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ISO 14001:2015 – Integration des Umweltmanagements in die Geschäftsprozesse

Das Umweltmanagementsystem ISO 14001 wurde erstmals 1996 definiert und bietet seitdem Unternehmen die Möglichkeit ihr Umweltverhalten nachzuweisen. Die letzte gültige Fassung stammt aus dem Jahr 2004. Weltweit sind inzwischen mehr als 260.000 Unternehmen nach diesem Stand zertifiziert, davon etwa 8.000 in Deutschland. Anfang 2012 begannen die Arbeiten für eine erneute Revision, die nun zu einem finalen Entwurf geführt haben. Anfang September soll die Norm ISO 14001:2015 veröffentlicht werden.

Berlin (csr-news) > Das Umweltmanagementsystem ISO 14001 wurde erstmals 1996 definiert und bietet seitdem Unternehmen die Möglichkeit ihr Umweltverhalten nachzuweisen. Die letzte gültige Fassung stammt aus dem Jahr 2004. Weltweit sind inzwischen mehr als 260.000 Unternehmen nach diesem Stand zertifiziert, davon etwa 8.000 in Deutschland. Anfang 2012 begannen die Arbeiten für eine erneute Revision, die nun zu einem finalen Entwurf geführt haben. Anfang September soll die Norm ISO 14001:2015 veröffentlicht werden.

Das weltweite Interesse an der Revision ist beachtlich. Zum ersten Norm-Entwurf waren rund 1400 Kommentare aus 39 Ländern eingegangen. In zwei Sitzungen wurden die zahlreichen Länderkommentare von einer Arbeitsgruppe bearbeitet und schließlich der sogenannte Final Draft International Standard (FDIS) mit einer Mehrheit von 92 Prozent angenommen. Damit ist klar, die ISO 14001:2015 wird noch in diesem Jahr erscheinen, geplant ist Anfang September. Zeitgleich soll auch ISO 14004, „Umweltmanagementsysteme – Allgemeiner Leitfaden über Grundsätze, Systeme und unterstützende Methoden“ erscheinen. Eine wesentliche Änderung betrifft die Einbettung in die ISO-Grundstruktur für Managementsysteme. Diese sogenannte High-Level-Strcture (HLS) soll Widersprüchlichkeiten und Redundanzen der einzelnen Systeme ausgleichen, in dem sie unter anderem einheitliche Begriffe und Textbausteine verwendet.

Lebenszyklus im Fokus

Aber es gibt auch einige inhaltliche Änderungen. Im Gegensatz zur Vorgängerversion wird nun ein wesentlich stärkerer Fokus auf die Betrachtung des Lebenszyklus von Produkten und Dienstleistungen gelegt. Es wird nicht mehr ausreichen, die Umweltauswirkungen ausschließlich auf die standortbezogenen Produktionsabschnitte zu begrenzen. Zukünftig müssen auch die Umweltaspekte der Produktentwicklung und vorgelagerter Lieferketten sowie nachgelagerter Phasen der Nutzung und Entsorgung einbezogen werden. Neu ist auch eine Verschiebung der Schwerpunkte im Hinblick auf die fortlaufende Verbesserung, und zwar von der Verbesserung des Managementsystems hin zur Verbesserung der Umweltleistung durch ein effektives System und unter Verwendung von Leistungsindikatoren. Und auch die Interessen der Stakeholder, einschließlich Behörden, finden eine stärkere Berücksichtigung. Ihre Anforderungen müssen ermittelt, insofern verstanden werden, um berechtigte Interessen angemessen zu berücksichtigen. Insgesamt kommt der Ermittlung zukünftiger Risiken und Chancen sowie der Integration des Umweltmanagementsystems in die Organisation eine deutlich höhere Bedeutung zu, ebenso wie der gezielten Messung der Umweltleistung durch geeignete Leistungsindikatoren. Damit fordert die ISO 14001:2015 stärker eine lernende und sich verbessernde Organisation. Für die Umstellung auf die neue Norm wird wohl eine dreijährige Übergangsfrist eingeräumt.