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Indien misst Luftverschmutzung in verpesteten Städten wie Neu Delhi

Die indischen Behörden wollen die hohe Luftverschmutzung in den Metropolen des Landes künftig mit einem Index messen – konkrete Maßnahmen zur Senkung der Feinstaubbelastung bleiben sie aber schuldig. In zunächst zehn Städten wird die Luftverschmutzung gemessen werden, allen voran in der Hauptstadt Neu Delhi, wie Ministerpräsident Narendra Modi erläuterte. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Luft in Neu Delhi die schmutzigste weltweit.

Neu Delhi (afp) – Die indischen Behörden wollen die hohe Luftverschmutzung in den Metropolen des Landes künftig mit einem Index messen – konkrete Maßnahmen zur Senkung der Feinstaubbelastung bleiben sie aber schuldig. In zunächst zehn Städten wird die Luftverschmutzung gemessen werden, allen voran in der Hauptstadt Neu Delhi, wie Ministerpräsident Narendra Modi am Montag auf einer Umweltkonferenz vor Ort erläuterte. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Luft in Neu Delhi die schmutzigste weltweit.

Von Bhuvan Bagga

Studien verschiedener Institute zufolge sterben in der 1,2 Milliarden Einwohner zählenden Stadt jährlich mindestens 3000 Menschen frühzeitig, weil sie wegen der Feinstaubbelastung Krebs oder andere Lungen- oder Gefäßkrankheiten bekommen. Eigentlich sollte der neue Index ab Montag auf einer Regierungswebsite einzusehen sein, die farbige Skala reicht von guter Luftqualität bis zu schwerer Belastung. Der Zugang zur Seite war allerdings zunächst blockiert – wegen der hohen Zugriffszahlen, wie Regierungsmitarbeiter mutmaßten.

Umweltschützer und Gesundheitsaktivisten werfen der Regierung vor, sie messe zwar das Problem, unternehme aber nichts dagegen. “Es ist, als würde man einem Kranken ein Thermometer geben, anstatt ihn zu behandeln”, sagte die Ökologin Vandana Shiva bei der Konferenz in Neu Delhi. Greenpeace begrüßte zwar die Einführung des Index, forderte aber auch einen Handlungsplan, um die Verschmutzung zu verringern.

Premierminister Modi äußerte sich dazu vage. Zu seinen Vorschlägen gehört es, den Sonntag generell zum “Fahrradtag” zu erklären oder die Straßenbeleuchtung bei Vollmond nicht anzuschalten. “Das ist nur eine kleine Sache, aber können Sie sich vorstellen, wie viel Energie und Emissionen dadurch eingespart werden könnten?”, sagte er auf der Konferenz.