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Top-Sponsoren machen Druck auf die FIFA

Zwar ist keiner der offiziellen Sponsoren in den Korruptionsskandal verstrickt, doch alle Unternehmen fürchten, dass ihre Marken unter dem FIFA-Skandal leiden könnten.

Washington (afp) – Die großen Fußball-Sponsoren Visa, Coca-Cola, Adidas und McDonald’s fürchten angesichts des neuen Korruptionsskandals um den Weltfußballverband FIFA um ihren eigenen Ruf. Der deutsche Sportartikelhersteller Adidas erklärte auf AFP-Anfrage am Donnerstag in Herzogenaurach, die „fortwährenden negativen Schlagzeilen“ seien weder für den Fußball, noch für die FIFA oder ihre Sponsoren gut. Das Kreditkarten-Unternehmen Visa ging noch einen Schritt weiter und drohte, sein „Engagement zu überdenken“, sollte die FIFA nicht sofort einen Wandel einleiten.

Adidas teilte weiter mit, selbst „höchste Standards, was ethisches Verhalten und Compliance“ angehe, zu verfolgen. Dies erwarte der Konzern auch von seinen Partnern. Ebenfalls besorgt äußerte sich der US-Getränke-Hersteller Coca-Cola: „Diese lange Kontroverse befleckt die Mission und die Ideale der FIFA“. Coca-Cola, einer der fünf offiziellen FIFA-Sponsoren, überweist schätzungsweise jährlich rund 30 Millionen Dollar an den Weltfußballverband.

Auch die US-Fastfood-Kette McDonald’s, die offizieller Sponsor der WM 2018 in Russland ist, äußerte Bedenken: Das Unternehmen nehme die Angelegenheit „sehr ernst“, sei diesbezüglich in Kontakt mit der FIFA und beobachte die Situation sehr genau.

Zwar ist keiner der offiziellen Sponsoren in den Korruptionsskandal verstrickt, doch alle Unternehmen fürchten, dass ihre Marken unter dem FIFA-Skandal leiden könnten.

Erst vergangene Woche hatten Coca-Cola und Visa sich kritisch zu den Arbeitsbedingungen von ausländischen Arbeitern in Qatar geäußert, dem Austragungsort der WM 2022.

Im Zuge von US-Ermittlungen waren am Mittwoch sieben hochrangige FIFA-Funktionäre von der Schweizer Polizei verhaftet und abgeführt worden. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt zudem wegen Unregelmäßigkeiten bei den WM-Vergaben an Russland (2018) und Katar (2022).