Agenturmeldung Nachrichten

Katar: Keine Toten oder Schwerverletzten auf Stadion-Baustellen

Auf den Baustellen für die Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar seien bislang keine Arbeiter schwer verletzt worden oder sogar zu Tode gekommen, sagte der Präsident des Organisationskomitees, Hassan Al-Thawadi.

Doha (afp) – Der Golfstaat Katar hat Vorwürfe wegen schlechter Behandlung ausländischer Arbeiter entschieden zurückgewiesen. Auf den Baustellen für die Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar seien bislang keine Arbeiter schwer verletzt worden oder sogar zu Tode gekommen, sagte der Präsident des Organisationskomitees, Hassan Al-Thawadi, am Montag in Doha. Das Golfemirat steht wegen der Arbeitsbedingungen für Gastarbeiter in der Kritik, seit dem Wüstenstaat die Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2022 zuerkannt wurde.

In fünf Stadien hätten die Bau- oder Renovierungsarbeiten begonnen, erklärte Al-Thawadi vor ausländischen Journalisten. Insgesamt werde dies 4,8 Millionen Arbeitsstunden für etwas mehr als 2500 Arbeiter bedeuten. Die Arbeiten stünden aber erst am Anfang. Insgesamt sollen während der WM Spiele in zwölf Stadien stattfinden.

Katars Minister für Arbeit und Soziales, Abdallah Saleh Mubarak al-Chlifi bezeichnete Berichte, wonach zahlreiche Gastarbeiter aus Nepal, Indien und Bangladesch bereits auf den Baustellen gestorben seien, als falsch. 2014 seien 194 Nepalesen in Katar gestorben, sagte er. Über ihre Todesursache und ihre Tätigkeit machte er jedoch keine Angaben.

Menschenrechtler kritisieren immer wieder die Arbeitsbedingungen für die zehntausenden Gastarbeiter, die auf den Baustellen rund um die WM beschäftigt sind. Der Internationale Gewerkschaftsbund (ITUC) hatte im vergangenen Jahr gewarnt, dass bis zu 4000 ausländische Arbeitnehmer auf den Baustellen sterben könnten.

Katar kündigte jüngst an, gesetzlich festzuschreiben, dass Arbeiter mindestens einmal im Monat bezahlt werden müssen. Neben der oftmals ausbleibenden Bezahlung kritisieren Arbeitsrechtler häufig, dass Arbeiter ihre Pässe abgeben müssen oder kein Ausreisevisum bekommen.