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NZZ: Enteignungen bei Bodenreform in Südafrika geplant

Die Neuauflage einer Bodenreform ist auch 20 Jahre nach dem Ende des Apartheid-Regimes eines der zentralen und umstrittensten Regierungsvorhaben in Südafrika. Das schreibt die Neue Züricher Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe.

Kapstadt (csr-news) > Die Neuauflage einer Bodenreform ist auch 20 Jahre nach dem Ende des Apartheid-Regimes eines der zentralen und umstrittensten Regierungsvorhaben in Südafrika. Das schreibt die Neue Züricher Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Obwohl anders geplant befinden sich die Agrarflächen des Landes überwiegend in der Hand der weißen Bevölkerung, nur rund 8 Prozent wurden umverteilt, während große Flächen brachliegen. Ein neuer Gesetzentwurf will nun den Grundbesitz auf 12 000 ha je Betrieb zu begrenzen. „Wer mehr hat, muss den Überschuss abgeben“, schreibt die Zeitung. Auch ausländische Investoren sind betroffen, sie dürfen demnach nur noch langfristig Land pachten, aber nicht mehr kaufen. Das seien politische Manöver im Kampf um Wählerstimmen, weil nicht einmal klar sei, ob das Vorhaben mit der Verfassung vereinbar sei, wird die Volkswirtin Nazmeera Moola zitiert. Auch der Landwirtschaftsverband wehrt sich der Zeitung zufolge gegen die Obergrenze. Man befürchtet diese könne zukünftig leichter gesenkt werden, zudem sei diese Grenzziehung durch den Staat ineffizient und ungerecht. „Ein Schafzüchter in der Karoo brauche viel mehr Land als ein Winzer am Kap, um profitabel zu sein“, wird eine Rechtsberaterin des Verbands zitiert. Aber es dürfe nicht nur Land verteilt werden, sagt Cousins, Professor an der Universität des Westkaps, in dem Beitrag, es sei viel wichtiger die neuen Landbesitzer auch mit Kapital, Betriebsmitteln und Wasser zu unterstützen.