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Die meisten Umweltschützer werden in Lateinamerika getötet

In keiner anderen Region werden mehr Umweltaktivisten und Gegner von Bodenprivatisierungen getötet, allein im vergangenen Jahr waren es drei Viertel aller 116 registrierten Fälle, wie die NGO Global Witness mitteilte.

San Francisco (afp) – Lateinamerika ist für Umweltschützer die gefährlichste Weltregion. In keiner anderen Region werden mehr Umweltaktivisten und Gegner von Bodenprivatisierungen getötet, allein im vergangenen Jahr waren es drei Viertel aller 116 registrierten Fälle, wie die in Großbritannien ansässige Nichtregierungsorganisation Global Witness am Montag mitteilte. Davon wurden allein 87 Morde in Lateinamerika begangen. Honduras sei für Umweltaktivisten insgesamt das gefährlichste Land.

Zwischen 2002 und 2014 wurden in Honduras mindestens 111 Aktivisten getötet, heißt es in dem >> Bericht mit dem Titel “How Many More?” Wird allein das vergangene Jahr zugrunde gelegt, steht Brasilien mit 29 Getöteten an der Spitze, gefolgt von Kolumbien mit 25 Toten, den Philippinen mit 15 und Honduras mit zwölf. Bei rund 40 Prozent der Opfer handele es sich um Ureinwohner. Für Kämpfer um Bodenrechte ist nach Angaben der NGO Südostasien die gefährlichste Weltregion.

“In Honduras und weltweit werden Umweltaktivisten am hellichten Tage erschossen, entführt, bedroht oder als Terroristen angeklagt, weil sie sich der sogenannten Entwicklung entgegenstellen”, sagte der Global-Witness-Vertreter Billy Kyte. Die Hintermänner dieser Verbrechen, eine “machtvolle Verbindung von Unternehmens- und Staatsinteressen”, entkämen “ungestraft”. Kyte forderte, dass die Regierungen mehr für den Schutz von Umweltaktivisten tun müssten.