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IWF-Experten: Schwäche der Gewerkschaften verschärft Ungleichheit

Der sinkenden Einfluss der Gewerkschaften in den Industrieländern verschärft nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) die soziale Ungleichheit. Die Kluft zwischen Normal- und Topverdienern sei dadurch gewachsen, heißt es in einer aktuellen Studie des IWF.

Washington (afp) > Der sinkenden Einfluss der Gewerkschaften in den Industrieländern verschärft nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) die soziale Ungleichheit. Die Kluft zwischen Normal- und Topverdienern sei dadurch gewachsen, heißt es in einer aktuellen Studie des IWF. Aufgabe der Gewerkschaften sei es, für eine „gerechtere“ Lohnverteilung zu sorgen, schrieben die Ökonominnen Florence Jaumotte und Carolina Osorio Buitron. Gehe ihr Einfluss zurück, schwäche dies die Verhandlungsposition der Arbeitnehmer in den Lohnverhandlungen.

Dies wirke sich wiederum negativ auf Arbeitnehmer in den mittleren und unteren Lohnbereichen aus, während die Führungsetage und die Aktionäre hiervon profitierten. Die Expertinnen betrachteten die Entwicklung in den Jahren 1980 bis 2010. Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sank der Anteil der Gewerkschaftsmitglieder in den Industriestaaten von 20,8 Prozent im Jahr 1999 auf 16,9 Prozent im Jahr 2013.

Die Studie spiegelt nicht die offizielle Position des Währungsfonds wieder. Der IWF hatte sich zuletzt aber besorgt über die zunehmend ungleiche Verteilung des Wohlstands in den Industrieländern geäußert.

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