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FAZ: Eine große Koalition gegen CO2-Ziele

Im Streit um Klimaziele verbünden sich Gewerkschafter mit Autolobbyisten, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe.

München (csr-news) > Im Streit um Klimaziele verbünden sich Gewerkschafter mit Autolobbyisten, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Es geht um die Kohlendioxid-Grenzwerte, die nach den Vorstellungen dieser Koalition möglichst erst 2017 von Brüssel festgelegt werden sollten. Wie die Zeitung schreibt, hätte VW-Chef Martin Winterkorn schon vor einem halben Jahr vor einer weiteren Verschärfung gewarnt. Er bezifferte die Kosten für jedes eingesparte Gramm CO2 auf fast 100 Millionen Euro. Längst seien in Brüssel alle Autolobbyisten vorstellig geworden, genauso wie die IG Metall. Ähnlich wie die Automobilindustrie argumentiert sie mit Arbeitsplätzen, die in Gefahr gerieten, würde eine zu schnelle und straffe Regelung die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie beeinträchtigen. Doch längst beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe der EU-Kommission mit den neuen Regelungen, die ab dem Jahr 2025 gelten würden und möglichst schon 2016 festgelegt werden sollen. „Die verschärften Richtwerte dürften in einem Zielkorridor von 78 bis 68 Gramm je Kilometer liegen“, schreibt die FAZ. Miguel Arias Cañete, Kommissar für Klimapolitik und Energie, will die Industrie zu schnelleren Innovationen antreiben. Ein Albtraum für die Konzernchefs heißt es in dem Beitrag, nicht nur für deutsche Premiumhersteller, sondern ebenso für französische Konzerne wie Renault oder Peugeot. Selbst ein Vorstoß von Regierungsvertretern hätten den Kommissar nicht beeindruckt. Aber es geht nicht nur um Arbeitsplätze, wie die Zeitung schreibt. Der FAZ liegt eine Studie des Verbands der deutschen Automobilindustrie vor, die ein vollständig neues Regelwerk als notwendig erachtet. Demnach sollten nicht nur Neufahrzeuge berücksichtigt werden, sondern der gesamte Fahrzeugbestand, ebenso wie die Fahrleistung und Fahrweise der Kunden. Die Sorge dahinter: Würden die Neuwagen aufgrund der notwendigen Klimatechnologie teurer, könnten die Verbraucher vom Kauf absehen und an ihren alten Fahrzeugen festhalten. Deshalb sollte nach den Vorstellungen des VDA auch die Einbeziehung der Kraftstoffe in den Emissionshandel ergebnisoffen geprüft werden. Die Hersteller wissen, dass sie schon das 95-Gramm-Ziel mit ihrer aktuellen Angebotspalette kaum erreichen können. Wann und ob sich Elektrofahrzeuge am Markt durchsetzen werden, sei aber noch nicht abzuschätzen.

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