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Frauenförderung: Genderreporting ist einer der Schlüssel für den langfristigen Erfolg

Effektive Frauenförderung ist mehr als ein Sitz im Aufsichtsrat, vielmehr geht es um die strategische Ausrichtung der Personalpolitik. Mit dem Frauen-Karriere-Index (FKI) hat das Bundesfamilienministerium 2012 ein Bewertungssystem ins Leben gerufen, mit dem Frauenförderung sichtbar und vergleichbar wird. Dabei kann vor allem der Technologiekonzern HP überzeugen.

Berlin (csr-news) > Effektive Frauenförderung ist mehr als ein Sitz im Aufsichtsrat, vielmehr geht es um die strategische Ausrichtung der Personalpolitik. Mit dem Frauen-Karriere-Index (FKI) hat das Bundesfamilienministerium 2012 ein Bewertungssystem ins Leben gerufen, mit dem Frauenförderung sichtbar und vergleichbar wird. Dabei kann vor allem der Technologiekonzern HP überzeugen.

Der Anspruch des FKI ist es, objektiv aufzuzeigen wie effektiv Frauenförderprogramme in den Unternehmen umgesetzt werden, und wie sie funktionieren. Dafür werden drei Kategorien betrachtet: Status/Dynamik, Commitment und Rahmenbedingungen. Der Teilindex „Status/Dynamik“ bezieht sich auf die Strukturdaten und den Frauenanteil in den Führungsebenen, während Personalentwicklung, Kommunikation sowie entsprechende Maßnahmen in die Kategorie „Commitment“ einfließen. Die „Rahmenbedingungen“ schließlich umfassen Unternehmensleitlinien, Transparenz und Flexibilisierung. Mit dieser Aufteilung ermöglicht der FKI den Vergleich zwischen den Unternehmen, und zwar unabhängig von ihrer Größe oder Branchenzugehörigkeit. Aber er liefert auch Indikatoren, mit denen Unternehmen die Umsetzung bzw. Erreichung ihrer eigenen Ziele verfolgen können. An der dritten Erhebungswelle haben sich 128 Unternehmen beteiligt. Zu den frauenfreundlichsten Unternehmen gehören demnach HP, die Deutsche Telekom und Airbus.

HP führt schon zum zweiten Mal das Feld an und konnte in diesem Jahr vor allem im Teilindex „Commitment“ punkten. „Mehr Frauen in die Führung zu bekommen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Man braucht langfristige Ziele, messbare Ergebnisse und eine Unternehmenskultur, die den Veränderungsprozess trägt“, sagt Eva Faenger, Diversity Manager bei HP. Besonders positiv wurden bei HP die Kommunikation und die konkreten Maßnahmen bewertet. „Mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen ist für uns ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Unsere offene Unternehmenskultur hilft uns, tradierte Muster zu durchbrechen und unsere Maßnahmen nachhaltig zu verankern“, sagt Angelika Gifford, Mitglied der Geschäftsführung der Hewlett-Packard GmbH und Executive Diversity Sponsor. „Flexible Arbeitszeitmodelle, Home-Office und Mentoring sind bei HP schon lange selbstverständlich. Im letzten Jahr haben wir eine Reihe weiterer Maßnahmen geschaffen, mit denen wir unsere weiblichen Talente gezielt motivieren, Führungsrollen zu übernehmen.“

FKI

Quelle: Frauen-Karriere-Index – Erhebung 2014

Insgesamt scheint die Unternehmenskultur in international aufgestellten Konzernen die Förderung von Frauen zu unterstützen. „Offenere Strukturen und gemischte Unternehmenskulturen fördern den Frauenanteil in Unternehmen“, so ein Ergebnis der diesjährigen Auswertung. Auch wenn deutsche Unternehmen aufholen, so haben ausländische Konzerne meist die Nase vorn. Die dritte Erhebungswelle zeigt aber vor allem auch die intensiven Bemühungen der Unternehmen im Technologiesektor. Offenbar haben die Unternehmen erkannt, dass sie qualifizierte Frauen brauchen, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein. Dennoch scheint Frauenförderung noch längst kein Selbstläufer in den Unternehmen zu sein. So gibt es in zahlreichen Unternehmen weder eine entsprechende Strategie noch wirksame Kontrollmechanismen oder eine Dokumentation über den Frauenanteil. Hier müssen Unternehmen umdenken und ein Reporting einführen um die Wirksamkeit der strategischen Frauenförderung zu dokumentieren und damit den langfristigen Erfolg zu sichern. Denn ein hoher Frauenanteil alleine sagt noch gar nichts über die Frauenfreundlichkeit des Unternehmens aus.

 Kurzzusammenfassung der Ergebnisse aus den bisherigen Erhebungen

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