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Oxfam: Weltbank-Tochter verursacht Menschenrechtsverletzungen mit

Ein Bündnis aus zwölf Nichtregierungsorganisationen wirft der Weltbank-Tochter IFC vor, mit Investitionen in Milliardenhöhe weltweit Menschenrechtsverletzungen zu verursachen.

Berlin (afp) – Ein Bündnis aus zwölf Nichtregierungsorganisationen wirft der Weltbank-Tochter IFC vor, mit Investitionen in Milliardenhöhe weltweit Menschenrechtsverletzungen zu verursachen. Die Internationale Finanz-Corporation (IFC) schätze Risiken ihrer Geschäfte mit Banken oder Fonds „falsch ein“ und ergreife keine Maßnahmen, um die ärmsten Bevölkerungsgruppen zu schützen, teilte die Entwicklungsorganisation Oxfam am Donnerstag in Berlin mit. Gemeinsam mit den anderen Organisationen veröffentlichte Oxfam einen Bericht mit Fallstudien aus mehreren Ländern, die die Praxis der IFC belegen sollen.

Die IFC, an der Deutschland als Gründungsmitglied mit rund fünf Prozent beteiligt ist, hat die Aufgabe, die Entwicklung des Privatsektors in Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern. Über 60 Prozent ihrer Investitionen wickelt sie den Organisationen zufolge über die private Finanzwirtschaft ab. In den meisten Fällen wisse weder die Öffentlichkeit noch die IFC selbst, wo das Geld verbleibe. „Die Darlehenspraxis der IFC bleibt völlig im Dunkeln“, erklärte Knud Vöcking von der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald.

Einige der Investitionen würden armen Menschen in Schwellen- oder Entwicklungsländern schaden. So habe die IFC im Jahr 2008 hundert Millionen Dollar in den indischen Infrastrukturfonds investiert. Dieser wiederum habe ein Teil des Geldes dafür genutzt, um ein Kraftwerk im indischen Bundesstaat Odisha mitzufinanzieren. Durch den Bau des Kraftwerks haben demnach knapp 1300 Familien bewässertes Ackerland verloren, obwohl ein Gesetz in Odisha die Umnutzung von Ackerland in industriell genutztes Land verbiete.

Ähnliches sei in anderen Ländern passiert, bemängeln die Organisationen. „Unser Bericht zeigt klar und deutlich, dass die IFC die sozialen und ökologischen Risiken von Projekten teilweise selbst als hoch einschätzt, aber trotzdem keine geeigneten Maßnahmen ergreift, um dem zu begegnen“, erklärte David Hachfeld von Oxfam.

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