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Foodwatch will Kennzeichnungspflicht für Tierbestandteile im Essen

Bei vielen Produkten wie Saft oder Chips könnten Verbraucher nach wie vor nicht erkennen, ob Tierbestandteile verwendet wurden, erklärte die Organisation

Berlin (afp) – Die Verbraucherorganisation Foodwatch verlangt eine Kennzeichnungspflicht für tierische Bestandteile in Lebensmitteln. Bei vielen Produkten wie Saft oder Chips könnten Verbraucher nach wie vor nicht erkennen, ob Tierbestandteile verwendet wurden, erklärte die Organisation am Montag in Berlin. Die Verbraucherminister der Länder sollten sich daher auf ihrer am Mittwoch beginnenden Konferenz für eine verpflichtende Kennzeichnung einsetzen. Laut Foodwatch kündigte der Lebensmittel-Discounter Aldi Süd an, tierische Bestandteile in Knabbergebäck künftig freiwillig auf der Packung anzugeben.

Bisher setze die Supermarktkette in zwei Produkten Schweinebouillon ein, ohne dies entsprechend kenntlich zu machen. Eine freiwillige Deklaration der tierischen Zusatzstoffe wurde laut Aldi Süd inzwischen mit dem Lieferanten vereinbart.

Noch immer könnten „versteckte Tiere“ im Einkaufskorb landen, weil eine klare gesetzliche Regelung fehle, kritisierte Foodwatch-Experte Oliver Huizinga. Eine rein freiwillige Kennzeichnung reicht nach Ansicht der Organisation nicht aus, weil sie keine verlässliche Transparenz biete.

Ende 2014 hatte Foodwatch mehr als 100.000 Unterschriften aus einer E-Mail-Protestaktion gegen „versteckte Tiere“ in Lebensmitteln an das Bundesernährungsministerium übergeben. Bislang lehnt das Ministerium eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht ab. „Wer auf tierische Bestandteile in Lebensmitteln aus ethischen, religiösen oder anderen Gründen verzichten will, muss endlich auch die Möglichkeit dazu bekommen“, forderte Huizinga. „Wo Tier drin ist, muss auch Tier drauf stehen.“

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