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CSR NEWS briefly vom 16.03.15

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

NOZ: Pflegende Angehörige werden stärker entlastet

Berlin (afp) – Pflegende Angehörige sollen künftig stärker entlastet werden. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vom Freitag, noch in dieser Legislaturperiode werde es „Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf geben“. Unter anderem seien über die zum 1. Januar in Kraft getretene Pflegezeit hinaus „besondere Formen der Freistellung“ für Angehörige vorgesehen. Durch die Pflege eines Angehörigen dürften keine Nachteile im Beruf entstehen, sagte Lauterbach. Die bestehenden Regeln müssten zudem flexibler und unbürokratischer werden.

Der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, forderte den Ausbau niedrigschwelliger Angebote für pflegende Angehörige. Er sagte der Zeitung, die Familie sei noch immer der „größte Pflegedienst der Nation“. Pflegende Angehörige benötigten dringend Entlastung im Alltag. Viele Angehörige wüssten aber zu wenig über Möglichkeiten der Entlastung wie etwa über die Verhinderungs- oder die Tagespflege. „Hier wäre eine bessere Beratung durch die Pflegekassen sehr wichtig“, sagte Neher.

Derzeit läuft der Deutsche Pflegetag. Am Donnerstag hatte der Pflegerat wegen des Personalmangels in Heimen und Krankenhäusern vor einem „Kollaps“ gewarnt. Allein in den Krankenhäusern würden 50.000 Stellen benötigt, hieß es. Dem Statistischen Bundesamt zufolge werden mehr als zwei Drittel der 2,6 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland zu Hause versorgt.

Oneplanetcrowd auch in Deutschland erfolgreich

Kelkheim (csr-news) > Die niederländische Crowdfunding-Plattform für nachhaltige Projekte Oneplanetcrowd, hat ihr Geschäft nun nach Deutschland ausgedehnt. In den vergangenen vier Monaten sind bereits neun von elf ökosozialen Projekten mit einer Gesamtinvestitionssumme von über 150.000 EUR erfolgreich finanziert worden. Die Vielfalt der Projekte reicht dabei von einem mobilen Solarakku („WakaWaka“) über Gewürze aus biologischem Anbau („Gewürzkampagne“) bis hin zu schadstofffreien Tampons („Yoni“). Alle Projekte eint nicht nur ihr konkreter nachhaltiger Mehrwert, der Bedingung für eine Crowdfunding-Kampagne auf Oneplanetcrowd ist, sondern auch der „reward-based“-Ansatz, bei dem der Crowdfunder im Gegenzug zum Investieren von Kapital in Projekte oder Unternehmen deren Produkte oder ein Goodie erhält. „Der bisherige Erfolg von Oneplanetcrowd in Deutschland liegt sogar noch über unseren Erwartungen“, freut sich Egbert Hünewaldt, der deutsche Partner von Oneplanetcrowd. „Zum einen liegt das an der zunehmenden positiven Resonanz, die Crowdfunding generell in Deutschland erhält. Zum anderen zeichnet sich ab, dass sich Crowdfunding und Nachhaltigkeit ideal ergänzen: Die Crowdfunder erhalten nicht nur hochwertige Produkte, sie tun dabei gleichzeitig auch noch etwas Gutes.“ Die niederländische Crowdfunding-Plattform Oneplanetcrowd ist eine der größten auf Nachhaltigkeitsprojekte ausgerichteten Crowdfunding-Plattformen in Europa und plant mittelfristig einen Roll-Out in weitere europäische Länder.

Demografischer Wandel und Generation Y fordern Firmen heraus

Frankfurt/München (csr-news) > Durch die Digitalisierung verschwinden zunehmend die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben, zudem macht die hohe Informationsverfügbarkeit in sozialen Netzwerken Firmen transparent. In der Folge haben Mitarbeiter und Bewerber aufgrund ihres Wissens höhere Erwartungen an ihren Arbeitgeber. Besonders die kommende Generation Y wählt ihren Arbeitgeber besonders kritisch aus. Der demografische Wandel macht es möglich. Für die Unternehmen bedeutet dies, ihre gesellschaftlichen und sozialen Aktivitäten werden wichtiger. Das zeigt ein neues „HR Trend Survey 2015“ der Unternehmensberatung Deloitte. Danach findet derzeit eine Verschiebung beim Verhältnis von Arbeitgeber und -nehmer statt. Bereites jetzt halten mehr als 50 Prozent der befragten Geschäftsführer und HR-Manager das Engagement des eigenen Unternehmens für sehr wichtig, um für junge Arbeitskräfte attraktiv zu sein. Weltweit haben 3.300 Geschäftsführer und HR-Leiter aus 106 Ländern an der Studie teilgenommen. „Weiche Faktoren wie die Unternehmenskultur nehmen eine immer größere Rolle ein. Mitarbeiter und Bewerber erwarten von Firmen, dass sie sich für soziale Themen einsetzen und diese mitgestalten. Dabei reicht es nicht aus, solche Inhalte zu artikulieren, sondern Corporate-Responsibility-Projekte voranzutreiben und Erfolge vorweisen zu können“, erklärt Udo Bohdal-Spiegelhoff, Partner bei Deloitte. Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer sind zukünftig sogenannte Millennials, denen die Sinnfrage ihrer Arbeit wichtig ist. Sie legen Wert auf ein starkes gesellschaftliches Engagement von Firmen. Diese sind allerdings für die neuen Anforderungen noch nicht gerüstet: 60 Prozent der Befragten aus HR-Abteilungen geben an, dass kein Programm zur Messung und Steigerung des gesellschaftlichen Engagements ihres Unternehmens vorhanden ist. Die Generation Y erwartet von ihrem Arbeitgeber außerdem eine hohe Flexibilität und legt großen Wert auf individuelle Entwicklung und Förderung. Wenn das gegeben ist, sind junge Mitarbeiter bereit, sich stark für ihre Firma einzusetzen und hohe Leistung zu erbringen. Da die Personalnachfrage vor allem bei Fachkräften steigt, verschiebt sich das Machtverhältnis vom Arbeitgeber zum Arbeitnehmer, die zu Partnern oder Kunden werden. Neue Personalstrategien und Führungsstile sind gefragt, um Bewerber und Mitarbeiter adäquat anzusprechen. Unternehmen müssen neue Wege finden, Mitarbeiter zu motivieren, sie zu integrieren und ihnen ein sinnvolles Betätigungsfeld zu bieten. Dabei spielen die Unternehmenskultur und ein höherer Einsatz für die eigenen Mitarbeiter eine wichtige Rolle. Die vollständige Studie zum Download.

Deutschland macht Ressourceneffizienz zu einem Schwerpunkt seiner G7-Präsidentschaft

Berlin (csr-news) > Etwa 50 Prozent der industriellen CO2-Emissionen gehen auf die Produktion und Verarbeitung von nur fünf Grundstoffen zurück, nämlich Stahl, Zement, Papier, Plastik und Aluminium. Weltweit wurden im Jahr 2009 über 68 Milliarden Tonnen Rohstoffe eingesetzt. Das sind mehr als doppelt so viel wie 1970 und rund ein Drittel mehr als im Jahr 2000. Prognosen gehen bei einem „business as usual“ von exponentiellem weiterem Wachstum aus. Prognosen zufolge soll die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf über 9 Milliarden Menschen wachsen, und viele Schwellenländer verzeichnen ein rasantes Wirtschaftswachstum und deutlichen Wohlstandszuwachs. Deshalb nehmen die Nachfrage nach Rohstoffen und damit auch die Umweltbelastungen weiterhin stark zu. Deshalb will die Bundesregierung den anderen G7-Partnern die Gründung einer Allianz für Ressourceneffizienz vorschlagen, ein Forum für die G7, um Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen, Wissen zu bündeln, und um die Abstimmung von Politik und Wirtschaft zu verbessern. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Ein schonender und gleichzeitig effizienter Umgang mit natürlichen Ressourcen zeichnet zukunftsfähige Gesellschaften aus, denn die Menschheit wächst. Damit steigen aber auch die Belastungen von Klima und Umwelt. Damit alle so leben können wie wir, müssen wir weltweit sparsamer mit unseren Ressourcen umgehen und mit weniger mehr erreichen. Dafür wollen wir uns in der G7 einsetzen.“

Umfrage zum Wertschätzungs-Index Deutschland gestartet

Bonn (csr-news) > Erfahren die Mitarbeiter in Deutschland Wertschätzung für ihre tägliche Arbeit durch ihre Arbeitgeber? Oder werden ihre täglichen Leistungen im Arbeitsalltag nur für selbstverständlich genommen? Diese Fragestellungen stehen im Mittelpunkt des sogenannten Wertschätzungs-Index Deutschland, den die Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe – University of Applied Sciences – Bonn und das Institut für angewandtes Wissen e. V. (iaw-Köln) ins Leben gerufen haben. Im Rahmen einer bundesweiten Umfrage soll mit diesem Index künftig aufgezeigt werden, ob die Mitarbeiter von ihren Arbeitgebern tatsächlich geschätzt werden und Anerkennung für ihre Arbeitsleistung erfahren. „Wertschätzung im Unternehmensumfeld bedeutet in unseren Augen den Respekt für die Eigenständigkeit eines Menschen in seiner Arbeit. Mit dem Wertschätzungs-Index Deutschland wollen wir darlegen, inwieweit sich Mitarbeiter in dieser Form im Arbeitsalltag respektiert und behandelt erfahren, oder wo Handlungsbedarf besteht. Die Ergebnisse der bundesweiten Umfrage werden gleichermaßen die Motivation und die Effizienz in den Unternehmen steigern können,“ so Prof. Dieter Rohrmeier von der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe zu den Zielen des Projektes. Teilnehmen können an der Befragung alle Arbeitnehmer in Deutschland. Im Rahmen der Online-Umfrage sind interessierte Beschäftigte aufgerufen, ihre eigene Arbeitssituation in Hinblick auf die erfahrene Wertschätzung zu bewerten. Als Ergebnis der Umfrage soll ein verbindlicher Benchmark zum Thema Wertschätzung der Arbeitnehmer entstehen. Um die Ergebnisse möglichst transparent zu gestalten, werden die Erkenntnisse öffentlich zugänglich gemacht. Hier geht es zur Umfrage, die noch bis zum 8. April 2015 läuft.

Lebensmittelampel verstärkt Selbstkontrolle

Bonn (csr-news) > Rot, gelb, grün: Leicht verständlich soll die Ampelkennzeichnung auf den Packungen signalisieren, wie bedenklich der Konsum eines Lebensmittels ist. „Rot“ symbolisiert zum Beispiel einen hohen Anteil an Fetten, Zucker oder Salz, „Grün“ dagegen einen geringen. Gelb nimmt wie an der Verkehrsampel eine Mittelposition ein. „Bislang ist noch kaum wissenschaftlich untersucht, welche Wirkung diese Ampelsignale auf die Bewertungsprozesse bei Kaufentscheidung im Gehirn von Konsumenten haben“, sagt Prof. Bernd Weber vom Center for Economics and Neuroscience (CENs) der Universität Bonn, der in einer Studie untersuchte, ob die Lebensmittelampel Verbrauchern dabei hilft, sich beim Einkauf für eine gesündere Ernährungsweise zu entscheiden.

Dabei zeigte sich, die 35 Probanden boten deutlich mehr Geld für das gleiche Produkt, wenn die Ampelauszeichnung „grün“ war, als bei der herkömmliche Darstellung der Nährstoffwerte. Für die Studie wurden die Nährstoffangaben von 100 Produkten, von der Schokolade über Joghurt bis hin zu Fertiggerichten, genutzt. Eine rote Ampel führte zu einem deutlichen Absinken der Kaufbereitschaft. „Die Ampelauszeichnung scheint die Untersuchungsteilnehmer dazu zu befähigen, ungesunden Lebensmitteln besser zu widerstehen im Vergleich zu den herkömmlichen Angaben über Gramm- und Prozentwerte der jeweiligen Inhaltsstoffe. Wahrscheinlich sorgt sie dafür, implizit stärker die Gesundheitsaspekte in seiner Entscheidung zu berücksichtigen“, fasst Prof. Weber das Ergebnis zusammen. Die Wissenschaftler der Universität Bonn wollen nun noch genauer untersuchen, wie verschiedene Arten von Lebensmittelauszeichnungen dazu dienen können, Verbraucher in ihren Entscheidungen zu unterstützen.