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Neue Internetplattform: Transparenz zum Schutz der Menschenrechte in der Wirtschaft

Eine heute veröffentlichten Internetplattform veranschaulicht, wie sich 41 Regierungen und 94 Unternehmen für den Schutz der Menschenrechte in der Wirtschaft einsetzen. Die NGO Business and Human Rights Resource Centre hat weltweit Regierungen und Unternehmen nach ihren Maßnahmen befragt und die Ergebnisse in zwei interaktiven „Business & Human Rights Action Platforms“ zusammengefasst – eine für Unternehmen und eine weitere für Regierungen.

London (csr-news) – Eine heute veröffentlichten Internetplattform veranschaulicht, wie sich 41 Regierungen und 94 Unternehmen für den Schutz der Menschenrechte in der Wirtschaft einsetzen. Die NGO Business and Human Rights Resource Centre hat weltweit Regierungen und Unternehmen nach ihren Maßnahmen befragt und die Ergebnisse in zwei interaktiven „Business & Human Rights Action Platforms“ zusammengefasst – eine für Unternehmen und eine weitere für Regierungen. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass sich Unternehmen am häufigsten für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen, indem sie Verpflichtungserklärungen erstellen, Zulieferer stärker einbeziehen und über ihre Aktivitäten extern Bericht erstatten. Einige Unternehmen gaben darüber hinaus an, klare Verfahren für den Umgang mit Beschwerden einzuführen und die Auswirkungen auf Menschenrechte in den Ländern zu bewerten, in denen sie tätig sind.

Viele Unternehmensvertreter sind der Meinung, dass komplexe Lieferketten und die mangelhafte Durchsetzung von Vorschriften durch Regierungen ihre Achtung der Menschenrechte erschweren. Mehrere Regierungen erklärten, dass Vertreter von Wirtschaftsinteressen gegen die Umsetzung einzelner Maßnahmen Widerstand leisten. Das Resource Centre zieht daraus den Schluss, dass „Regierungen und Unternehmen bestenfalls nicht miteinander kooperieren und sich schlimmstenfalls durch Beschuldigung der anderen Seite aus der Verantwortung ziehen“, heißt es in einer Pressemitteilung der NGO.

Die Ergebnisse der Befragung zeigen weiter, dass die meisten Regierungen Legislativmaßnahmen zum Schutz der Menschenrechte in der Wirtschaft ergriffen haben – nur wenige Regierungen setzen auf eine extraterritoriale Gerichtsbarkeit. Dänemark, Finnland, Niederlande und das Vereinigte Königreich haben nach eigenen Angaben Aktionspläne zu Wirtschaft und Menschenrechten aufgestellt. Mehr als ein Dutzend der befragten Regierungen gaben an, dass sie derzeit einen solchen Plan entwickeln oder dies zumindest erwägen.

„Unsere neuen Aktionsplattformen werden unerlässliche Maßnahmen seitens Regierungen und Unternehmen zu Wirtschaft und Menschenrechten dadurch vorantreiben, dass sie für mehr Transparenz sorgen und vorbildliche Praktiken publik machen“, erläutert der Geschäftsführer des Resource Centre, Phil Bloomer. Auf den Unternehmens- und Regierungsprofilen der Plattform werden neben den Antworten der Befragung Artikel aus der Zivilgesellschaft und den Medien verlinkt.

Für die Website hat das Resource Centre weltweit mehr als 100 Regierungen und 180 Unternehmen befragt, wobei 52 Prozent der Unternehmen und 40 Prozent der Regierungen antworteten. Auffällig ist, dass nur 25 Prozent der Unternehmen aus der Einzelhandels- und Bekleidungsbranche antworteten. Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie waren prozentual am häufigsten dazu bereit, an der Befragung teilzunehmen – es antworteten 73 Prozent.

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