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Studie: Energiekonzerne tragen selbst Schuld an Misere

Die Misere der vier großen Energiekonzerne in Deutschland – Eon, RWE, Vattenfall und EnBW – ist laut einer Studie im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace selbstgemacht. Die schlechte wirtschaftliche Lage der Energieriesen sei weitestgehend „gravierenden und anhaltenden“ Managementfehlern geschuldet und „nicht primär“ der Energiewende, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Studie der Westfälischen Hochschule Recklinghausen im Auftrag von Greenpeace.

Hamburg (afp) > Die Misere der vier großen Energiekonzerne in Deutschland – Eon, RWE, Vattenfall und EnBW – ist laut einer Studie im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace selbstgemacht. Die schlechte wirtschaftliche Lage der Energieriesen sei weitestgehend „gravierenden und anhaltenden“ Managementfehlern geschuldet und „nicht primär“ der Energiewende, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Studie der Westfälischen Hochschule Recklinghausen im Auftrag von Greenpeace.

Auch wenn niemand die Reaktorkatastrophe in Fukushima habe vorhersehen können, sei das „stark einseitige Setzen“ der großen Energiekonzerne auf eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ein „strategischer Fehler“ gewesen, heißt es in der Studie. Auch ohne die Tragödie in Japan sei es absehbar gewesen, dass die politischen Verhältnisse sich jederzeit ändern könnten. „Das Management der großen Versorger hat die Augen zu lange vor dem absehbaren neuen Energiemarkt verschlossen. Jetzt rächt sich das sture Festhalten an einem überkommenen Geschäftsmodell“, erklärte Studienautor Heinz-Josef Bontrup.

Die Wissenschaftler prophezeien Eon, RWE & Co. eine düstere Zukunft: Der Schuldenstand der Konzerne sei hoch, Kreditratings schlecht und der Wert konventioneller Kraftwerke im Sinken begriffen. Gleichzeitig setze der steigende Anteil der Erneuerbaren Energien die Konzerne unter Druck. „Diese Schraubzwinge wird für die ehemaligen ‚Big 4‘ absehbar nicht lockerer werden, sondern enger“, teilte Co-Autor Ralf-Michael Marquardt mit.

Greenpeace-Energieexperte Tobias Austrup befürchtet, dass die Konzerne ihren finanziellen Verpflichtungen zum Rückbau der Atommeiler nicht nachkommen könnten. Die Umweltschützer fordern deshalb, dass die Bundesregierung die Rückstellungen der Energieversorger in einer öffentlich-rechtlichen Stiftung sichert, damit am Ende nicht „der Steuerzahler“ dafür aufkommen müsse.

RWE hatte am Dienstagmorgen in Essen seine Bilanz für das vergangene Jahr vorgelegt und steht laut dem Vorstandsvorsitzenden Peter Terium vor „weiterhin schwierigen Jahren“. Eon legt sein Jahresergebnis am Mittwoch vor – dem Jahrestag der Atomkatastrophe in Fukushima. Beobachter gehen davon aus, dass Eon den größten Verlust seiner Konzerngeschichte bekanntgeben wird.

Die Studie „Die Zukunft der großen Energieversorger“ zum Download.

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