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Fast Fashion – Die Schattenseite der Mode in einer Ausstellung

Wie könnte der ethisch vertretbare Kleiderschrank von morgen aussehen? Unter anderem auf diese Frage will die gestern eröffnete Ausstellung „Fast Fashion – Die Schattenseiten der Mode“ eine Antwort liefern. Es ist die erste Ausstellung dieser Art, die sich umfassend, differenziert und kritisch mit den ökologischen und sozioökonomischen Folgen der internationalen Bekleidungsindustrie auseinandersetzt und einen Beitrag zur aktuellen Diskussion um dieses komplexe Thema liefern will.

Hamburg (csr-news) > Wie könnte der ethisch vertretbare Kleiderschrank von morgen aussehen? Unter anderem auf diese Frage will die gestern eröffnete Ausstellung „Fast Fashion – Die Schattenseiten der Mode“ eine Antwort liefern. Es ist die erste Ausstellung dieser Art, die sich umfassend, differenziert und kritisch mit den ökologischen und sozioökonomischen Folgen der internationalen Bekleidungsindustrie auseinandersetzt und einen Beitrag zur aktuellen Diskussion um dieses komplexe Thema liefern will.

Fast Fashion, das bezeichnet ein Produktions- und Vertriebssystem für massenproduzierte Bekleidung, häufig von Markenprodukten kopiert und zu Niedrigpreisen verkauft. Fast Fashion bedeutet aber auch Beschleunigung für alle an der Wertschöpfung beteiligten. Heute ist es problemlos möglich, schon rund zwei Wochen nach dem ersten Entwurf eines Kleidungsstücks die ersten fertig produzierten Stücke in der Hand zu halten – bereit für den Verkauf. Aber Fast Fashion hat auch einen neuen Typus Konsument hervorgebracht, der Kleidung praktisch als Wegwerfartikel betrachtet und sie ständig neu erwirbt. Insofern ist Fast Fashion ach zu einem wirtschaftlichen Erfolgsmodell geworden, mit hohen Profiten auf der einen Seite und hohen ökologischen und sozialen Lasten auf der anderen Seite. Die Fast Fashion Industrie besitzt eine denkbar schlechte Umweltbilanz und gehört zu den Branchen mit teilweise katastrophalen Arbeitsbedingungen und Löhnen unterhalb des Existenzminimus. Auf der anderen Seite gewinnt die Slow Fashion Bewegung als Gegenmodell zunehmend an Bedeutung. Sie fordert Konsumenten, Produzenten und Konsumenten zu mehr Verantwortung gegenüber Mensch, Umwelt und Produktion auf.

Den Labels dieser Bewegung geht es um Entschleunigung, um umweltschonende Produktionsprozesse und insgesamt um Fairness im Handel und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
All diese Aspekte der Modeindustrie thematisiert die Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. Sie beleuchtet das globale Dreieck von Konsum, Ökonomie und Ökologie unter den Aspekten: Fashion & Victims, Mangel & Überfluss, Global & Lokal, Lohn & Gewinn, Bekleidung und Chemie sowie Bekleidung & Ökobilanz. In einem Slow Fashion Labor stellt sie unter den Stichworten „Nachhaltige Fasern“, „Tierische Fasern“, Innovative Technologien“ sowie „Transparenz schaffen“ alternative Möglichkeiten für nachhaltige Mode sowie relevante Textilsiegel vor. Der Parcours der Ausstellung führt die Besucher durch den gesamten Konsumprozess vom Laufsteg über Fotostudio, Litfass-Säule und Schaufenster bis zur Umkleidekabine.

Vor diesem Hintergrund stellt die Ausstellung viele Fragen: Bedeutet Fast Fashion eine Demokratisierung der Mode? Ermöglicht der globale Mainstream der Fast Fashion tatsächlich ein Ausleben der Individualität? Wie kann es sein, dass ein T-Shirt heute weniger kostet als eine große Tasse Kaffee, ein Kleid soviel wie ein Eisbecher und eine Hose soviel wie ein Kinoticket? Was sagt dies über die Qualität und die Wertschätzung von Mode aus? Ist Fast Fashion Umwelt und sozialverträglich, wenn sie um die halbe Welt transportiert werden muss, bevor sie im Laden verkauft wird? Wer sind eigentlich die Fashion Victims? Welche Verantwortung tragen die Konsumenten, und was können sie tun, um etwas zu verändern?
Die Ausstellung ist noch bis zum 20. September in Hamburg zu sehen, anschließend wird sie ab Dezember im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden gezeigt.

Die Website zur Ausstellung: www.fastfashion-dieausstellung.de.