Nachrichten

CSR NEWS briefly vom 21. Mai 2015

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Konfliktmineralien: Parlament will obligatorische Zertifizierung von Importeuren

Brüssel (csr-news) > EU-Importeure von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold für die Herstellung von Verbrauchsgütern müssen durch die EU zertifiziert werden, um zu gewährleisten, dass sie keine Konflikte anheizen oder Menschenrechtsverletzungen in Konfliktgebieten fördern. So lautet die Position des Parlaments zu dem entsprechenden Gesetzentwurf, die die Abgeordneten am Mittwoch mit 402 Stimmen, bei 118 Gegenstimmen und 171 Enthaltungen angenommen haben. Die Abgeordneten haben den Vorschlag der Kommission sowie jenen, den der Handelsausschuss angenommen hatte, grundlegend geändert und fordern nun eine verbindliche Einhaltung der Sorgfaltspflichten in der Lieferkette. „Das europäische Parlament hat ein wichtiges Zeichen gesetzt“, sagt Michael Reckordt von der Organisation PowerShift. „Es ist die richtige Entscheidung, Unternehmen stärker zur Verantwortung zu ziehen. Nur diese können nachvollziehen, ob bei der Herstellung von Elektronikgütern Konfliktrohstoffe verbaut würden“, so Reckordt. Nach dem Parlaments-Votum muss die Kommission die Verordnung nun überarbeiten.

Goldener Windbeutel für Ministerpräsident Kretschmann

Berlin (csr-news) > foodwatch hat Winfried Kretschmann mit dem Goldenen Windbeutel ausgezeichnet. Baden-Württembergs Ministerpräsident erhält den Preis für die dreisteste Werbelüge stellvertretend: Sein Land ist seit Anfang des Jahres mittelbarer Teilhaber des Kindernahrungsherstellers Alete. Die Marke vertreibt Produkte als babygerecht, die Kinderärzte laut foodwatch als ungeeignet für Babys einstufen. Die Landesregierung selbst rät von dem Verzehr ausdrücklich ab – profitiert aber vom Verkauf der Produkte. Nachdem die geplante Preisverleihung in der vergangenen Woche bekannt wurde, hatte sich die Landesregierung für nicht zuständig erklärt. foodwatch kritisierte dies als Versuch, sich aus der Verantwortung zu stehlen, schließlich sind die landeseigene L-Bank, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sowie eine LBBW-Tochter am Haupteigner des Kindernahrungsherstellers Alete direkt beteiligt. Die Landesregierung redet zwar einerseits davon, wie wichtig die Ernährung für Kinder ist und rät ausdrücklich von Trinkbreien ab – gleichzeitig profitiert das Land aber vom Verkauf genau solcher Produkte. Aus Sicht von foodwatch ist das inakzeptabel.

Entwicklung geeigneter Tierwohl-Indikatoren wird gefördert

Berlin (csr-news) > Um Indikatoren für die objektive Bewertung des Tierwohls in der Praxis zu entwickeln, unterstützt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) neue Forschungsvorhaben. Ab jetzt können bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Projektskizzen eingereicht werden, die sich mit der Bewertung des Wohlbefindens in Haltungssystemen, während des Transports und am Schlachthof beschäftigen. Weitere Informationen auf der Website des BLE.

EDEKA unterstützt aktiv nachhaltige Thunfisch-Fischerei

Hamburg (csr-news) > Der Einzelhändler EDEKA ist erstes deutsches Mitglied der gemeinnützigen International Pole and Line Foundation (IPNLF). Die unter eigener Marke angebotenen Thunfisch-Produkte aus IPNLF- Fischereien und mit MSC-Siegel sind jetzt in vielen Märkten des EDEKA-Verbundes erhältlich. Die Thunfische für die EDEKA-Produkte werden auf den Malediven mit Angelruten (Pole-and-Line) einzeln und daher mit geringem Beifang gefischt. Bei dieser traditionellen und nachhaltigen Fischfangmethode, stehen bis zu 20 Fischer mit zwei bis drei Meter langen Angelruten am Bootsheck und angeln jeden Fisch einzeln. Pole-and-Line vermeidet nicht nur den Beifang von Schildkröten, Haien und anderen Meeresbewohnern. Sie verschafft den Fischern auch gesicherte Abnahmen und angemessene Bezahlung, erhöht die Zahl an Arbeitsplätzen und trägt zu wirtschaftlicher Stabilität vor Ort bei. „Unser Anliegen ist nicht nur der Umweltschutz, wir wollen auch verantwortungsbewusste Fischer und ebensolche Unternehmen zusammenbringen – mit positiven Auswirkungen auf die Einkommen und für die regionalen Gemeinschaften“, erläutert der IPNLF-Vorsitzende John Burton.

Weltweit erste elektrische Autofähre

Nürnberg (csr-news) > In Norwegen wurde die weltweit erste batterieelektrische Auto- und Passagierfähre in Betrieb genommen. Ihr Verbrauch liegt pro Strecke bei lediglich 150 kWh, so viel wie ein norwegischer Standardhaushalt in drei Tagen benötigt. Durch den Wechsel zum Batterieantrieb senkt der Schiffseigner Norled die Treibstoffkosten um bis zu 60 Prozent. Die Norled-Fähre zählt als Meilenstein auf dem Weg hin zum Betrieb von vollständig emissionsfreien Fähren entlang Norwegens langer Küste, wobei momentan auf mindestens 50 weiteren Strecken batteriebetriebene Schiffe eingesetzt werden könnten. Bedingt durch das relativ schwache Stromnetz in der Region haben Siemens und Norled entschieden, drei Batteriepakete einzusetzen: eines an Bord und jeweils eines als Zwischenspeicher in jedem Hafen. Diese 260-kWh-Einheiten versorgen die Fähre während der Wartezeit mit Elektrizität. Anschließend wird die abgegebene Energie langsam aus dem Netz ersetzt, bis das Schiff zurückkommt, um Passagiere abzusetzen und erneut zu laden. Die Fährverbindung wird über den Sognefjord zwischen Lavik und Oppedal in Norwegen betrieben. Die Fähre fährt in jeweils etwa 20 Minuten 34 Mal am Tag die sechs Kilometer über den Fjord.

Markenallianzen können dem Image schaden

Mainz (csr-news) > Obwohl Markenallianzen durchaus Vorteile mit sich bringen und beispielsweise eine Erweiterung des Kundenkreises ermöglichen, gehen Unternehmen mit ihrer Bildung auch ein Risiko ein. Begeht eine der beteiligten Marken eine Verfehlung, so ist sowohl das Image der Allianzmarken als auch die Allianz als Ganzes in Gefahr. In diesem Kontext untersucht eine aktuelle Studie des Lehrstuhls für Marketing I der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) unter welchen Bedingungen Verfehlung nachweislich in einer Beeinträchtigung der Allianzmarken sowie der Allianz selbst resultieren. Für die Studie mit dem Titel „Negative Spillover-Effekte in Markenallianzen – Unterschiedliche Typen und Intensitäten an Verfehlungen eines Allianzpartners“, wurde zwischen moralischen und auf mangelnder Kompetenz beruhenden Verfehlungen unterschieden. Letztere gefährden vor allem den schuldigen Allianzpartner, da sie dessen Image stärker treffen als moralische Verfehlungen. In Bezug auf das Image der Partnermarke lässt sich hingegen kein eindeutiger Einfluss des Typs der Verfehlung feststellen.

Kollegen und Chefs entscheidend für die Arbeitsmotivation

Eschborn (csr-news) > 65 Prozent der Arbeitnehmer gehen mit mehr Spaß an die Arbeit, wenn sie mit anderen Mitarbeitern und Vorgesetzten gut auskommen. Möglichkeiten zur freien Zeiteinteilung spornt nur noch jeden zweiten Mitarbeiter an, 2014 waren es noch zwei Drittel. Zu diesen Ergebnissen kommt die repräsentative Studie „Arbeitsmotivation 2015“ der ManpowerGroup Deutschland. Im Frühjahr 2015 wurden dafür über 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Gegenüber dem Vorjahr sinkt die Zustimmung zu fast allen wichtigen Motivationsfaktoren. „Das passt zu unserer Studie zur Jobzufriedenheit. Diese zeigt, dass die Arbeitnehmer generell unzufriedener im Job sind als 2014“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. Für den Arbeitsexperten ist dies ein Zeichen der anziehenden Konjunktur: „Die Mitarbeiter sind derzeit stark ausgelastet. In diesen stressigen Zeiten wirken ein ernst gemeintes und gut platziertes Lob vom Chef sowie der Zusammenhalt im Team besonders motivierend.“ Kleine Zeichen der Wertschätzung des Unternehmens zählen im Vergleich zu Vorjahresbefragung nicht mehr zu den zehn wichtigsten Arbeitsmotivatoren. Für 17 Prozent der Arbeitnehmer sind Blumen zum Geburtstag oder einer Jubiläumsüberraschung ein zusätzlicher Ansporn. Speziell in Stresszeiten rücken dafür praktische Gesten auf, die im Tagesgeschäft helfen. Ein Sechstel der Deutschen spricht beispielsweise auf die Snack-Box mit Süßigkeiten positiv an – im letzten Jahr waren das nur elf Prozent. 14 Prozent finden es motivierend, wenn Kollegen mitdenken und beispielsweise Kuchen fürs Team mitbringen. „Auch wenn sich die Zustimmung zu einzelnen Punkten jedes Jahr verändert, bleiben Wertschätzung, Anerkennung und ein harmonisches Miteinander die entscheidenden Faktoren für die Motivation der Mitarbeiter und damit den Unternehmenserfolg“, so Brune.

Rückenwind für ArbeiterKind.de

Berlin (csr-news) > Trotz bildungspolitischer Bemühungen sind Studierende aus Nichtakademikerfamilien an deutschen Universitäten nach wie vor unterrepräsentiert. Insgesamt ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder aus einer Akademikerfamilie ein Studium aufnehmen 3,3fach höher, als bei Kindern aus Nichtakademikerfamilien. Diese Differenz wird neben sozial selektiven Hürden in der Schullaufbahn auch durch fehlende Ansprechpartner und Informationsmöglichkeiten begründet. Die von der Vodafone Stiftung geförderte Initiative ArbeiterKind.de hat es sich deshalb zum Ziel gemacht, Schüler aus Nichtakademikerfamilien zum Studium zu ermutigen und sie auf ihrem Weg zum erfolgreichen Studienabschluss zu unterstützen. Eine Evaluation liefert nun erste Befunde, die das Engagement von Arbeiterkind.de unterstützen. Die Ergebnisse zeigen, dass es über die Schulveranstaltungen gelingt, Informationsdefizite insbesondere von Schülern nicht-akademischer Herkunft zu verringern, auch das Infotelefon wird von dieser Gruppe stärker genutzt. Durch die Evaluation sieht sich Katja Urbatsch, Gründerin und Geschäftsführerin von ArbeiterKind.de nicht nur in ihrer jetzigen Arbeit bestätigt, sie gewann auch viele Erkenntnisse zur Weiterentwicklung der Initiative hinzu: „Um die Wirkung der schulischen Infoveranstaltungen nachhaltiger zu gestalten, werden wir für die Zukunft Folgeveranstaltungen entwickeln, um die Studienintention der Arbeiterkinder langfristig zu vergrößern“.

Aus dem Partnernetzwerk:
Neue respACT-Broschüre hilft KMUs Ihre Lieferkette verantwortungsvoll zu managen

Der Leitfaden „Verantwortungsvolles Wirtschaften entlang der Lieferkette. Eine praktische Anleitung für Klein- und Mittelbetriebe“ unterstützt besonders KMUs dabei, ihre Lieferkette Schritt für Schritt nachhaltig zu gestalten. Mehr unter www.respact.at/lieferkettekmu oder office@respact.at.