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Umweltschützer protestieren bei Hauptversammlung von Bayer

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) forderte den Konzern auf, sämtliche bienengefährdende Pestizide vom Markt zu nehmen.

Köln (afp) – Umweltschützer haben dem Chemiekonzern Bayer anlässlich seiner Hauptversammlung in Köln vorgeworfen, den Profit vor den Schutz von Umwelt und Tieren zu stellen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) forderte den Konzern auf, sämtliche bienengefährdende Pestizide vom Markt zu nehmen. „Jahr für Jahr landen die Nervengifte von Bayer in der Umwelt und vergiften in ganz Europa Tiere, Böden und Gewässer“, erklärte die Pestizidexpertin des BUND, Corinna Hölzel.

Der Schutz der Bienen und der Umwelt müsse Vorrang haben vor den Profitinteressen eines Chemieunternehmens, da die Honigbiene zu den wichtigsten Nutztieren gehöre, forderte der BUND. Wissenschaftliche Studien belegten, dass sogenannte Neonikotinoide, zu denen auch das von Bayer produzierte Pestizid Thiacloprid gehöre, Bienen und weitere Insekten, Vögel und Wasserorganismen schädige.

Die Coordination gegen Bayer-Gefahren protestierte vor den Messehallen in Köln gegen die Mitverantwortung des Konzerns für die Verschmutzung von Meeren und Flüssen durch Plastikmüll. Auch unter dem Vorstandsvorsitzenden Marijn Dekkers sei die Umstellung auf nachwachsende Rohstoffe und biologisch abbaubare Endprodukte verschlafen worden, erklärte Philipp Mimkes von der Coordination gegen Bayer-Gefahren. Der Konzern sei daher für die wachsende Belastung von Gewässern durch Plastikmüll mitverantwortlich. Kunststoffe müssten aber so weit wie möglich durch biologisch abbaubare Stoffe ersetzt werden und der Verkauf von Mikroplastik, das bereits in Bier, Milch, Mineralwasser und Honig nachgewiesen worden sei, müsse ganz eingestellt werden, forderte das Netzwerk.

Unterdessen kündigte Vorstandschef Dekkers vor den Aktionären die Abspaltung der Kunststoffsparte Material Science von den beiden anderen Geschäftsbereichen Gesundheit und Pflanzenschutz an. „Wir sind überzeugt, dass Material Science als selbstständiges Unternehmen hervorragende Aussichten auf nachhaltigen Erfolg hat“, erklärte er. Der geplante Börsengang solle spätestens Mitte 2016 erfolgen. Material Science sei weltweit sehr präsent und die einzelnen Produktlinien jeweils auf Platz eins oder zwei. Gleichzeitig werde Bayer im Pharmageschäft und in der Pflanzenschutzsparte in neue Produkte investieren.