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Ökostrom weltweit auf dem Vormarsch

Der Ausbau der weltweiten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen schreitet weiter voran. Im vergangenen Jahr wurden 270 Milliarden US-Dollar in die Ökostromerzeugung investiert, eine Steigerung um 17 Prozent. Damit konnte fast der bislang beste Werte aus dem Jahr 2011 erreicht werden, in dem 279 Milliarden US-Dollar in den Bereich der Erneuerbaren Energien flossen. Das sind die Ergebnisse des „Global Trends in Renewable Energy Investment 2015“ Report, den die Frankfurt School of Finance & Management und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) veröffentlicht haben.

Frankfurt (csr-news) > Der Ausbau der weltweiten Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen schreitet weiter voran. Im vergangenen Jahr wurden 270 Milliarden US-Dollar in die Ökostromerzeugung investiert, eine Steigerung um 17 Prozent. Damit konnte fast der bislang beste Werte aus dem Jahr 2011 erreicht werden, in dem 279 Milliarden US-Dollar in den Bereich der Erneuerbaren Energien flossen. Das sind die Ergebnisse des „Global Trends in Renewable Energy Investment 2015“ Report, den die Frankfurt School of Finance & Management und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (Unep) veröffentlicht haben.

Vor allem Solaranlagen in China und Japan sowie Rekordinvestitionen in Offshore-Windprojekte in Europa sind die Ursache für das stark gestiegene Investitionsvolumen. Mit einem Investitionsvolumen von 11,4 Milliarden US-Dollar verbleibt Deutschland im Jahr 2014 im Länderranking auf Platz fünf. Vor allem die Nachfrage nach kleineren Solaranlagen ist erneut stark gefallen, und zwar um 34 Prozent auf rund 3 Milliarden US-Dollar. Damit rutscht Deutschland in diesem Bereich auf den vierten Platz hinter Japan, den USA und China, die alle einen Zuwachs bei den kleineren Solaranlagen verzeichnen konnten. Als Grund für den Rückgang nennen die Autoren die mittlerweile reduzierte Attraktivität von Aufdachanlagen, auch nach Einführung der Eigenverbrauchssteuer für Solaranlagen mit weniger als zehn Kilowatt. Aufgefangen wurde dieser Rückgang durch einen deutlichen Anstieg von Investitionen in Offshore-Windprojekte.

„Der Wiederaufschwung von Gesamtinvestitionen in Erneuerbare Energien auf nahezu das Rekordinvestitionsniveau von 2011 ist ein erfreulicher Trend“, so Silvia Kreibiehl, Leiterin des Frankfurt School – UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance. Etwa 92 Prozent der Investitionen flossen in Solar- und Windkraftwerke. So konnte die weltweit neu installierte Kraftwerkskapazität zu 49 Prozent durch erneuerbare Energiequellen erzielt werden, Wasserkraftanlagen sind dabei nicht berücksichtigt. Damit stieg der Anteil der aus Erneuerbaren Energien erzeugten Strommenge an der weltweiten Gesamterzeugung von 8,5 Prozent im Jahr 2013 auf einen Rekordwert von 9,1 Prozent im Jahr 2014. In Deutschland liegt dieser Wert durch die bereits hohen getätigten Investitionen in der Vergangenheit bei rund 28 Prozent. Ohne diese Entwicklung wären die energiebedingten CO2-Emissionen weltweit etwa 1,3 Milliarden Tonnen höher gewesen. Dies entspricht ungefähr den doppelten jährlichen Emissionen der Weltluftfahrtindustrie. Einen erheblichen Anteil daran haben auch die Investitionen in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Sie stiegen gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent von 97 Milliarden US-Dollar auf 131,3 Milliarden US-Dollar. Investitionen in den Industrieländern stiegen um drei Prozent von 135 Milliarden US-Dollar auf 138,9 Milliarden US-Dollar. Damit ist die Aufteilung der Gesamtinvestitionen zwischen den Industrie-, Entwicklungs- und Schwellenländern nahezu 50:50.

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Quelle: „Global Trends in Renewable Energy Investment 2015“ Report

Dennoch hemmen Unsicherheiten über staatliche Rahmenbedingungen und den in vielen Ländern notwendigen Strukturwandel im Strommarkt Investitionen in volatile Erneuerbare Energien. Diese Herausforderung betrifft insbesondere auch Deutschland. „In Ländern wie Großbritannien und Deutschland zeigte sich zudem der Trend, sich von einfachen Einspeisetarifen und grünen Zertifikaten zu entfernen und Obergrenzen für förderbare Erneuerbare Energien einzuführen, um volatile Erneuerbare Energien in der jetzigen Strommarktstruktur kosteneffizient im Gesamtmarkt nutzen zu können“, erläutert Silvia Kreibiehl. Die zunehmende Verbreitung von Wind- und Solarenergie im Erzeugungsmix führte in vielen Ländern zu strukturellen Herausforderungen mit Stromnetzen und Versorgungsunternehmen. „So entsteht insbesondere in Deutschland, wo Erneuerbare Energien einen großen Anteil der Energiegewinnung ausmachen, in besonders windigen Nächten ein Überangebot. Dieses Überangebot lässt den Großhandelspreis für Strom unter null sinken und stellt die Markteilnehmer vor erhebliche Herausforderungen“, so Ulf Moslener, Mitherausgeber des GTR und Forschungsleiter des Frankfurt School – UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance.“Die dann recht niedrigen und schwankenden Börsenpreise für Strom führen zu einer schlechteren Rendite für Betreiber konventioneller Kraftwerke und machen Neuinvestitionen unattraktiv. Sie wären aber für windstille, bedeckte Tage wichtig.“

Die meisten Investitionen, nämlich fast ein Drittel der Gesamtsumme, wurden in China getätigt. Mit einem Investitionszuwachs um 39 Prozent auf 83,3 Milliarden US-Dollar konnte China seine Spitzenposition im Länderranking weiter ausbauen. Der relative Anteil der europäischen Investitionen an den Gesamtinvestitionen sank von einem Viertel auf nahezu ein Fünftel. Hier stagnierten die Investitionen mit 57,5 Milliarden US-Dollar gegenüber dem Vorjahr. Ein großer Teil der Investitionssumme floss in sieben große Offshore-Windprojekte. Die Investitionen in den USA stiegen um sieben Prozent von 36 Milliarden US-Dollar auf 38,3 Milliarden US-Dollar. In der Region Asien-Pazifik wurden, ohne Indien und China, 48,7 Milliarden US-Dollar investiert, ein Anstieg um neun Prozent. Ein wesentlicher Höhepunkt im Jahr 2014 war die anhaltende Verbreitung von Erneuerbaren Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern. Zusätzlich zum Spitzenreiter China befinden sich auch Brasilien (Steigerung um 97 Prozent auf 7,6 Milliarden US-Dollar), Indien (Zunahme um 13 Prozent auf 7,1 Milliarden US-Dollar) und Südafrika (Zuwachs um fünf Prozent auf 5,5 Milliarden US-Dollar) im Länderranking der Top 10 Investitionsländer.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des „Global Trends in Renewable Energy Investment 2015“ Report zum Download.