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Blauer Engel – Energieverbrauch von Rechenzentren muss weiter sinken

Rund 33 Prozent des gesamten Energiebedarfs der europaweiten Informations- und Kommunikationstechnik wird von Rechenzentren benötigt. Um rund das Tausendfache ist die Menge der weltweit gespeicherten Daten in den vergangenen Jahren gestiegen und sie wächst immer schneller. Dem energieeffizienten und umweltfreundlichen Betrieb von Rechenzentren kommt daher eine immer größere Bedeutung zu. Rechenzentren die diesen Weg gehen und die das Umweltzeichen „Blauer Engel“ tragen wollen, müssen künftig deutlich weniger Energie verbrauchen und klimafreundlich gekühlt werden.

Dessau-Roßlau (csr-news) > Rund 33 Prozent des gesamten Energiebedarfs der europaweiten Informations- und Kommunikationstechnik wird von Rechenzentren benötigt. Um rund das Tausendfache ist die Menge der weltweit gespeicherten Daten in den vergangenen Jahren gestiegen und sie wächst immer schneller. Dem energieeffizienten und umweltfreundlichen Betrieb von Rechenzentren kommt daher eine immer größere Bedeutung zu. Rechenzentren die diesen Weg gehen und die das Umweltzeichen „Blauer Engel“ tragen wollen, müssen künftig deutlich weniger Energie verbrauchen und klimafreundlich gekühlt werden.

Grund ist eine überarbeitete Vergabegrundlage, die die Jury Umweltzeichen auf ihrer jüngsten Sitzung verabschiedet hat. „Rechenzentren mit dem neuen ‚Blauen Engel‘ garantieren einen möglichst geringen Einsatz von Hardware und Energie. Sie lassen sich so besonders kostengünstig, ressourcenschonend und klimafreundlich betreiben“, sagte Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA). Im vergangenen Jahr hat das Umweltbundesamt die Kriterien des „Blauen Engels für Rechenzentren“ gemeinsam mit Experten überarbeitet. Das Grundkonzept wurde beibehalten, neue Anforderungen kamen hinzu: So dürfen etwa neu beschaffte, intelligente Power Distribution Units (PDUs), über die auch Messwerte abgerufen werden können, nur eine Verlustleistung von maximal 0,5 Watt pro vorhandenem Stromausgang aufweisen. Verändert wurden auch die Werte für die Energy Usage Effectiveness (EUE), die ein Maß für die Energieeffizienz der Rechenzentrums-Infrastruktur sind: Neue Rechenzentren, die ab dem Jahr 2013 erst zwölf Monate oder weniger in Betrieb sind, müssen einen EUE von 1,4 erreichen. Bei älteren Rechenzentren gilt ein EUE-Wert von 1,6 (bis fünf Jahre) oder 1,8 (älter als fünf Jahre).

Neben dem geringen Energieverbrauch ist aber auch eine klimafreundliche Kühlung des Rechenzentrums wichtig. Sie erfolgt bislang zumeist mit klimaschädlichen, teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) als Kältemittel. Die EU hat zwar eine stufenweise Verknappung der Verwendungsmengen von HFKW beschlossen, diese startet aber erst 2017. Der „Blaue Engel“ fordert aber bereits jetzt, dass Kälteanlagen, die nach dem 1. Januar 2013 in Betrieb gingen, nur noch halogenfrei kühlen. Das heißt, dass künftig beim „Blauen Engel“ nur noch Kälteanlagen mit natürlichen Kältemitteln wie Kohlendioxid eingesetzt werden dürfen. Zulässig seien aber auch Kühlsysteme, die ganz ohne Kältemittel auskommen, etwa Wärmetauscher. Kleine Rechenzentren mit einem Kältebedarf von maximal 50 Kilowattstunde (KWh) sind von den Bestimmungen ausgenommen. Das UBA geht davon aus, dass sich Investitionskosten beispielsweise für neue Messtechnik oder eine Kaltgangeinhausung des Rechenzentrums nach durchschnittlich zwei Jahren amortisieren. Ab sofort können sich Rechenzentren nach der neuen Vergabegrundlage zertifizieren lassen. Bis spätestens 1. Januar 2016 müssen alle Rechenzentren die sich mit dem Blauen Engel schmücken wollen die neuen Vergabekriterien einhalten.