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Viele Beschwerden aus Callcentern wegen Mindestlohn

In der Callcenter-Branche häufen sich einem Bericht zufolge die Arbeitnehmerbeschwerden wegen des Mindestlohns.



Passau (csr-news) – In der Callcenter-Branche häufen sich einem Bericht zufolge die Arbeitnehmerbeschwerden wegen des Mindestlohns. Bei der Mindestlohn-Hotline des Bundesarbeitsministeriums hätten sich seit Jahresbeginn 589 Anrufer aus der Callcenter-Branche gemeldet, wie die „Passauer Neue Presse“ am Donnerstag unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion berichtete. Erkenntnisse über angebliche Versuche der Branche, den Mindestlohn etwa durch Anrechnung von Zuschlägen oder Pausenzeiten zu umgehen, liegen der Bundesregierung den Angaben zufolge aber nicht vor.

In der Callcenter-Branche gab es Ende Juni 2014 rund 110.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, davon etwa 65.000 in Vollzeit und 46.000 in Teilzeit. 6344 Callcenter-Mitarbeiter mussten ihren Lohn nach Auskunft der Bundesregierung mit Hartz-IV-Leistungen aufstocken.

Linken-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann fordert eine bessere Überwachung der Mindestlohn-Praxis. „Die Bundesregierung muss Verstößen aktiver vorbeugen“, sagte sie der Zeitung. Dazu gehörten mehr Kontrollen und eine klare Regelung im Mindestlohngesetz, dass Lohnzuschläge nicht auf den Mindestlohn angerechnet werden dürfen.

Die Spitzen von CDU, CSU und SPD wollen sich auf ihrem Koalitionstreffen am Sonntagabend im Kanzleramt mit dem Mindestlohn befassen. Die Union drängt insbesondere auf eine Lockerung der Aufzeichnungspflichten für die Arbeitszeit, mit der die Einhaltung des Mindestlohnes überwacht werden soll. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hält die Dokumentationspflicht grundsätzlich für unverzichtbar.

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