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Umweltschutzorganisation WWF warnt vor dramatischer Waldzerstörung

In den nächsten 15 Jahren drohen nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation WWF weltweit Waldflächen von der nahezu fünffachen Größe Deutschlands verloren zu gehen.

Berlin (afp) – In den nächsten 15 Jahren drohen nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation WWF weltweit Waldflächen von der nahezu fünffachen Größe Deutschlands verloren zu gehen. Das geht aus einer >> Studie hervor, die der WWF am Dienstag in Berlin veröffentlichte. Die Waldverluste durch menschliche Aktivitäten könnten sich demnach bis 2030 auf bis zu 170 Millionen Hektar summieren, wenn sich aktuellen Entwicklungen unverändert fortsetzten.

Die größten Verluste drohen demnach an elf sogenannten globalen Entwaldungsfronten in den Tropen und Subtropen – vor allem in der Amazonas-Region sowie in der Cerrado genannten zentralbrasilianischen Savannenlandschaft, der zu Indonesien gehörenden Insel Borneo, dem Kongo-Becken in Zentralafrika und dem Mekong-Delta in Südostasien.

Vielseitige Ursachen

Die Ursachen für die Entwaldung unterscheiden sich dem WWF zufolge je nach Gebiet. Der insgesamt mit Abstand wichtigste Faktor dabei sei aber der Flächenbedarf der “industriellen Landwirtschaft”, etwa für Palmöl- und Sojaanbauflächen. Auch der Abbau von Bodenschätzen, der nicht-nachhaltige Holzeinschlag und neue menschliche Infrastrukturprojekte trügen dazu bei.

Der WWF erinnerte die Deutschen an ihre Verantwortung für einen Kurswechsel hin zu mehr Waldschutz. “Auch wenn die großen Entwaldungsfronten weit entfernt liegen, sind wir ein wichtiger Teil des Problems”, erklärte WWF-Experte Jörg-Andreas Krüger. Die durch die Entwaldung gewonnenen Produkte wie Holz, Papier oder Soja landeten “zu einem großen Teil in Deutschland und Europa”. Das treffe zudem auch auf Rohstoffe zu, etwa aus Brasilien.

Die Zerstörung großer Waldflächen hat nach Angaben des WWF erhebliche negative Auswirkungen auf die Natur und die Stabilität des irdischen Ökosystems. Dazu zählt neben dem Verlust zahlreicher Tier- und Pflanzenarten vor allem die Intensivierung des globalen Klimawandels. Urwälder in den Tropen binden gigantische Mengen des Treibhausgases C02.