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CSR in den Medien: So sieht es die Deutsche Welle

Wie sehen Redakteure auf die CSR-Kommunikation von Unternehmen? Und wann kommen positive Nachrichten in die Sendung? CSR NEWS fragte Barbara Massing, Verwaltungsdirektorin der Deutschen Welle (DW), danach. Der staatliche Auslandsrundfunk der Bundesrepublik ist Teil der ARD und sendet in 30 Sprachen via Fernsehen, Radio und Internet.

Bonn (csr-news) – Wie sehen Redakteure auf die CSR-Kommunikation von Unternehmen? Und wann kommen positive Nachrichten in die Sendung? CSR NEWS fragte Barbara Massing, Verwaltungsdirektorin der Deutschen Welle (DW), danach. Der staatliche Auslandsrundfunk der Bundesrepublik ist Teil der ARD und sendet in 30 Sprachen via Fernsehen, Radio und Internet.

CSR NEWS: Corporate Social Responsibility: Steht dieser Begriff für Sie für eine neue Verhältnisbestimmung zwischen Unternehmen und Gesellschaft – oder eher für eine neue Form unternehmerischer Selbstdarstellung?

Barbara Massing: Diese Verhältnisbestimmung ist ja keineswegs neu. Auch früher schon waren die Gründer von Unternehmen in ihren Gemeinden aktiv als Förderer und Stifter. In Einzelfällen mag das Engagement auch für eine Selbstdarstellung genutzt werden. Aber generell verhält es sich doch eher so, dass Unternehmen CSR mit echtem Anspruch betreiben.

Auf Ihrem Schreibtisch bzw. auf den Schreibtischen Ihrer Mitarbeiter werden CSR- und Nachhaltigkeits-Berichte von Unternehmen landen. Was tun Sie damit?

Wenn das Thema relevant für eine Reportage oder andere Formen der Berichterstattung ist, kann durchaus auch eine solche Broschüre als zusätzliche Quelle genutzt werden. Diese Publikationen gehören aber bestimmt nicht zur Pflichtlektüre in den Redaktionen.

Was muss ein Unternehmen leisten, um mit positiven Schlagzeilen in den Nachrichten zu landen?

Das hängt immer vom Unternehmen ab. Für uns wäre das etwa eine exklusiv recherchierte Nachricht. Journalismus ist unser Kerngeschäft. Wir können das, das wissen wir, und wir freuen uns, wenn andere das auch wahrnehmen. Im Kontext mit Corporate Social Responsibility sind alle herzlich eingeladen, darüber zu berichten, dass unser Berliner Team beispielsweise vergangenen Winter Flüchtlinge in Berlin-Lichtenberg unterstützt hat, in Zusammenarbeit mit der AWO. Und in Bonn arbeiten wir mit dem Verein Ausbildung statt Abschiebung zusammen. Für uns ist das nichts Besonderes. Das machen wir schon seit Jahren so. Das ist eine Ehrensache.

Sehen Sie die Gefahr, dass schwindende Redaktionsbudgets zu einer Vermischung von redaktionellen und werblichen Inhalten beitragen?

Ich kann nur für die Deutsche Welle sprechen. Und da lautet die Antwort ganz klar nein.

Was halten Sie von dem „Constructive News“-Ansatz von Ulrik Haagerups, Nachrichtenchef im dänischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen?

Ein sehr guter Ansatz. Wir wenden das in bestimmten Formaten auch schon an. Gucken Sie sich etwa einmal unser Magazin Global 3000 an, in der Rubrik Global Ideas finden Sie genau das. Oder in Life Links, wo wir junge Leute aus den verschiedensten Ecken der Welt im Licht eines gemeinsamen Themas zusammenbringen – im TV und auch online. Und nicht zu vergessen: Unsere Dialog-Plattform Qantara.de, wo gerade konstruktive Beiträge zum Kulturdialog zwischen der westlichen und der islamischen Welt gefragt sind.

Vielen Dank!

Mehr zum Thema „CSR in den Medien“ lesen Sie in der Juni-Ausgabe des CSR MAGAZIN: www.csr-magazin.net


>> Mehr zum Thema Kommunikation lesen Sie hier auf CSR NEWS.


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