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IW-Direktor fordert Übergänge zwischen Asyl und Arbeitsmigration

“Die Flüchtlingsmigration könnte ein großes Potenzial für Arbeitsmigration darstellen – aber dafür müssten die Regeln geändert werden”, sagte der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther.

Berlin (afp) – Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, hat sich für die Öffnung von Übergängen zwischen den Aufnahmeverfahren für Asylsuchende und Arbeitsmigranten ausgesprochen. “Die Flüchtlingsmigration könnte ein großes Potenzial für Arbeitsmigration darstellen – aber dafür müssten die Regeln geändert werden”, sagte Hüther der Zeitung “Die Welt” (Montagsausgabe). Die Menschen, die die großen Gefahren und Schwierigkeiten einer Flucht auf sich nähmen, wollten sich hier “eine Existenz aufbauen”.

Bislang seien Asyl und Arbeitsmigration zwei getrennte Wege, ergänzte der Direktor des als arbeitergebernah geltenden Forschungsinstituts. Wer einen Asylantrag stelle und abgelehnt werde, müsse zunächst das Land verlassen, um anschließend vom Ausland aus einen anderen Aufenthaltstitel zu beantragen. “Ein Statuswechsel, vom Asylbewerber zum Arbeitsmigranten, funktioniert nicht. Doch die Vorstellung, dass ein Flüchtling wieder zurückkehrt, um dann in der Konsularabteilung der deutschen Botschaft einen anderen Aufenthaltstitel zu beantragen, ist lebensfremd. Und es ist unwürdig.”

Das gelte auch für Ingenieure und Facharbeiter aus “Mangelberufen”, deren Qualifikation am Arbeitsmarkt dringend benötigt werde, sagte Hüther. Die Wirtschaft betont vor dem Hintergrund des demografischen Wandels seit längerem, dass Deutschland auf die Zuwanderung qualifizierter Arbeitnehmer angewiesen sein wird.