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G7: Abschied von fossilen Energien und Schutz der Meere

Die G7-Staaten haben in den bayerischen Alpen das langsame Ende des fossilen Zeitalters eingeläutet, ohne sich allerdings selbst zu konkreten Klimaschutzmaßnahmen zu verpflichten. Erforderlich seien eine weitere Reduzierung von Treibhausgasen und der langfristige Abschied von Kohle, Erdöl und Erdgas, hieß es in der Abschlusserklärung von Montag. Weitere Themen waren der Schutz der Meere und die Verhinderung von Antibiotika-Resistenzen.

Elmau (afp) – Die G7-Staaten haben in den bayerischen Alpen das langsame Ende des fossilen Zeitalters eingeläutet, ohne sich allerdings selbst zu konkreten Klimaschutzmaßnahmen zu verpflichten. Erforderlich seien eine weitere Reduzierung von Treibhausgasen und der langfristige Abschied von Kohle, Erdöl und Erdgas, hieß es in der Abschlusserklärung von Montag. Weitere Themen waren der Schutz der Meere und die Verhinderung von Antibiotika-Resistenzen.

Dekarbonisierung der Weltwirtschaft

Erforderlich sei eine “Dekarbonisierung der Weltwirtschaft im Laufe des Jahrhunderts”, hieß es im Gipfeldokument. Es müsse “tiefe Einschnitte” bei den Emissionen geben. Erwähnt wurde, dass sich die Reduzierung von Treibhausgasen bis 2050 im Rahmen von 40 bis 70 Prozent verglichen mit 2010 “am oberen Rand” bewegen müsse. “40 Prozent sind eindeutig zu wenig”, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Enthalten ist in der Erklärung auch das Bekenntnis zu dem schon länger vereinbarten Ziel, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Konkrete eigene Verpflichtungen gehen die G7 nicht ein, ihre Bekenntnisse gelten aber als wichtiges Signal vor der großen UN-Klimakonferenz Ende des Jahres in Paris, wo ein globales Abkommen beschlossen werden soll. Die Gruppe der sieben führenden Industrienationen steht für rund ein Viertel des globalen Treibhausgasausstoßes.

Nach den Worten von Merkel sind die Klimavereinbarungen von Schloss Elmau “Ergebnis harter Verhandlungen”. Frankreichs Präsident François Hollande – der als Gastgeber die Pariser Klimakonferenz zum Erfolg führen will – sprach von “realistischen und ehrgeizigen” Zielen. Auch US-Präsident Barack Obama lobte die “soliden” Beschlüsse der G7.

Umweltschutzorganisationen reagierten unterschiedlich. Während Greenpeace, Germanwatch und WWF sich grundsätzlich zufrieden zeigten, kritisierte der BUND die Vereinbarungen als zu unverbindlich.

Schutz der Meere

Erstmals haben sich die G7 auch um das Thema Meeresschutz gekümmert. In ihrer am Montag veröffentlichten Abschlusserklärung vereinbarten sie, “noch wirksamer und intensiver an der Bekämpfung der Meeresvermüllung” zu arbeiten. Beschlossen wurde ein Aktionsplan, der Müllvermeidung und die Säuberung der Meere von Abfällen zum Ziel hat. Umweltverbänden fehlt aber eine strengere Verpflichtung zur Müllvermeidung.

Die G7 sprachen sich zudem für ein internationales Regelwerk für den Abbau von Rohstoffen in den empfindlichen Tiefseeregionen aus. Dort locken unter anderem Nickel, Kupfer und Platin, die wichtig für die Hightech-Industrie sind. Umweltschützer fürchten, dass ein flächendeckender Tiefseebergbau irreparable Schäden am Grund der Ozeane anrichten könnte. Der Inselstaat Japan will das Thema während seiner G7-Präsidentschaft im kommenden Jahr fortführen.

Aktionsplan Antibiotika

Beschlossen wurde unter anderem ein Aktionsplan, um die wachsende Zahl von Resistenzen gegen lebensrettende Antibiotika einzudämmen. Ziel ist es, überflüssige Behandlungen von Menschen und Tieren mit Antibiotika zu verringern.