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Toom-Baumärkte nehmen Unkrautmittel Glyphosat aus dem Verkauf

Bis spätestens Ende September werde es in den 350 Filialen der Rewe-Tochter kein Glyphosat mehr geben.

Köln (afp) – Die Toom-Baumärkte verzichten auf das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Bis spätestens Ende September werde es in den 350 Filialen der Rewe-Tochter kein Glyphosat mehr geben; seit Montag können sie das Mittel nicht nachbestellen, teilte Rewe in Köln mit. Den Kunden werde Toom alternative, umweltverträglichere Produkte anbieten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte das weltweit weit verbreitete Unkrautvernichtungsmittel im März als „wahrscheinlich krebserregend“ beim Menschen eingestuft. Dagegen hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bei einer Untersuchung 2014 nach eigenen Angaben keine solchen Hinweise gefunden. Die Grünen im Bundestag riefen die Baumärkte in Deutschland vergangene Woche zu einem freiwilligen Verzicht auf Glyphosat auf.

Toom hatte nach eigenen Angaben bereits 2013 damit begonnen, rund 60 Prozent der Glyphosat-haltigen Produkte aus dem Sortiment zu nehmen. Der für den Einkauf zuständige Geschäftsführer Dominique Rotondi erklärte am Montag, für Toom als „verantwortungsvoll handelndes Unternehmen ist es wichtig, zum Schutz von Umwelt und Natur nach alternativen und umweltverträglicheren Möglichkeiten zu suchen“.

Die Grünen hatten neben Toom auch die anderen großen Ketten Obi, Bauhaus, Hellweg, Hornbach und Hagebau zum Verzicht auf Glyphosat aufgerufen. Der Bundestagsabgeordnete Harald Ebner nannte die Entscheidung der Toom-Baumärkte am Montag „vorbildlich“. Er hoffe, dass andere Baumärkte und Gartencenter folgen.

Deutschland koordiniert derzeit EU-weit das Verfahren für eine turnusmäßige Neuzulassung von Glyphosat in Europa. Die Grünen setzen sich vehement für eine gründliche Prüfung der Risiken ein. Der niedersächsische Landwirtschafts- und Verbraucherminister Christian Meyer (Grüne) regte außerdem an, den Einsatz in der Landwirtschaft künftig zu beschränken sowie im Hobbygärtnerbereich und in der kommunalen Grünflächenpflege etwa in Parks komplett zu untersagen.