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Erwerbstätigkeit im Alter keine Frage der niedrigen Rente

Dass in Deutschland immer mehr Menschen im Rentenalter arbeiten, hat einer Studie zufolge selten mit einer knappen Rente zu tun.

Köln (csr-news) – Dass in Deutschland immer mehr Menschen im Rentenalter arbeiten, hat einer Studie zufolge selten mit einer knappen Rente zu tun. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervorgeht, hatten im Jahr 2012 rund 24 Prozent der 65- bis 74-Jährigen mit einem Haushaltseinkommen von über 4500 Euro eine Arbeit, aber nur 4,9 Prozent derer, die weniger als 1100 Euro im Monat zur Verfügung hatten. „Die Menschen gehen im höheren Alter also nicht arbeiten, weil ihre Rente nicht reicht, sondern weil sie sehr gute Beschäftigungs- und Einkommensperspektiven haben“, erklärte IW-Direktor Michael Hüther.

Weitere wichtige Faktoren für eine Erwerbstätigkeit zwischen 65 und 74 Jahren sind der Studie zufolge ein hoher Bildungsabschluss, eine hochqualifizierte Fach- oder Führungsposition oder berufliche Selbstständigkeit. Unterschiede gibt es demnach auch bei den Geschlechtern: So waren im Jahr 2012 rund zehn Prozent der 65- bis 74-jährigen Männer erwerbstätig, aber nur 5,5 Prozent der Frauen.

Die Studie verweist außerdem auf regionale Unterschiede: Demnach waren in Baden-Württemberg 10,5 Prozent der Einwohner im Rentenalter erwerbstätig, in Bayern 9,9 Prozent, in Bremen neun Prozent. Dagegen lag die Quote in allen ostdeutschen Bundesländern unter sechs Prozent. Am niedrigsten war sie in Mecklenburg-Vorpommern mit 3,6 Prozent.

Die Zahl älterer Arbeitnehmer hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. 2013 arbeiteten der Studie zufolge 8,7 Prozent der 65- bis 74-Jährigen – nach fünf Prozent im Jahr 2005. Damit liegt die Quote der älteren Erwerbstätigen in Deutschland erstmals leicht über dem EU-Durchschnitt von 8,5 Prozent. Spitzenreiter in der EU sind Großbritannien mit einer Quote von 15,5 Prozent und Schweden mit 14,5 Prozent.

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