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Greenpeace: Textilindustrie beginnt zu entgiften

Im Jahr 2011 hat die Umweltorganisation Greenpeace ihre Detox-Kampagne gestartet, mit der sie die Bekleidungsindustrie zu einem Verzicht toxischer Chemikalien in der Herstellung bewegen will. Inzwischen haben einige Hersteller ihre Absicht bekräftigt und wollen ihre Produktion sauberer machen. In einer aktuellen Untersuchung hat Greenpeace nun 18 Unternehmen überprüft. Bei den Detox-Unterzeichnern ging es darum, ob sie zu ihren Verpflichtungen stehen und in der Lage sind, die Ziele der Detox-Kampagne bis 2020 zu erreichen. „Die Ergebnisse sind durchaus ermutigend“, sagt Kirsten Brodde, Detox- Campaignerin bei Greenpeace.

Hamburg/Peking (csr-news) – Im Jahr 2011 hat die Umweltorganisation Greenpeace ihre Detox-Kampagne gestartet, mit der sie die Bekleidungsindustrie zu einem Verzicht toxischer Chemikalien in der Herstellung bewegen will. Inzwischen haben einige Hersteller ihre Absicht bekräftigt und wollen ihre Produktion sauberer machen. In einer aktuellen Untersuchung hat Greenpeace nun 18 Unternehmen überprüft. Bei den Detox-Unterzeichnern ging es darum, ob sie zu ihren Verpflichtungen stehen und in der Lage sind, die Ziele der Detox-Kampagne bis 2020 zu erreichen. „Die Ergebnisse sind durchaus ermutigend“, sagt Kirsten Brodde, Detox- Campaignerin bei Greenpeace.

Trendsetter der sauberen Textilproduktion sind nach dieser Untersuchung Fast-Fashion-Ketten wie H&M und Zara, Sportartikelhersteller Puma und Adidas sowie zwölf weitere Modefirmen. In der Untersuchung hat Greenpeace jene 18 global tätigen Kleidungsfirmen unter die Lupe genommen, die sich auf Druck der Umweltschützer schon lange auf eine saubere Textilproduktion bis 2020 verpflichtet haben. Außerdem bewertet Greenpeace weitere Unternehmen, die sich bislang gegen das Entgiften sperren. Alle Hersteller wurden einer der drei Kategorien Trendsetter, Greenwasher oder Schlusslichter zugeordnet. Haben Unternehmen besonders gefährliche Schadstoffe wie Alkylphenolethoxylate, Weichmacher oder per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) aus ihrer Produktion bereits entfernt und Abwasserdaten veröffentlicht, dann werden sie als „Detox-Trendsetter“ geführt. Dies ist bei 16 Firmen der Fall. H&M verbannte als erste Firma vor zwei Jahren die krebserregenden und hormonell wirksamen PFC, die Kleidung gegen Schmutz und Wasser imprägnieren. Zara hat die Abwasserdaten von über 100 Fabriken offen gelegt – und führt auf diesem Sektor. Die „Greenwasher“ Nike und der chinesische Sportartikelhersteller LiNing dagegen haben trotz Detox-Verpflichtung weder Chemikalien aussortiert noch Abwasserdaten veröffentlicht. Dennoch, würden die meisten Firmen zu ihrem Wort stehen, sagt Kirsten Brodde, Textil-Expertin von Greenpeace. „Sie beginnen Mode zu produzieren, die die Umwelt verkraften kann. Der Wandel zur giftfreien Kleidungsproduktion ist bereits in vollem Gange“.

Die Detox-Schlusslichter sind GAP und Luxusfirmen wie Versace, Louis Vuitton oder Hermès, diese haben noch nicht einmal versprochen, die teure Haute Couture sauber zu produzieren. „Die angeblichen Edel-Marken scheren sich nicht um giftfreie Produktion. Gerade bei hohen Preisen muss Spielraum für saubere Produktion sein“, sagt Brodde.

Bereits 30 internationale Modemarken und Discounter wie Lidl und Penny haben sich gegenüber Greenpeace verpflichtet, bis zum Jahr 2020 alle Risiko-Chemikalien aus ihrer Produktion zu entfernen. Das entspricht etwa 15 Prozent der globalen Textilproduktion. Die giftigen Chemikalien, die die Modefirmen zum Färben und Ausrüsten von Textilien einsetzen, verschmutzen Gewässer und Trinkwasserreserven besonders in den Herstellungsländern. In den großen Städten Chinas – dem Land mit der größten Textilproduktion – sind über 60 Prozent der Trinkwasserreserven ernsthaft verschmutzt. Alleine Chinas Textilindustrie ist für rund zehn Prozent der industriellen Abwasserlast des Landes verantwortlich.

Das Kampagnenvideo von Greenpeace:

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Modemarken und Textilproduzenten haben sich in der Kampagne „zero discharge of hazardous chemicals by 2020“ (ZDHC) zusammengeschlossen. Die daran teilnehmenden Unternehmen berichten öffentlich über die Umsetzung ihrer Verpflichtung, bis 2020 eine „saubere“ textile Produktionskette zu schaffen. Hier >> der Bericht von C&A Mode.

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