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Europaweite Kampagne für verantwortlichen Rohstoff-Abbau gestartet

Dreizehn Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen aus Europa und Mittelamerika haben die Kampagne „Stop Mad Mining“ gestartet.

Berlin (csr-news) > Dreizehn Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen aus Europa und Mittelamerika haben die Kampagne „Stop Mad Mining“ gestartet. Damit soll ein Zeichen gegen die menschenverachtende und umweltzerstörende Gewinnung von Bodenschätzen auf der Südhalbkugel gesetzt werden, heißt es in Mitteilung der Organisatoren. Unter dem Motto „For Ethical Mining and Resource Consumption“ engagieren sich die Kampagnenorganisationen für die Rechte der Bevölkerung in Abbauländern und für den Schutz der Natur. Ein wichtiger Adressat ist dabei die Europäische Union. „Die EU muss endlich verbindliche Regeln zur Einhaltung von Menschenrechten schaffen, damit der Abbau von sogenannten Konfliktmineralien für IT-Geräte oder Fahrzeuge nicht länger mit katastrophalen Arbeitsbedingungen und der Schädigung von Mensch und Natur einhergeht, oder gar Bürgerkriege finanziert“, fordert Anna Backmann, Kampagnen-Referentin bei der Menschenrechtsorganisation Christliche Initiative Romero (CIR). Ein Kampagnenziel ist es daher an die EU zu appellieren, die geplante EU-Verordnung zur Eindämmung des Handels mit Konfliktmineralien zu verschärfen. „Der aktuelle Entwurf der Verordnung ist ein zahnloser Tiger“, so Michael Reckordt von der Umweltorganisation PowerShift. „Er setzt auf Freiwilligkeit der betroffenen Unternehmen, statt verbindliche Regelungen für die gesamte Lieferkette zu etablieren, wie es in den USA und einigen afrikanischen Staaten bereits vorgeschrieben ist“. Gemeinsam mit ihrem Partner CRIPDES aus El Salvador macht sich die Kampagne auch dafür stark, dass das Veto-Recht von Anrainergemeinden gegen geplante Abbauprojekte respektiert wird. Die Kampagne „Stop Mad Mining“ soll bis 2017 laufen.