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CSR NEWS briefly vom 2. April 2015

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Deutsche Aktionstage für mehr Nachhaltigkeit: Plattform startet

Berlin (csr-news) – Mit den „Deutschen Aktionstagen Nachhaltigkeit“ vom 30. Mai bis 5. Juni will der Rat für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung ein gemeinsames Zeichen für mehr nachhaltige Entwicklung setzen. Das erfordert eine breite Beteiligung verschiedenster gesellschaftlicher Gruppen – auch der Unternehmen. Seit dem 1. April können Mitwirkende ihre Aktionen auf der Website www.aktionstage-nachhaltigkeit.de eintragen. Wie Unternehmensbeteiligung aussehen kann, zeigte im vergangenen Jahr der Biomarkt TEMMA: Er lud zu einem Gespräch über Nachhaltigkeit mit Bio-Lieferanten und einem Unternehmensvertreter ein. Die Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit finden im Rahmen der erstmals ausgetragenen Europäischen Nachhaltigkeitswoche (www.esdw.eu) statt.

Über die Hälfte der Deutschen machten 2014 Fortbildung

Berlin (afp) – Mehr als die Hälfte aller Bundesbürger im erwerbsfähigen Alter haben 2014 mindestens eine Weiterbildung absolviert. Im Vergleich zu 2012 stieg die Weiterbildungsbeteiligung um zwei Prozent, wie aus einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Studie, dem sogenannten Adult Education Survey (AES) 2014, hervorgeht. „Lebenslanges Lernen liegt im Trend“, erklärte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU).

Dem Bildungsministerium zufolge überwiegt in Deutschland die betriebliche Weiterbildung. Zwei Drittel aller Weiterbildungen fallen darunter. Unter den Erwerbstätigen sei die Beteiligung mit 58 Prozent deshalb auch am höchsten. Aber auch in Gruppen, die bislang wenig vom lebenslangen Lernen profitiert hätten, sei die Quote gestiegen: 44 Prozent der Un- und Angelernten hätten im vergangenen Jahr an einer Weiterbildung teilgenommen – sieben Prozent mehr als 2012.

Ebenfalls aufgeholt haben demnach die Frauen. Während die Teilnahmequote bei den Erwerbstätigen schon im letzten AES ausgeglichen war, beteiligen sich nun auch in der Bevölkerung insgesamt Männer und Frauen gleich häufig an Weiterbildung. Die Studie wird seit 2007 im Abstand von zwei Jahren organisiert.

Textilindustrie: Handbuch zeigt Wege zu besseren Arbeitsbedingungen

Amsterdam (csr-news) > Um bessere Arbeitsbedingungen in Textilfabriken zu ermöglichen hat die Fair Wear Foundation (FWF) mit Unterstützung der Schweizer Hilfsorganisation „Brot für alle“ einen Factory Guide entwickelt. Das Online-Handbuch richtet sich direkt an das Management der Produktionsfirmen und ergänzt die Managementtrainings im Schulungsprogrammes der FWF. Oft würden den Betriebsleitern vor Ort Kenntnisse und Anleitungen fehlen, um Missstände zu beheben, so die Initiatoren. Mit dem neuen Factory Guide werden ihnen mit interaktiven Grafiken, Videos und Fragen auf einfache und unterhaltsame Art Möglichkeiten für Verbesserungen erläutert. Wer das Training sorgfältig durchgearbeitet hat, wird mit einer Anerkennungsurkunde belohnt. Anhand von Good-Practice-Beispiele soll aufgezeigt werden, was bereits jetzt möglich ist. Die Organisation FWF überprüft die Arbeitsbedingungen in den Fabriken bis in die Läden der Modemarken. Zusammen mit den rund 80 Mitgliedfirmen mit insgesamt 120 Marken werden konkrete Verbesserungen umgesetzt. Als Mitglied der FWF arbeiten die Modefirmen eng mit ihren Lieferanten zusammen und begleiten die Verbesserungen in den Fabriken.

IPU-Versammlung verabschiedet Erklärung zur nachhaltigen Entwicklung

Hanoi (csr-news) > In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi ging die 132. Versammlung der Interparlamentarischen Union (IPU) mit einer Erklärung zur Umsetzung nachhaltiger Entwicklung zu Ende. Über 700 Parlamentarier aus aller Welt bekräftigen darin ihre Vision einer menschenzentrierten nachhaltigen Entwicklung. Diese muss auf der Verwirklichung aller Menschenrechte, der Beseitigung von Armut und aller Ungleichheiten aufbauen. In der Erklärung von Hanoi werden Regierungen aufgefordert, bei Verhandlungen über die zukünftigen Entwicklungsziele den Zusammenhang zwischen nachhaltiger Entwicklung, demokratischer Regierungsführung und der Einhaltung von Menschenrechten zu berücksichtigen. Die Post 2015 UN-Deklaration sollte auf den Aufbau starker öffentlicher Institutionen abzielen, inklusive Parlamenten, die auch die Befähigung und Kapazitäten haben, die Ergebnisverantwortung sicherzustellen. Die deutsche Delegation der IPU besteht aus acht Mitgliedern unter der Leitung von Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Fish Dependence Day 2015: Fischbestände schützen, nachhaltige Fischerei stärken

Berlin (csr-news) > Ab Ostermontag ist Fischverzehr in Deutschland rechnerisch nur noch durch Einfuhren gedeckt. Die Fänge der deutschen Fischer sind dann aufgebraucht. Auf europäischer Ebene sieht es ähnlich aus: Schon jeder zweite in Europa konsumierte Fisch wird außerhalb der EU gefangen. Darauf weisen die Organisationen Brot für die Welt, Fair Oceans und Slow Food hin. Vor allem Kleinfischer und damit traditionell vom Fischfang lebende Küstengemeinden in Entwicklungsländern seien durch diese Entwicklung bedroht. Die Organisationen appellieren an die Bundesregierung, sich für ein nachhaltiges Fischereimanagement in Europa im Rahmen der neuen Gemeinsamen Fischereireform, einen verantwortungsvollen Fischkonsum und eine Fischerei- und Handelspolitik einzusetzen, die die Interessen der Menschen in Entwicklungsländern wahrt.

Über 1,1 Mio. Tonnen Fisch und Meeresfrüchte werden pro Jahr in Deutschland verzehrt, doch nicht einmal eine Viertelmillion Tonnen werden unter deutscher Flagge gefangen oder hier in Teichen und Aquakulturbetrieben produziert. Dieses hohe, nur auf dem Weltmarkt zu deckende Konsumniveau trägt global zur Überfischung bei. Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland: „Es gibt über 25.000 genießbare Fischarten, aber nur etwa 20 finden sich in unseren Fischtheken. Eine Alternative bieten regionale, oft nicht so bekannte Fischsorten wie etwa die Schleie. Vielfalt auf dem Teller kann helfen, die Vielfalt im Wasser zu schützen.“ Aquakulturen, die die hohe Nachfrage decken sollen, sind jedoch keine Lösung. Hudson: „Aquakultur ist fast immer Massentierhaltung. Fische werden mit Fischmehl gemästet, für das Fische verarbeitet werden. Das ist in keiner Weise nachhaltig.“

Der Fish Dependence Day wird jährlich von der britischen New Economics Foundation (nef) ermittelt, die ihren neuen Bericht über den aktuellen Stand der Selbstversorgung mit Fisch und Meeresfrüchten in den EU-Mitgliedsstaaten in der nächsten Woche veröffentlicht.

Bericht der EU-Kommission über Bürgerinitiativen

Brüssel (csr-news) > In den vergangenen drei Jahren haben sich schätzungsweise sechs Millionen Bürger an einer Europäischen Bürgerinitiative beteiligt. Die Bürgerinitiative, eine Art Volksbegehren auf EU-Ebene, ist das Instrument, mit dem Bürger Europas den EU-Gesetzgeber unmittelbar mit Themen befassen können, die ihnen am Herzen liegen. Sie wurde mit dem Vertrag von Lissabon eingeführt und ist seit dem 1. April 2012 wirksam. Nun hat die EU-Kommission erstmals Bilanz gezogen und die Ergebnisse in einem Bericht veröffentlicht. Wie dem Bericht zu entnehmen ist, wurden in den vergangenen drei Jahren 51 Bürgerinitiativen bei der Kommission zur Registrierung angemeldet. 31 von ihnen wurden registriert, weil die Voraussetzung einer Kommissionszuständigkeit erfüllt war. Bislang haben 3 Initiativen die Schwelle von einer Million Unterschriften („Unterstützungsbekundungen“) erreicht. Zwei davon haben bereits eine offizielle Antwort der Kommission erhalten: „Wasser und sanitäre Grundversorgung sind ein Menschenrecht. Wasser ist ein öffentliches Gut, keine Handelsware“ („Right2Water“) und „Einer von uns“ („One of us“). Die dritte Initiative („Stop Vivisection“) wird derzeit durch die Kommission überprüft und soll bis zum 3. Juni 2015 eine Antwort erhalten. Die Initiative „Right2Water“ hat alleine in Deutschland über 1,2 Millionen Unterschriften erzielen können. Bei 12 Initiativen ist die Frist für die Sammlung von Unterstützungsbekundungen abgelaufen, ohne dass die notwendige Mindestzahl an Unterschriften erreicht wurde. Bei drei Initiativen läuft die Frist noch, und die übrigen 10 wurden von den Organisatoren zurückgezogen. Die Tatsache, dass zwei Initiativen den gesamten Lebenszyklus einer Europäischen Bürgerinitiative durchlaufen haben, wertet die Kommission als Bestätigung, dass dieses Instrument der Bürgerbeteiligung funktioniert. Allerdings wird auch betont, dass die Verfahren weiter verbessert werden können.

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