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CSR NEWS briefly vom 04.03.15

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung.

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Ermittlungen gegen 54 Verdächtige im Petrobras-Skandal beantragt

Brasilia (afp) > Im Korruptionsskandal um den brasilianischen Ölkonzern Petrobras hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag Ermittlungen gegen 54 Verdächtige beantragt. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft sagte, es seien beim Obersten Gerichtshof Anträge auf Ermittlungen in 28 Fällen gestellt worden. Betroffen seien 54 Verdächtige, darunter auch mehrere Politiker mit parlamentarischer Immunität und Verdächtige, die Verbindungen zu Abgeordneten hätten, sagte er.

Die Namen der Verdächtigen wurden nicht bekannt. Medienberichten zufolge sollen mehrere frühere Minister, amtierende und ehemalige Staatsgouverneure sowie Abgeordnete darunter sein. Alle Politiker, die in den vergangenen Monaten in den Medien als Verdächtige genannt wurden, dementierten die Vorwürfe jedoch.

Das Staatsunternehmen wird seit Herbst 2014 von einem Korruptionsskandal erschüttert. Ein Netzwerk soll binnen eines Jahrzehnts geschätzte 3,8 Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) zweckentfremdet haben, und zwar vor allem zugunsten von Politikern und Abgeordneten der linksgerichteten Regierung unter Präsidentin Dilma Rousseff.

Studie untersucht wie Unternehmen mit kulturellen Unterschieden umgehen

Bremen (csr-news) > Bereits in den letzten Jahren hat die Forschung gezeigt, dass die Anerkennung und Förderung von Vielfältigkeit in Unternehmen zu verbesserten Arbeitsergebnissen, mehr Zufriedenheit und damit insgesamt zu einem besseren Arbeitsklima führt. Im Fokus der Wissenschaftler stand dabei, wie entsprechende Managementstrategien ausgestaltet sind und welchen Erfolg diese haben. Detaillierte Untersuchungen der Maßnahmen und ihrer Wirkmechanismen fehlen hingegen bisher. Diese Lücke wollen Sonia Lippke von der Jacobs University und ihr Team nun mit einer neuen Studie schließen. In einem ersten Schritt wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie weit verbreitet Diversity Management ist. Anschließend analysieren sie die verschiedenen Strategien der Unternehmen. „Uns interessiert, welche Maßnahmen sich wie auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter auswirken, und ob sich dadurch auch das Verbundenheitsgefühl der Arbeitnehmer zu ihrem Arbeitgeber verändert“, erklärt Sonia Lippke. Ihr Ziel ist es, anhand ihrer Ergebnisse Hilfestellungen und Tipps zu entwickeln, wie Betriebe, Organisationen, Vereine und Gruppen mit dem Thema Vielfältigkeit gewinnbringend umgehen können. Die Basis der Untersuchung bildet eine Online Umfrage, an der jeder, der einem Betrieb oder einer Organisation angehört mitmachen kann. Interessierte finden hier die Online-Befragung.

Äthiopien neuer Partner von Cotton made in Africa

Hamburg (csr-news) > Nach erfolgreicher Verifizierung gemäß Cotton made in Africa (CmiA) Nachhaltigkeitsstandard engagiert sich die Aid by Trade Foundation (AbTF) ab sofort für den nachhaltigen Baumwollanbau im Nordwesten Äthiopiens und unterstützt dort über 9.000 Kleinbauern. Vor Ort arbeitet die Stiftung mit der Vereinigung der äthiopischen Baumwollproduzenten, Exporteure und Entkörnungsbetriebe, ECPGEA, zusammen. „Mit Äthiopien wächst die Zahl der Kleinbauern, die 2015 Baumwolle nach CmiA-Nachhaltigkeitsstandard anbauen, auf rund 650.000 Kleinbauern. Inklusive ihrer Familienangehörigen machen wir uns so für über 5,5 Millionen Menschen in 10 Ländern Subsahara Afrikas stark. Mit unserem Standard richten wir uns in allen unseren Projektländern explizit an Kleinbauern, die nur über eine kleine Parzelle Land verfügen und am stärksten auf Unterstützung angewiesen sind. Um Umwelt und lebenswichtige Ressourcen zu schonen, ist die Abholzung von Primärwäldern ebenso verboten wie Eingriffe in ausgewiesene Schutzgebiete, der Einsatz von genverändertem Saatgut oder künstliche Bewässerung, “ so Christoph Kaut, Managing Director der Stiftung. Im letzten Jahr wurden bereits über 150.000 Tonnen Baumwolle gemäß CmiA-Standard produziert. Durch die letzten erfolgreichen Verifizierungen in Äthiopien, Uganda, Tansania und Kamerun wird die Menge der CmiA-verifizierten Baumwolle in 2015 weiter deutlich steigen. Mit dem CmiA-Standard setzt sich die Stiftung für soziale Gerechtigkeit für Baumwollbauern und Arbeiter in den Entkörnungsanlagen, gesunde Lebensbedingungen sowie für den Schutz der Umwelt ein. Neben agrar- und betriebswirtschaftlichen Schulungen können die Kleinbauern durch die CmiA-Partnerschaft auf faire Verträge mit den Baumwollgesellschaften und eine verlässliche Bezahlung der Ernten vertrauen.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2015

Düsseldorf (csr-news) > Ab sofort können sich wieder alle deutschen Unternehmen um den Deutschen Nachhaltigkeitspreis bewerben. Vergeben wird der Preis in drei Größenklassen an Unternehmen die sich erfolgreich den Herausforderungen der Zukunft stellen. Hinzu kommen Sonderpreise für „Ressourceneffizienz” und für „Deutschlands nachhaltigste Marke“. Bewerbungen sind ab sofort noch bis zum 5. Juni 2015 möglich. Hier geht es zu den Ausschreibungsunterlagen. Die Preisverleihung findet am 27. November 2015 im Rahmen des 8. Deutschen Nachhaltigkeitstages statt.

Arbeitskampfbilanz 2014

Düsseldorf (csr-news) > Große Warnstreikwellen im Öffentlichen Dienst sowie die anhaltenden Auseinandersetzungen bei Amazon, der Deutschen Bahn und der Lufthansa prägten das Arbeitskampfgeschehen im Jahr 2014. Während sich die Gesamtzahl der Konflikte kaum veränderte, gingen das Streikvolumen und die Zahl der an Streiks Beteiligten im Vergleich zu 2013 deutlich zurück. Dies zeigt die Jahresbilanz zur Streikentwicklung, des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Insgesamt registrierte das WSI darin 214 Tarifkonflikte mit Arbeitsniederlegungen, in etwa das Niveau des Vorjahres. Da viele dieser Arbeitskämpfe sich auf einzelne Unternehmen beschränkten, sank jedoch zugleich das Arbeitskampfvolumen. Es lag mit 392.000 Ausfalltagen um gut 25 Prozent niedriger als im Vorjahr (551.000). Noch deutlicher ging die Zahl der Streikenden zurück. Insgesamt nahmen 2014 rund 345.000 Beschäftigte an Arbeitsniederlegungen teil, ein Rückgang um fast zwei Drittel gegenüber 2013. Noch deutlicher als im Vorjahr konzentrierte sich 2014 das Streikgeschehen auf den Dienstleistungssektor. Fast 90 Prozent aller Arbeitskämpfe und gut 97 Prozent aller Ausfalltage sind diesem Bereich zuzuordnen.

Im internationalen Vergleich wird in Deutschland weiterhin relativ wenig gestreikt, zeigt das WSI auf Basis der aktuellsten verfügbaren Daten. Demnach fielen hierzulande zwischen 2005 und 2013 im Jahresdurchschnitt pro 1.000 Beschäftigte rechnerisch 16 Arbeitstage aus. In Frankreich kamen auf 1.000 Beschäftigte hingegen im Jahresmittel 139 Arbeitskampftage, in Dänemark 135 und in Irland 28. Ein deutlich niedrigeres Streikvolumen findet sich in Österreich, Polen und in der Schweiz.

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