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Programm „Qualität bedeutet mehr“: Nestlé stellt Zwischenergebnisse vor

Das Programm „Qualität bedeutet mehr“ ist das „komplexeste und umfassendste Qualitätsprogramm unserer Geschichte“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Nestlé Deutschland, Gerhard Berssenbrügge, am 26. Februar vor Journalisten in Frankfurt. Das Programm umfasse 50 Marken, 5000 Produkte, 2400 Rohstoffe und 20 Standorte. Im Rahmen der auch Q4-Qualitätsprogramm genannten Strategie hat sich Nestlé auf 700 Nachhaltigkeitsziele festgelegt, die der Lebensmittelproduzent bis 2016 verwirklichen will. Das Unternehmen legte nun eine Zwischenbilanz vor. Zwei Drittel der seit 2012 verfolgten Ziele seien bereits erreicht – viele davon vorzeitig.

Frankfurt am Main (csr-news) – Das Programm „Qualität bedeutet mehr“ ist das „komplexeste und umfassendste Qualitätsprogramm unserer Geschichte“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Nestlé Deutschland, Gerhard Berssenbrügge, am 26. Februar vor Journalisten in Frankfurt. Das Programm umfasse 50 Marken, 5000 Produkte, 2400 Rohstoffe und 20 Standorte. Im Rahmen der auch Q4-Qualitätsprogramm genannten Strategie hat sich Nestlé auf 700 Nachhaltigkeitsziele festgelegt, die der Lebensmittelproduzent bis 2016 verwirklichen will. Das Unternehmen legte nun eine Zwischenbilanz vor. Zwei Drittel der seit 2012 verfolgten Ziele seien bereits erreicht – viele davon vorzeitig.

Die Ziele reichen vom nachhaltigen Rohstoffbezug über die verantwortungsvolle Produktgestaltung bis zu reduzierten Wasser- und Energieverbräuchen. So stammen Rohstoffe in Nestlé-Produkten wie Kaffee, Kakao, Palmöl und Vanille inzwischen fast vollständig aus zertifiziertem Anbau. Das Q4-Qualitätsprogramm sei „nicht ein Beiwerk, sondern Zentrum unserer Unternehmensausrichtung“, versicherte Berssenbrügge. Im Unternehmen sollen 30 Q4- Manager für dessen Umsetzung sorgen. „Komplexität gepaart mit Größe macht das Programm gleichermaßen zu einer Herausforderung und auch bedeutend“, so der Konzernchef.

Konsumenten erwarten Transparenz

Nestlé nimmt in Bezug auf Lebensmittel eine gestiegene Kundenerwartung in Richtung Qualität und Nachhaltigkeit wahr. Berssenbrügge: „Qualitätsorientierung wird damit zum Wachstumstreiber für die gesamte Branche.“ In diesem Zusammenhang sieht der Nestlé-CEO auch die Themen Transparenz und Verbraucherinformation: Handel und Firmen würden immer transparenter. Für sein Qualitätsprogramm investiere Nestlé im zweistelligen Millionenbereich. „Der Handel muss jetzt mehr bezahlen fürs Produkt und hat das auch akzeptiert“, sagt Berssenbrügge.

Jolanda Schwirtz ist Nestlé Programm-Managerin und für nachhaltige Qualität verantwortlich. „Verbraucher haben heute andere Erwartungen an Qualität als vor einigen Jahren“, sagt Schwirtz. Der Kunde wolle verstehen, was er isst, und mit seinem Konsum der Umwelt nicht schaden. Schwirtz weiter: „Transparenz für alle Rohstoffe bis in die Anbauregionen ist auch den Konsumenten wichtig.“ Nestlé will daher bis zum Jahresende mit QR-Kodes auf allen in Deutschland hergestellten Produkten solche Nachhaltigkeitsinformationen anbieten – bisher sind etwa die Hälfte entsprechend beschriftet. Zudem ist für den April die Veröffentlichung eines CSR-Berichts nach dem GRI-4-Standard vorgesehen.

Beiräte als Dialogpartner

Das Q4-Programm soll dabei im Kundendialog fortgeschrieben werden. „Es ist nicht ein statisches Programm, es muss sich entwickeln und kontinuierlich auf die Bedürfnisse der Verbraucher eingehen“, sagt Schwirtz – und weiß dabei ihren CEO hinter sich. „Wenn man schnell gehen will“, so Berssenbrügge, „dann sollte man alleine gehen“. Aber „wenn man viel erreichen will, dann sollte man mit Partnern gehen.“ Nestlé hat sich für Zweites entschlossen und seinen Stakeholderdialog institutionalisiert: Zum einen in Form eines 32 Personen umfassenden Verbraucherbeirats und zum anderen in einem NGO- und Expertenbeirat, in dem sieben Fachleute aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Verbraucherschutz etwa viermal jährlich für zwei Tage zusammenkommt.

Georg Abel ist Bundesgeschäftsführer des Vereins Verbraucher Initiative, Mitglied in diesem Expertenbeirat und sagt: „Die Lebensmittelwirtschaft ist ein Nachhaltigkeitstreiber aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher.“ Besonders spannend sei es, im Massenmarkt über kontinuierliche Verbesserungsprozesse voranzukommen. Abel: „Bei einigen Zielen, zum Beispiel Palmöl, ist Nestlé deutlich schneller als geplant.“ Eine Aufgabe des Expertenbeirats sei es, Querschnittsthemen zu benennen –eine Stärke der NGOs. Dem Q4-Programm stellt der Verbraucherschützer ein gutes Zeugnis aus: „Es ist ein dauerhafter, ein sehr breit angelegter und ambitionierter Prozess und kein Marketing.“ Dabei sei das Lernen aus Erfahrung besonders wichtig. Abel: „Nachhaltigkeit ist kein Lehrbuch, nach dem man vorgehen kann, es hat etwas Experimentelles.“

Mit der Etablierung der Beiräte zeige Nestlé Dialogbereitschaft und –fähigkeit. Wobei Abel Wert darauf legt, dass die Rolle des Expertenbeirats die eines kritischen Gegenübers sei: „Wir sind, das gehört auch dazu, höflich im Stil, aber deutlich in der Ansprache.“ Für die Zukunft hält der Verbraucherschützer strategische Allianzen für notwendig – innerhalb der Branche und mit dem Handel. Nestlé fordert er auf, über das aktuelle Programm hinaus dem Thema Nachhaltigkeit verpflichtet zu bleiben: „Man darf nicht beim Erreichen der Ziele 2015/2016 stehenbleiben. Es muss weitergehen“, so Abel. Dabei würde der Beirat gerne nicht nur die in Deutschland hergestellten Nestlé-Produkte in den Blick nehmen, sondern über die Landesgrenzen hinaus sehen dürfen.

Mitarbeiter sprechen lassen

Für seine Kommunikation will Nestlé in Zukunft weniger das Fernsehen und verstärkt die Sozialen Medien nutzen. „Wir möchten unsere Mitarbeiter sprechen lassen“, sagt Berssenbrügge. 10 Videoclips mit Nestlé-Mitarbeitern sind geplant. Eine besondere Bedeutung besitzt dabei die Internetplattform „Nestlé Marktplatz“. Für die wichtige Kommunikation am Point of Sales ist Nestlé auf die Zusammenarbeit mit seinen Kunden – dem Handel – angewiesen.

Foto: Nestlé Pressekonferenz „Qualität bedeutet mehr“ – (von links nach rechts) Georg Abel, Gerhard Berssenbrügge und Jolanda Schwirtz (Bilderechte: Nestlé Deutschland AG)

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