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Mitarbeiter für den Klimaschutz begeistern

Neben allen technischen Maßnahmen sind Mitarbeiter ein zentraler Schlüssel zur nachhaltigen Senkung des Energieverbrauchs in Unternehmen. Doch die eigene Belegschaft dafür zu begeistern, setzt kreative Ansätze voraus. In einem Leitfaden der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz stellen 15 Unternehmen ihre Best-Practice-Lösungen vor, mit denen sie Mitarbeiter motivieren und gleichzeitig Energie sparen.

Berlin (csr-news) > Neben allen technischen Maßnahmen sind Mitarbeiter ein zentraler Schlüssel zur nachhaltigen Senkung des Energieverbrauchs in Unternehmen. Doch die eigene Belegschaft dafür zu begeistern, setzt kreative Ansätze voraus. In einem Leitfaden der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz stellen 15 Unternehmen ihre Best-Practice-Lösungen vor, mit denen sie Mitarbeiter motivieren und gleichzeitig Energie sparen.

„Erfolgreiche Mitarbeitermotivation zur Steigerung der Energieeffizienz rechnet sich gleich dreifach“, betont Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK): „Erstens sparen Unternehmen dadurch Geld für Strom, Gas oder Öl. Zweitens leistet man einen Beitrag zum Klimaschutz. Und drittens steigern Unternehmen die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter, die sich aktiv einbringen können.“ Der „Praxisleitfaden Mitarbeitermotivation für Klimaschutz und Energieeffizienz“ zeigt anhand erprobter Beispiele wie das gelingen kann. Eine Versicherung gibt Klimasparbücher an Mitarbeiter heraus, ein Pharma-Unternehmen versorgt seine Belegschaft mit Energiesparboxen, und bei einem Druckluftspezialisten decken junge Energiespar-Detektive Schwachstellen auf. Je stärker die Motivation der Belegschaft für die Steigerung der Energieeffizienz und für den Klimaschutz geweckt werden kann, desto eher sind Mitarbeiter bereit, aktiv Energieeffizienzpotenziale zu erschließen. So belegt eine jüngst veröffentlichte Studie der Mittelstandsinitiative zu Hemmnissen bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen in kleinen und mittleren Unternehmen: Rund 70 Prozent der Unternehmen sehen die Sensibilisierung der Mitarbeiter für Energieeffizienz als zentralen Faktor für die nachhaltige Senkung ihres Energieverbrauchs an.

Deshalb beginnt der Leitfaden mit einer Einführung in die Mitarbeitermotivation. Motivation setzt zunächst das Know-how und das Bewusstsein um ökologische Zusammenhänge und konkrete Verbesserungsmöglichkeiten voraus. Doch gerade bei Themen wie Klimaschutz und Energieeffizienz reicht die pure Informationsvermittlung nicht aus. „Wer seine Mitarbeiter zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den knapper werdenden Ressourcen anregen möchte, muss die wesentlichen Botschaften auf den Punkt bringen können. Nur so können Mitarbeiter aus der Information handlungsleitendes Wissen generieren, anwenden, transferieren und weiterentwickeln“. Wer seine Mitarbeiter motivieren will, der muss sie mit einbinden und der muss Beständigkeit vermitteln. Nur wenn die Belegschaft davon überzeugt ist, Maßnahmen zur Energieeffizienz würde fortan zum festen Bestandteil der Unternehmensstrategie und der Unternehmenskultur gehören, wird ihr Engagement von Dauer sein und zu den entsprechenden Erfolgen führen. Fördern statt fordern gehört ebenfalls dazu. Viele Mitarbeiter sind von der Notwendigkeit des Energiesparens und des Klimaschutzes überzeugt. Entsteht bei ihnen jedoch der Eindruck, dass ihr Arbeitgeber ihre Bemühungen nicht erst nimmt, führt dies unter Umständen zu Frustration und im schlimmsten Fall zur Resignation. Ein großer Förderer der Mitarbeitermotivation kann die Beteiligung am Erfolg sein.

Beispiele aus dem Leitfaden für gelungene Mitarbeitermotivation:

  • Die Provinzial Rheinland Versicherung beabsichtigte alle Aktivitäten des Unternehmens CO2-neutral zu gestalten. Eine der zentralen Fragen war dabei, wie können die Mitarbeiter aufgeklärt werden und gleichzeitig dazu motiviert werden, beeinflussbare CO2-Emissionen zu vermeiden – und das möglichst auch im privaten Bereich. Mit persönlichen Klimasparbüchern sollten die rund 4.000 Familien der Mitarbeiter sensibilisiert und begeistert werden. Am Ende haben mehr als 100 Familien ihre Energieeinsparungen mit dem Klimasparbuch erfassen lassen. Der privat erzielte Klimanutzen summierte sich bei den teilnehmenden Haushalten auf insgesamt 87.500 Kilogramm CO2. Dieser Betrag wurde von der Provinzial aufgestockt, so das schließlich 175 Tonnen CO2 mittels Aufforstungsmaßnahmen kompensiert werden konnten.
  • Gleiche eine ganze Zeitung mit Energiespartipps war die Lösung bei der Schreiner Group. Die Mitarbeiterzeitschrift wurde mit einer Auflage von 840 deutschen und 100 englischen Exemplare produziert.
  • Den Spieltrieb im Menschen zu wecken war der Ansatz beim Kongressdienstleister Interplan AG. Dazu wurden fünfzig „Grüne Fußabdrücke“ mit Slogans versehen im Büro verteilt. Die Mitarbeiter sollten die Fußspuren finden, die Slogans notieren und die teilweise versteckten Werbeslogans enträtseln.
  • Einen Öko-Oskar hat man beim Arzneimittelhersteller Ilapo als Auszeichnung beim unternehmensinternen Ideenmanagement ausgelobt. Dieser wird jedes Jahr an den Mitarbeiter verliehen, der die beste Idee zur Verbesserung der betrieblichen Energieeffizienz und des Klimaschutzes eingereicht hatte.

Der vollständige Leitfaden mit weiteren zahlreichen Ideen zur Mitarbeitermotivation zum Download.