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CSR NEWS briefly vom 30. März 2015

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Deutschland soll ILO-Übereinkommen ratifizieren

Berlin (csr-news) – Der Bundesrat setzt sich für einen verbesserten Schutz eingeborener und in Stämmen lebender Völker ein. In einer am 27. März 2015 gefassten Entschließung macht er seine Auffassung deutlich, dass Deutschland das sogenannte ILO-Übereinkommen 169 ratifizieren sollte. Die Bundesregierung wurde von den Ländern gebeten, die hierfür erforderlichen Schritte einzuleiten. Der Bundesrat betont, dass das Übereinkommen als einziges internationales Vertragswerk einen umfassenden Schutz der Rechte indigener Bevölkerung zum Gegenstand hat. Es sei die Grundlage zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen. Eine Ratifizierung durch Deutschland hätte zudem eine deutliche Signalwirkung an andere Länder, so die Begründung der Länderkammer.

Umfrage: Mehrheit der Deutschen gegen Ausweitung der Braunkohle-Förderung

Berlin (csr-news) – Die Bundesbürger stehen der Braunkohle-Förderung ablehnend gegenüber. Neue Tagebaue, wie sie derzeit in Garzweiler und in der Lausitz geplant sind, lehnen zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten ab. Fast jeder Fünfte (18 Prozent) fordert eine sofortige Stilllegung aller Tagebaue und Braunkohle-Kraftwerke. Lediglich 17 Prozent befürworten neue Abbaugebiete. Dies geht aus einer repräsentativen YouGov-Umfrage unter 1.000 Bundesbürgern im Auftrag von WWF und LichtBlick hervor. Die Skepsis der Deutschen wendet sich nach der Umfrage auch gegen Kohlemeiler insgesamt. Danach befürworten 67 Prozent das Auslaufen der Kohleverstromung. 19 Prozent der Befragten sprechen sich sogar für eine zügige Abschaltung aller Kohlekraftwerke aus. 48 Prozent wollen im ersten Schritt nur die am stärksten umweltbelastenden Anlagen vom Netz nehmen.

Immobilieninvestoren legen Wert auf Nachhaltigkeit

Frankfurt (csr-news) – Für 70 Prozent aller Immobilieninvestoren steht die Nachhaltigkeit mit an erster Stelle bei der Auswahl von geeigneten Objekten. Dies ist das Ergebnis der aktuellen EMEA Investor Intentions Studie 2015 des Immobilienberatungsunternehmens CBRE. Diese Zahl steigt sogar auf 85 Prozent der Befragten, darunter Fonds- und Assetmanager, Pensions- und Staatsfonds, Versicherungen, REITs, Private-Equity- sowie Venture-Capital-Unternehmen, wenn Kaufabsichten konkret werden und Nachhaltigkeitsaspekte in den Prüfungsprozess integriert werden. „Diese Zahlen unterstreichen die hohe Bedeutung von Nachhaltigkeit für Immobilieninvestoren“, sagt Fabian Klein, Head of Investment bei CBRE. Wird der institutionelle Bereich isoliert betrachtet, so sind die Ergebnisse noch deutlicher: Für rund 85 Prozent der Pensions- und Staatsfonds sowie Versicherungen ist der Nachhaltigkeitsaspekt ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl von geeigneten Investitionsobjekten. „Diese Entwicklung geht einher mit der für institutionelle Investoren wachsenden Bedeutung eines langfristigen Anlagehorizonts und einer verantwortungsvollen, sozialen und unternehmerischen Komponente“, so Klein. Auch der Global Real Estate Sustainability Benchmark (GRESB), der die Nachhaltigkeitsleistung von Immobilienunternehmen und -fonds weltweit in ein Verhältnis stellt, erhöht die Sensibilität dieses Themas bei Eigentümern und Entwicklern. Bestimmungen wie die Energieeinsparverordnung inklusive Mindestanforderungen an die Gesamtenergieeffizienz stehen daher im besonderen Fokus von Entwicklern und Eigentümern.

Nachhaltigkeitsberichte – Glauben Sie immer das, was Sie lesen?

Berlin (csr-partner) – Die ersten Nachhaltigkeitsberichte der diesjährigen Saison wurden bereits veröffentlicht. Sie sollen Transparenz ermöglichen und den Stakeholdern signalisieren, dass dem wirtschaftlichen Erfolg verantwortliches Handeln zugrunde liegt. Doch wie glaubwürdig schätzen wir die Berichte ein? Was muss getan werden, das notwendige Vertrauen zu gewinnen? Eine Kolumne dazu von Bernd Lorenz Walter >> lesen Sie hier.

Millionen Menschen schalten weltweit zur „Earth Hour“ das Licht aus

Berlin (afp) – Anlässlich der Klimaschutzaktion „Earth Hour“ haben am Samstag Millionen von Menschen weltweit für eine Stunde das Licht ausgeschaltet. In Deutschland ging unter anderem am Brandenburger Tor in Berlin die Beleuchtung aus. Aktivisten formten dort aus Kerzen den Schriftzug „Save our climate! Now!“ Auch der Pariser Eiffelturm blieb ab 20.30 Uhr unbeleuchtet, aus Sicherheitsgründen allerdings nur für fünf Minuten. In der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro versank die Christus-Statue im Dunkeln und auch am Kreml in Moskau und in den Hochhaustürmen im Zentrum Hongkongs wurden die Lichter gelöscht.

Die 2007 im australischen Sydney gestartete „Earth Hour“ soll die Forderung nach verstärkten Anstrengungen zum Schutz von Klima und Umwelt unterstreichen. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF fand die Aktion in diesem Jahr in mehr als 7000 Städten in 172 Ländern statt. Demnach hüllten sich fast 40 Unesco-Welterbestätten ins Dunkel. In Deutschland hatten 226 Städte und Gemeinden ihre Teilnahme zugesagt. Auch Privathaushalte waren aufgefordert, bei der „Earth Hour“ mitzumachen.

Agrarminister Schmidt will Kükenschreddern bis 2017 beenden

Berlin (afp) – Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will in spätestens zwei Jahren das massenhafte Töten männlicher Küken in Deutschland beenden. „Ab Ende 2016 sollen die ersten ‚tötungsfreien‘ Bruteier auf den Markt kommen. Mein Ziel ist es, dass das Kükenschreddern 2017 aufhört, aber dazu muss die Wirtschaft mithelfen“, sagte Schmidt der „Bild“-Zeitung (Montagsausgabe). Das technische Verfahren stehe kurz vor dem Abschluss.

Schmidt hatte im Februar angekündigt, bis Ostern einen Zeitplan zum Ende des so genannten Kükenschredderns vorzulegen. Bislang werden männliche Küken nach dem Schlüpfen getötet, da sie wirtschaftlich keinen Nutzen bringen. Dies betrifft jährlich über 40 Millionen Küken. Tierschützer protestieren seit längerem dagegen.

Schmidt sagte, sollten alle Prüfungen des technischen Verfahrens positiv verlaufen, „müssen dann schnellstmöglich in den Brütereien die entsprechenden Geräte angeschafft werden, damit es kein Schreddern mehr geben wird“. Die neue Methode soll bereits am Ei erkennbar machen, ob sich daraus ein männliches oder weibliches Küken entwickelt. So soll verhindert werden, dass die männlichen Küken überhaupt schlüpfen.

Wie Schmidt sagte, erwartet er keine erheblichen Preissteigerungen für die Verbraucher. „Die Methode, die wir fördern, ist die billigste. Der Preis für ein Ei wird um maximal ein bis zwei Cent steigen.“