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CSR NEWS briefly vom 24. April 2015

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:



Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Sympatex tritt der Sustainable Apparel Coalition bei

München (csr-news) > Der Hersteller von Hightech-Funktionsmaterialien Sympatex Technologies ist der Sustainable Apparel Coalition (SAC) beigetreten. Die SAC ist eine Zusammenschluss von Produzenten und Händler aus der Bekleidungsindustrie, NGOs und der Politik, um einen internationalen Standard für nachhaltige Textil- und Schuhprodukte zu etablieren. Sympatex wird jetzt den sogenannten Higg-Index verwenden, das Tool der Gruppe zur Messung von Nachhaltigkeit, um so die ökologische Verantwortung quer durch ihre gesamte Lieferkette weiter zu fördern. Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der SAC wird Sympatex sowohl mit Daten als auch Ressourcen zur Unterstützung des Higg-Index beitragen, mit dem die Umweltverträglichkeit gemessen wird. Der Higg-Index ist ein Open-Source-Tool, das auf Indikatoren basiert und anhand dessen Zulieferer, Hersteller, Marken und Einzelhändler Materialien, Produkte, Anlagen und Prozesse im Hinblick auf Umweltfragen und Produktdesign-Entscheidungen bewerten können. Aktuell hat SAC über 150 Mitglieder, von denen die Mehrheit globale Marken und Einzelhändler sind.

Deutschland nur EU-Mittelfeld bei Energieeffizienzfortschritten

Karlsruhe (csr-news) > In der Bundespolitik galt die Vorreiterrolle Deutschlands bei der Energieeffizienz lange als unumstößlich. 2014 wurde Deutschland vom amerikanischen Thinktank ACEEE zum „Weltmeister“ gekürt. Tatsächlich ist das Niveau der Energieeffizienz Deutschlands relativ gut, reicht im europäischen Vergleich aber nur für Platz 4. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse, welche Experten des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) vorgestellt haben. Bei den Energieeffizienzfortschritten in den vergangenen Jahren stehen inzwischen andere europäische Länder an der Spitze – darunter Großbritannien, die Niederlande sowie einige mittel- und osteuropäische Mitgliedstaaten. Zwar waren auch Ausgangsniveau und Nachholbedarf vieler dieser Länder deutlich höher, doch für den Erfolg der deutschen Energiewende wäre eine jährliche Verbesserungsrate von zwei Prozent im Jahr notwendig, statt den bisherigen durchschnittlichen ein Prozent. Deutschland liegt hier unter dem EU-Durchschnitt von 1,3 Prozent und damit auf Platz 18. Bei der Charakterisierung der bisherigen Energieeffizienzpolitik schneidet Deutschland hingegen gut ab und liegt auf Platz 3 hinter Bulgarien und Kroatien. Die Untersuchungen des Fraunhofer ISI im europäischen Rahmen mit dem Energieeffizienzindex ODEX zeigen außerdem deutliche Unterschiede in den Energieeffizienzfortschritten der einzelnen Sektoren zwischen 2000 und 2012. Dr. Wolfgang Eichhammer vom Fraunhofer ISI: „Deutschland steht im Haushaltsektor auf Platz 14, beim verarbeitenden Gewerbe auf Platz 24 und im Transportsektor auf Platz 5.“ Der ODEX ist eine Art „Dow Jones“ der Energieeffizienz und bündelt die Effizienzfortschritte in den verschiedenen Sektoren in einem Gesamtindikator. Vor allem im Industriesektor, führt Eichhammer aus, war die Entwicklung in Deutschland in den letzten 15 Jahren eher durch Strukturverschiebungen zu weniger energieintensiven Industrien gekennzeichnet, als durch Effizienzfortschritte im eigentlichen Sinne, wie beispielsweise die energetische Optimierung von Industrieanlagen und Querschnittstechnologien wie Elektromotoren und deren Anwendung.

Bewerbungsphase für Green Talents-Wettbewerb 2015 eröffnet

Berlin (csr-news) > Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführte Nachwuchswettbewerb „Green Talents“ geht in die nächste Runde. Mit der Auszeichnung werden jährlich 25 herausragende junge Wissenschaftler die im Bereich der Nachhaltigen Entwicklung forschen geehrt. Die Gewinner aus allen Teilen der Welt kommen aus verschiedenen Fachbereichen und haben mit ihrer Forschung bereits Beiträge für eine nachhaltige Gesellschaft geleistet. Die Teilnahme ist noch bis zum 2. Juni 2015 möglich. Hier gibt es weitere Informationen.

Bekleidungsindustrie zieht nach Afrika

Düsseldorf (csr-news) > Afrika wird zunehmend als das neue Asien für die Bekleidungsindustrie bezeichnet. Nach einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung McKinsey erwarten immer mehr Einkäufer amerikanischer und europäischer Textilunternehmen eine steigende Bedeutung von Subsahara-Afrika für die Branche. Nach der Rangfolge der bedeutendsten künftigen Sourcing-Länder befragt, nennen sie neben Bangladesch, Vietnam und Myanmar mit Äthiopien erstmals auch ein afrikanisches Land. Im Durchschnitt planen die Einkäufer, ihren Anteil von Subsahara-Afrika in der Beschaffung bis 2020 von einem sehr niedrigen Niveau aus fast zu verzehnfachen – von 0,3% auf 2,8%. Für die internationale Studie befragte die Unternehmensberatung die führenden Einkaufschefs von Bekleidungsunternehmen, die für rund 70 Mrd. US-Dollar Einkaufsvolumen verantwortlich sind. Beflügelt wird die positive Sicht auf Subsahara-Afrika durch das langfristig erwartete Wachstum der arbeitsfähigen Bevölkerung in der Region, das sich bis 2035 dem Niveau von China angleichen wird. Bislang hat die Region erst einen Anteil von 0,56 Prozent am gesamten globalen Exportvolumen für Kleidung, das entspricht etwa 2,6 Milliarden US-Dollar. Die Region hat nach Einschätzung der Berater gute Chancen, sich positiv zu entwickeln und Bedingungen für faire Sozial- und Umweltschutzstandards zu schaffen. McKinsey-Partner Achim Berg: „Für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg aller Beteiligten müssen Unternehmen gemeinsam mit den Regierungen und den Zulieferern umfassend an Sozial- und Compliance-Themen arbeiten.“ Innerhalb der Subsahara-Region blicken die Einkaufschefs vor allem nach Ostafrika und dort nach Äthiopien und Kenia. „Während Äthiopien Vorteile auf Kostenseite hat, beispielsweise bei Fertigung und Energie, bietet Kenia ein höheres Produktivitätsniveau. Jedoch müssen beide Länder noch Hürden überwinden: Sozialstandards und Rechtssicherheit ausbauen sowie Korruption bekämpfen“, so Berg. Zudem haben beide Länder für aufstrebende Industrien typische Schwachstellen. Als größte wirtschaftliche Herausforderung sowohl in Kenia als auch in Äthiopien geben die Einkäufer den Mangel an qualifizierten Technikern an. In Kenia wird zudem das Fehlen eines gut ausgebildeten mittleren Managements sowie einer vorgelagerten Industrie kritisiert. In Äthiopien sehen die Befragten die ineffiziente Produktion und die schwache logistische Infrastruktur als Problem an. Der größte Teil der Bekleidungsexporte (rund 39 Prozent) kommt mit 177 Milliarden US-Dollar noch aus China. Bangladesch, Vietnam und Myanmar erwirtschaften gemeinsam weniger als ein Drittel des Exportwertes von China.

Die Studie „Sourcing in a volatile world – the East Africa opportunity“ zum Download.

Berlin Partner fährt grün

Berlin (csr-news) > In dieser Woche hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berlin Partner ein neues nachhaltiges Mobilitätskonzept für die Hauptstadt vorgestellt. Fahrradleasing für Mitarbeiter, Carsharing für Dienstfahrten und zwei rein elektrische Dienstwagen, sind die Komponenten, mit denen Berliner Unternehmen von grüner Mobilität überzeugt werden sollen. Der Geschäftsführer von Berlin Partner, Stefan Franzke: „Gerade als wachsende Stadt braucht Berlin nachhaltige und intelligente Verkehrskonzepte“. Berlin Partner hat dazu den eigenen Fuhrpark auf elektrische Autos umgestellt und mit den Carsharern der Hauptstadt ein Geschäfts-Carsharing-Modell für seine Mitarbeiter geschaffen. Die Mitarbeiter können im Fahrzeug zwischen privater und dienstlicher Nutzung wählen. Zudem wurde das Dienstradleasing eingeführt. Berlin Partner Mitarbeiter können so nach der 1%-Regel Dienstfahrräder leasen. ÖPNV-Tickets für Dienstfahrten gehören bereits seit Langem zum Repertoire.

KfW verzeichnet historisch höchstes Zusagevolumen in der Entwicklungszusammenarbeit

Frankfurt (csr-news) > Die KfW hat im Jahr 2014 die historisch höchste Summe für Finanzierungen und Zuschüsse an Entwicklungs- und Schwellenländer vergeben. Für Projekte und Programme in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa sagte sie im Auftrag der Bundesregierung 2014 rund 8,8 Mrd. EUR zu – etwa 2 Mrd. EUR mehr als im Vorjahr. 5,4 Mrd. EUR davon flossen in Finanzierungen für den Klima- und Umweltschutz (Vorjahr: 3,4 Mrd. EUR). „Die Förderung des globalen Klima- und Umweltschutzes sowie die Abfederung und Prävention von Krisensituationen vor allem in fragilen Staaten sind die großen Herausforderungen der kommenden Jahre. Die Bandbreite unserer Vorhaben bietet Entwicklungsmöglichkeiten für Kleinbauern und Flüchtlinge genauso wie für die klimafreundliche Energieversorgung unserer Partnerländer“, sagte Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe.

Auch die KfW-Tochter DEG, die private Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern finanziert und berät, baute ihr Neugeschäft 2014 weiter aus und sagte 1,47 Mrd. EUR für die Finanzierung privater Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu (2013: 1,45 Mrd. EUR). Für Investitionen, die den Klima- und Umweltschutz sowie die Anpassung an den Klimawandel fördern, stellte sie 691 Mio. EUR (2013: 649 Mio. EUR) bereit. Einen neuen Höchstwert erreichten mit 905 Mio. EUR (2013: 794 Mio. EUR) Finanzierungen für kleine und mittlere Unternehmen und den Mittelstand. „Kleinen und mittleren Unternehmen kommt in sich entwickelnden Ländern eine besondere Bedeutung zu. Unternehmerische Initiative ist in diesen Ländern gefragt, um Entwicklung zu ermöglichen und Menschen Perspektive zu geben“, betonte Bruno Wenn, Sprecher der DEG-Geschäftsführung.

Aus dem Partnernetzwerk:
Neuveröffentlichung: Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement mit Strategie – ein Fachbuch von Praktikern für Praktiker

Berlin (csr-partner) – Die Veranstaltungswirtschaft beschäftigt heute vor allem, wie Nachhaltigkeit messbar wird. Dieser Frage sind die Autoren Martina Riediger und Christian Oblasser nachgegangen. Sie stellen ein Managementsystem für nachhaltige Veranstaltungen vor, das mit Strategie Erfolge messbar macht und die systematische und zielgerichtete Veranstaltungsorganisation erleichtert. Es basiert auf dem Prinzip der Balanced Scorecard nach Kaplan und Norton. Die Einführung und Handhabung des Systems werden praxisnah dargestellt und an Hand von Beispielen nachvollziehbar erklärt. Wer sein Managementsystem zertifizieren lassen möchte, erhält zudem einen Überblick zu den wichtigsten relevanten Zertifikaten, wie beispielsweise EMAS, Green Globe, ISO 14001 und ISO 20121 sowie Sustainable Company. Diese werden u.a. hinsichtlich Transparenz, Kosten sowie Akzeptanz und Verbreitung gegenübergestellt.

Das Buch „Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement mit Strategie“ ist beim „Verlag Wissenschaft & Praxis“ erschienen und dort (www.verlagwp.de)sowie über den Fachhandel zum Preis von € 28,00 erhältlich (ISBN 978-3-89673-691-8).

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