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BDI-Chef Grillo kritisiert Sympathiebekundungen für Russland

“Auch wir sollten unseren Beitrag zur Stabilisierung der internationalen Ordnung leisten”, schrieb Grillo darin laut “Welt” vor dem Hintergrund des Konflikts um das russische Vorgehen in der Ukraine.

Berlin (afp) – BDI-Chef Ulrich Grillo hat Sympathiebekundungen deutscher Unternehmen für die Politik Russlands oder auch Chinas kritisiert. Signale aus der Wirtschaft, wonach das russische Verhalten nachvollziehbar oder gar gerechtfertigt sei, “tragen definitiv nichts zur Konfliktlösung oder gar zur Wiederherstellung der europäischen Friedensordnung bei”, schrieb Grillo laut einem Bericht der Zeitung “Die Welt” vom Samstag in einem internen Brief an rund 1000 Unternehmensvertreter.

“Auch wir sollten unseren Beitrag zur Stabilisierung der internationalen Ordnung leisten”, schrieb Grillo darin laut “Welt” vor dem Hintergrund des Konflikts um das russische Vorgehen in der Ukraine. Betriebswirtschaftliche Erwägungen müssten hinter Wirtschaftssanktionen “zurückstehen”, mit denen auf Völkerrechtsverstöße reagiert werde. Die westlichen Sanktionen wegen der Annexion der Krim durch Russland sowie der Unterstützung bewaffneter Separatisten in der Ostukraine waren von deutschen Unternehmensvertretern teilweise kritisiert worden.

Auch im Umgang mit China mahnte Grillo die Wirtschaft zur Zurückhaltung. Zwar könne er verstehen, wenn man beeindruckt sei von der Schnelligkeit der chinesischen Regierung. “Wer aber Fünf-Jahres-Pläne und planwirtschaftliche Eingriffe lobt, muss sich bewusst sein, dass diese im Widerspruch zu Prinzipien stehen, auf deren Fundament unsere marktwirtschaftliche Ordnung aufbaut.”