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McDonald’s verzichtet in USA auf mit Antibiotika gezüchtete Hühner

Die US-Fastfoodkette McDonald’s beugt sich dem Druck der Verbraucher und verzichtet in den USA auf die Verwendung von Hühnerfleisch, bei dessen Herstellung wachstumsfördernde Antibiotika eingesetzt wurden. „Unsere Kunden wollen Nahrung, bei der die Lebensmittelkette stimmt, von der Farm bis zum Restaurant“, erklärte McDonald’s am Mittwochabend. Es werde mit den Hühnerfarmen zusammenarbeiten, um den Einsatz der für den Menschen wichtigsten Antibiotika zu stoppen.

Berlin (afp) > Die US-Fastfoodkette McDonald’s beugt sich dem Druck der Verbraucher und verzichtet in den USA auf die Verwendung von Hühnerfleisch, bei dessen Herstellung wachstumsfördernde Antibiotika eingesetzt wurden. „Unsere Kunden wollen Nahrung, bei der die Lebensmittelkette stimmt, von der Farm bis zum Restaurant“, erklärte McDonald’s am Mittwochabend. Es werde mit den Hühnerfarmen zusammenarbeiten, um den Einsatz der für den Menschen wichtigsten Antibiotika zu stoppen.

Die 14.000 Filialen in den USA sollen die Entscheidung binnen zwei Jahren umsetzen. „McDonald’s wird nur noch Hühner beziehen, die ohne Antibiotika großgezogen wurden, die wichtig für die Humanmedizin sind“, erklärte das Unternehmen. Es werde sich dabei an den Vorgabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientieren. Die Züchter würden aber weiter „verantwortungsvoll“ Antibiotika-Typen nutzen, die speziell für die Gesundheit von Hühnern entwickelt wurden.

Massentierhaltung und eine zunehmende Zahl von Krankheiten haben in den USA in der Hühnerzucht zum immer stärkeren Einsatz von Antibiotika geführt, die auch in der Humanmedizin verwendet werden. Damit stieg auch die Zahl antibiotikaresistenter Keime. Gesundheitsexperten warnen, dass der Einsatz von Antibiotika zur Förderung des Wachstums von Tieren dazu führt, dass bakterielle Erkrankungen beim Menschen nicht mehr erfolgreich mit Antibiotika bekämpft werden können.

Die demokratische US-Senatorin Dianne Feinstein begrüßte die Ankündigung der Fastfoodkette. „McDonald’s zeigt, dass ein Unternehmen ein wirksamer Verbündeter sein kann, um sicherzustellen, dass Antibiotika, die bei Tieren angewendet werden, nicht die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen“, erklärte sie.

Die Leiterin eines Projektes zu Antibiotika-Resistenz beim Pew Charitable Trust, Laura Rogers, verwies auf die jahrelangen erfolglosen Bemühungen von Aktivisten, die US-Lebensmittel- und Medikamentenbehörde FDA dazu zu bewegen, den Einsatz von für den Menschen wichtigen Antibiotika zu beschränken. Die jetzige Entscheidung von McDonald’s sei allein auf den Verbraucherwillen zurückzuführen. Immerhin habe die Fastfoodkette als erstes großes Lebensmittelunternehmen über eine verantwortungsvolle Anwendung gesprochen, sagte Rogers.

Der agrarpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, forderte die Bundesregierung auf, „das Signal von McDonald’s aufzunehmen und Reserveantibiotika in der Tiermast gänzlich zu verbieten“. Die Regierung werde beim Verbraucherschutz von der Fastfoodkette überholt, dies sei vor allem für Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) „blamabel“. Die problematische Abgabe von äußerst wichtigen Reserveantibiotika steige auch in Deutschland gefährlich an.