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Landwirtschaftsminister Schmidt setzt auf Forschung im Kampf gegen Kükenschreddern

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will das Töten männlicher Küken nicht gesetzlich verbieten lassen. Die Bundesregierung sei „zuversichtlich“, dass in den nächsten eineinhalb Jahren eine Technologie entwickelt werde, mit dem das Geschlecht eines Kükens noch im Ei bestimmt werden und das Ei automatisch aussortiert werden könne, heißt es in einer Antwort des Bundeslandwirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen.

Berlin (afp) – Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat den Vorwurf zurückgewiesen, es wolle das Töten männlicher Küken nicht per Gesetz stoppen. „Das Kükenschreddern muss so schnell wie möglich ein Ende haben“, erklärte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) gehe dabei aber den Weg der Forschung. Das Tierschutzgesetz sei in seiner jetzigen Form ausreichend, sobald es eine praxistaugliche Technologie gebe, mit der männliche Küken schon vor dem Schlüpfen aussortiert werden könnten.

An der Universität Leipzig werde eine Technologie entwickelt, bei der das Geschlecht eines Kükens noch im Ei bestimmt werden könne. Diese Forschung werde durch das Ministerium stark gefördert, betonte der Sprecher.

„Ziel ist, dass schon im Ei erkannt wird, ob sich daraus ein männliches oder weibliches Küken entwickelt. So soll verhindert werden, dass die männlichen Küken erst schlüpfen, nur um wenige Stunden später dann getötet werden zu müssen“, erklärte der Sprecher. Dieses technische Verfahren stehe kurz vor dem Abschluss und die ersten Praxistests würden bald anlaufen.

Sobald es eine praxisfähige Alternative für das Töten männlicher Küken auf dem Markt gebe, gebe es „keinen vernünftigen Grund mehr, diese Tiere zu töten“. Das Tierschutzgesetz regele, dass kein Tier ohne vernünftigen Grund getötet werden dürfe. „Es bedarf daher keiner Gesetzesänderung“, heißt es in einer Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen.

Das Gesetz greife dann in seiner jetzigen Form sofort, es reiche in seiner jetzigen Form komplett aus, betonte der Sprecher. So sei ein Verbot des Kükenschredderns in Nordrhein-Westfalen noch daran gescheitert, dass es keine praxistaugliche Alternative gegeben habe.

Der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer hatte zuvor kritisiert, die große Koalition wolle „das Kükenschreddern einfach weiterlaufen lassen“ und verweise auf Forschungsvorhaben. Schon heute sei die Geschlechtererkennung im Ei möglich, „sie ist nur teurer als das Kükenschreddern“, erklärte Krischer. Dass Schmidt einen Aktionsplan gegen das Kükenschreddern angekündigt habe, scheine „nur ein PR-Gag des Ministers gewesen zu sein“.


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