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FAZ: Bangladesch zahlt den Preis des Terrors

Knapp zwei Jahre nach der Katastrophe von Rana Plaza, dem Einsturz der Textilfabrik, fangen die Kontrollen der Auftraggeber allmählich an zu greifen, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Die Fabriken würden sicherer, doch nun würde Terror dem Land und der Wirtschaft schaden.

Dhaka (afp) > Knapp zwei Jahre nach der Katastrophe von Rana Plaza, dem Einsturz der Textilfabrik, fangen die Kontrollen der Auftraggeber allmählich an zu greifen, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Die Fabriken würden sicherer, doch nun würde Terror dem Land und der Wirtschaft schaden. Große Hersteller würden ihre Einkäufer inzwischen mit Hubschraubern im Land transportieren, weil die Straße zu gefährlich sei. Täglich würden in Dhaka Brandbomben explodieren, schreibt die Zeitung und die beiden großen Parteien des Landes würden sich gegenseitig blockieren – zum Schaden für die Wirtschaft. Weil regelmäßig Lastwagen angezündet werden, haben sich die Frachtraten innerhalb weniger Wochen verdoppelt und weil sich immer weniger Einkäufer ins Land wagen, würden die Aufträge der Textilfabriken sinken. „Zugleich wird der Ruf des zweitgrößten Textilexporteurs der Welt als sicherer Produktionsstandort weiter beschädigt“, heißt es in dem Beitrag, weil auch immer öfter die notwendigen Audits ausfallen. Eine der Folgen, die Aufträge wandern ab, nach Vietnam, Burma oder Kambodscha. Im Gespräch mit der FAZ räumte der Industrieverband BGMEA rückläufige Geschäfte ein. Rund 24 Millionen US-Dollar hätten etwa 40 Fabriken alleine in den vergangenen fünf Wochen verloren. Inzwischen seien schon mehr als 65 Fabriken betroffen. Atikul Islam, Präsident der BGMEA klagt, dass die Auftraggeber aus dem Ausland die Situation ausnutzen würden und umfangreiche Nachlässe einfordern würden. Die Branche leidet zu einem Zeitpunkt, der schlechter nicht sein könnte, schreibt die FAZ. „Nach vielen Querelen haben sich die Einkäuferverbände Accord und Alliance mit den Bangladeschiern auf einen gemeinsamen Kurs zur Inspektion der Fabriken geeinigt. Rund 2000 der gut 3500 Firmen, die registriert sind und für große Marken arbeiten, wurden begutachtet, 65 von ihnen geschlossen“. Allerdings seien die rund 1.500 noch nicht registrierten Betriebe auch noch nicht begutachtet worden. Unter anderem deshalb und durch den Terror würden die erreichten Fortschritte stagnieren und man können immer noch nicht von sicheren Produktionsbedingungen sprechen. Die Fabrikanten suchen derweil nach Auswegen und akquirieren in anderen Ländern wie etwa Brasilien oder Australien nach neuen Aufträgen oder sie bauen gleich ganz neue Fabriken in anderen Ländern, beispielsweise in Äthiopien.

 

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