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CSR NEWS briefly vom 26. März 2015

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Neu im CSR Lexikon – das Stichwort: Ruhestandsvorbereitung

Die Ruhestandsvorbereitung in Unternehmen umfasst alle Maßnahmen, die geeignet sind, den Übergang der Mitarbeiter vom Beruf in den Ruhestand (Altersrente, Pension) zu begleiten und zu unterstützen. Ziel ist es, den Arbeitnehmer, der sich viele Jahrzehnte für das Unternehmen engagiert und mit den fachlichen, sozialen und prozessualen Elementen seiner Arbeit identifiziert hat, auf einen harmonischen Übergang in seinen Ruhestand vorzubereiten. Dabei bilden arbeitsplatzbezogene, materielle und psychologische Leistungen und Hilfen den Schwerpunkt.

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Journalistenverband fordert zu respektvoller Berichterstattung auf

Berlin (afp) – Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat von allen Medienvertretern „Respekt“ für die Angehörigen der Opfer des Absturzes des Germanwings-Flugzeugs in Frankreich gefordert. „Der Schmerz und die Trauer der Angehörigen von Absturzopfern sind unermesslich. Es verbietet sich für Journalisten, die Trauernden zu bedrängen“, teilte DJV-Bundeschef Michael Konken am Mittwoch in Berlin mit.

Die Grenzen der legitimen Berichterstattung seien dem für alle Journalisten verbindliche Pressekodex‘ zufolge dort erreicht, wo es um den „Respekt vor dem Leid der Opfer und den Gefühlen von Angehörigen“ gehe, betonte Konken. Darin heiße es weiterhin: „Die vom Unglück Betroffenen dürfen grundsätzlich durch die Darstellung nicht ein zweites Mal zu Opfern werden.“

Grundsätzliche Kritik an der Anwesenheit von zahlreichen Journalisten in der Stadt Haltern am See, aus der eine bei dem Absturz wohl getötete Schülergruppe kam, wies der DJV aber zurück. „Es steht außer Frage, dass Journalisten über die Auswirkungen der Katastrophe auf die Kleinstadt und die Schule berichten müssen. Es geht nicht um das Ob, sondern um das Wie“, erklärte dessen Bundesvorsitzender.

EU-Verfahren gegen Deutschland wegen zu wenig Naturschutzgebieten

Brüssel (afp) – Die EU hat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland wegen jahrelangen Versäumnissen bei Ausweisung und Erhalt von Naturschutzgebieten eingeleitet. Wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte, hat sie die deutschen Behörden im Februar schriftlich informiert, dass aus ihrer Sicht gegen die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) verstoßen wurde. Dies sei „die erste Stufe bei der Eröffnung eines Verletzungsverfahrens“.

Das Bundesumweltministerium bestätigte das Schreiben und die Verfahrenseröffnung, über das die „Mitteldeutsche Zeitung“ (Mittwochsausgabe) berichtet hatte. Naturschutzgebiete sind in Deutschland Ländersache. Kommt es zu keiner Einigung, droht ein Justizverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof, das Strafzahlungen zur Folge haben könnte – zahlen müssten dann letztlich die Länder.

Deutschland habe zwei Monate Zeit für eine Antwort auf das Schreiben aus Brüssel vom Februar, erklärte die Kommissionssprecherin. Brüssel werde dann „über weitere Schritte entscheiden.“ Derzeit sei es „noch zu früh“ zu sagen, ob es zu einem Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof kommen werde.

Im Detail geht es darum, dass Deutschland Brüssel nun bis Ende April insbesondere Zeitpläne für die rechtliche Sicherung der Gebiete vorlegen muss. Laut „Mitteldeutscher Zeitung“ will Deutschland die Versäumnisse zwar beseitigen, sich aber dafür bis 2022 Zeit lassen. Dies sei für den zuständigen Kommissar Karmenu Vella aber „nicht akzeptabel“.

Die Naturschutzorganisation Nabu begrüßte das Vorgehen der EU. Die FFH-Richtlinie sei bereits 1992 verabschiedet worden. Damals habe sich Deutschland verpflichtet, Schutzgebiete für EU-weit bedrohte Tier- und Pflanzenarten sowie ihre Lebensräume auszuweisen, rechtlich zu sichern und Maßnahmen zu ihrer Pflege festzulegen, erklärte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Es sei ein „Trauerspiel“, dass mehr als zwanzig Jahre später und fünf Jahre nach Ende der offiziellen Frist erst für die Hälfte aller in Deutschland betroffenen Gebiete ein Managementplan existiere.

CALL FOR PAPERS – CSR und interne Kommunikation: Forschung, Praxis und Beratung

Köln (csr-partner) – Der Sammelband der Management-Reihe “Corporate Social Responsibility” des SpringerGabler Verlags wird herausgegeben von Riccardo Wagner, Nicole Roschker und Alexander Moutchnik. Im „Call für Papers“ heißt es u.a.: „Der entscheidenden Rolle der internen Kommunikation bei der Umsetzung von CSR wurde bislang vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit sowohl in der Fachpresse als auch in der angewandten Forschung gewidmet. Der geplante Sammelband wird diese Forschungs- und Praxislücke durch die Behandlung folgender Kernfragen schließen: Welche Herausforderungen und Chancen bringt die Vermittlung von CSR für die interne Kommunikation mit sich? Welche Hindernisse und Risiken gibt es bei der Umsetzung und wie kann diese gelingen?“

Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Beratung sind eingeladen, Themenvorschläge und Abstracts mit Kernthesen bei einem der Herausgeber des Sammelbands bis spätestens 15. Juli 2015 elektronisch einzureichen. Die Veröffentlichung des Sammelbandes „CSR und interne Kommunikation“ ist im Frühjahr 2016 geplant.

Weitere Infos bei Riccardo Wagner, wagner@betterrelations.de

Oikocredit legt positive Jahresbilanz vor

Frankfurt (csr-news) > 2014 konnte die internationale Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit die Finanzierungen für Partnerorganisationen in Entwicklungsländern um 24 Prozent auf 735 Millionen Euro steigern. Wie das Unternehmen mitteilte, kommt das Kapital von mehr als 53.000 Menschen und Organisationen weltweit. In Deutschland haben über 22.500 Privatpersonen und Organisationen 350 Millionen Euro bei Oikocredit investiert, 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit ihrer Gründung vor vierzig Jahren hat Oikocredit 1.670 Partnerorganisationen mit Finanzierungen von insgesamt 2,1 Milliarden Euro unterstützt.

Neben die bisherigen Schwerpunkte Mikrofinanz und Landwirtschaft trat 2014 die Förderung erneuerbarer Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern. Dabei geht es zum einen um größere Anlagen, die Elektrizität ins Netz liefern und dazu beitragen, den wachsenden Energiebedarf in diesen Ländern zu decken und die Abhängigkeit von teuren und umweltschädlichen fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Zum anderen finanziert Oikocredit kleinere netzferne Anlagen sowie Hersteller von Solarsystemen und -lampen für Haushalte abseits der Stromnetze. Bis Ende 2016 sollen so weltweit 50 Millionen Euro in erneuerbare Energien investiert werden.

Nigeria gründet Entwicklungsbank

Frankfurt (csr-news) > Der Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) die nach KfW-Vorbild neu gegründete nigerianische Entwicklungsbank Development Bank of Nigeria (DBN). Die neue Bank wird lokale Geschäftsbanken, Mikrobanken und Leasinggesellschaften in allen Landesteilen gemäß dem bewährten Durchleitungsprinzip refinanzieren. Diese wiederum reichen Kredite an nigerianische kleine und mittlere Unternehmen, insbesondere auch im landwirtschaftlichen Bereich, aus und verbessern damit deren Zugang zu Finanzierungen. „Die neue Entwicklungsbank soll zur Armutsbekämpfung beitragen, das große Potenzial des Privatsektors in Nigeria und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes stärken. Das damit einher gehende Wachstum von beschäftigungsintensiven kleinen und mittleren Unternehmen wird sich stabilisierend und konfliktmindernd auswirken“, sagte Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe. Der deutsche Beitrag aus KfW-Eigenmitteln beträgt 200 Mio. USD. Darüber hinaus sind weitere internationale Investoren wie die Weltbank (500 Mio. USD) die African Development Bank (50 Mio. USD Eigenkapital und 450 Mio. USD Fremdkapital), die Agence Française de Développement (100 Mio. USD Fremdkapital) und die nigerianische Regierung selbst mit 300 Mio. USD Eigenkapital beteiligt.