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Schwesig will Entgeltgleichheitsgesetz noch 2015 durchsetzen

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit stehe zwar bereits im Gesetz, in der Praxis gebe es aber Lohnunterschiede von Frauen und Männern von 22 Prozent, sagte die SPD-Politikerin.

Berlin (afp) – Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) will noch in diesem Jahr die gleiche Entlohnung von Frauen und Männern in einem Entgeltgleichheitsgesetz festschreiben. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit stehe zwar bereits im Gesetz, in der Praxis gebe es aber Lohnunterschiede von Frauen und Männern von 22 Prozent, sagte die SPD-Politikerin am Freitag im rbb-Inforadio. Die Politik habe zu lange zugeschaut, jetzt müsse gehandelt werden, betonte Schwesig anlässlich des „Equal Pay Day“, der auf Unterschiede in der Bezahlung von Frauen und Männern hinweist.

Im ZDF-„Morgenmagazin“ sagte die Ministerin, Frauen arbeiteten „oft ungewollt“ in Teilzeit. Zudem gingen Frauen häufiger schlechter bezahlten Jobs nach. Soziale Berufe wie in der Pflege müssten aufgewertet werden, forderte Schwesig.

Um die Gehaltsunterschiede offenzulegen sehe das Gesetz ein Auskunftsrecht vor und verpflichte Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, gerechtere innerbetriebliche Strukturen zu schaffen, betonte Schwesig im rbb-Inforadio. Das werde keineswegs zu Neid und Unruhe in den Betrieben führen. Bei den Berliner Wasserbetrieben, die sich dem Verfahren bereits gestellt hätten, gebe es eine nachgewiesene Lohnlücke von null Prozent. „Das zeigt, es geht“, sagte die Ministerin.

Dass Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) das Gesetz für dieses Jahr ausgeschlossen habe, zeige, dass der Widerstand immer dann besonders groß sei, wenn es darum gehe, die Rechte von Frauen durchzusetzen, sagte Schwesig. Aber sie sei Widerstand gewohnt: „Das ist genau mein Job, dafür zu kämpfen, dass Frauen in Deutschland gerecht bezahlt werden.“