unterstützungsprogramm“ für 280 Opfer des Einsturzes und deren Familien eingerichtet. Dabei erhielten die Betroffenen „Mittel, auch finanzieller Art“, um ihre Zukunft zu sichern.

„Spiegel“: Metro-Konzern verkauft Produkte aus fragwürdigem Holz

Hamburg (afp) – Der Handelskonzern Metro bietet einem Bericht zufolge Produkte aus Tropenholz ohne das Nachhaltigkeits-Siegel FSC an. Wie der „Spiegel“ berichtete, ergab dies eine Untersuchung der Aktionsgemeinschaft Robin Wood. Damit verstoße der Konzern gegen eine selbst auferlegte Verpflichtung. Metro wies die Vorwürfe zurück: Die getesteten Produkten stammten fast ausschließlich von anderen Herstellern, deren Rohstoffe Metro nicht kontrollieren könne.

Dem Magazin zufolge enthielten zehn getestete Holzprodukte allesamt Tropenholz und waren nicht FSC-zertifiziert. FSC steht für Forest Stewardship Council und zeichnet nachhaltig produziertes Holz aus. Die getesteten Hölzer stammten aus Zentral- und Westafrika und stünden fast alle auf der Liste der gefährdeten Arten, berichtete der „Spiegel“. 50 bis 90 Prozent der Hölzer in den fraglichen Regionen würden laut Interpol illegal geschlagen. „Die Kontrollen bei der Metro Gruppe sind offensichtlich unzureichend“, sagte Ute Bertrand von Robin Wood dem „Spiegel“.

Von den zehn getesteten Produkten habe es sich bei neun um solche von anderen Herstellern gehandelt, erklärte dazu eine Metro-Sprecherin. Die Selbstverpflichtung des Unternehmens gelte aber nur für Eigenmarken – mehr sei auch nicht machbar. „Kein Handelsunternehmen kann die Verantwortung für die Rohstoffquellen von Markenherstellern übernehmen“, erklärte die Sprecherin. Es werde aber im Gespräch mit Lieferanten auf „klar nachhaltiges Handeln“ gedrungen.

Ein getesteter Artikel, ein Schachbrett, ist den Angaben zufolge ein Produkt einer Metro-Eigenmarke. Das dafür verwendete Holz stamme nicht aus illegaler Abholzung. Die Sprecherin betonte, Metro habe „strikte interne Vorschriften“ zur Verwendung von Rohstoffen in Eigenmarken. Dazu gehöre, dass keine Holzarten aus illegalem Einschlag benutzt würden.

Aus dem CSR NEWS-Partnernetzwerk:
Qualifizierung „CSR-Manager (IHK)“ der IHK Nürnberg

Seit zwei Jahren führt die IHK Nürnberg für Mittelfranken die Qualifizierung „CSR-Manager (IHK)“ durch. Als eine unternehmerische Organisation zur Wirtschaftsförderung und bietet sie ihren rund 145000 Mitgliedern, dem Staat und der Region umfassende Dienstleistungen nach dem Verständnis „Wirtschaft in Eigenverantwortung“ an. Der nächste Kurs findet Mitte April bis Anfang Juli 2015 in fünf Modulen in der IHK Akademie Mittelfranken statt, das Modul mit dem Unternehmertag bei der Neumarkter Lammsbräu. Ein Interview mit Jochen Raschke, Leiter des Weiterbildungsbereichs der IHK Nürnberg für Mittelfranken, findet sich auf dem >> Blog der Huffington Post.