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Reden von Dax-Vorständen werden immer verständlicher

Die Chefs von Deutschlands größten Unternehmen drücken sich einer Untersuchung zufolge immer deutlicher aus.

Stuttgart (afp) – Die Chefs von Deutschlands größten Unternehmen drücken sich einer Untersuchung zufolge immer deutlicher aus – zumindest in ihren Reden auf den jährlichen Hauptversammlungen. Auf einer Verständlichkeits-Skala von 0 bis 20 Punkten erreichten die Top-Manager im Schnitt 13 Punkte, wie aus einer am Montag in Stuttgart veröffentlichten Untersuchung der Universität Hohenheim und des „Handelsblatts“ hervorgeht. Die „formale Verständlichkeit“ der Reden hat sich demnach zum dritten Mal in Folge verbessert.

Unter den 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex (Dax) schnitten Telekom-Chef Timotheus Höttges, Norbert Reithofer, bis Mai Chef von BMW, und der Vorstandsvorsitzender des Gesundheitskonzerns Fresenius, Ulf Schneider, am besten ab. Alle erreichten 18,4 Punkte für ihre Reden auf der jeweiligen Hauptversammlung. Weniger verständlich äußerten sich der Untersuchung zufolge Allianz-Chef Michael Diekmann mit 8,4 Punkten und der neue Chef der Linde AG, Wolfgang Büchele, mit 8,3 Punkten. Das Schlusslicht bildete demnach Reto Francioni, der in seiner letzten Rede als Chef der Deutschen Börse nur 8,1 Punkte erreichte.

„Bandwurmsätze, abstrakte Begriffe, zusammengesetzte Wörter und nicht erklärte Fachbegriffe schmälern die Verständlichkeit am meisten“, erklärte Frank Brettschneider, der zusammen mit anderen Forschern die 30 Reden der Dax-Vorstände untersuchte. Mit Hilfe einer speziellen Software ermittelten die Kommunikationswissenschaftler anhand der Rede-Manuskripte Kriterien wie beispielsweise die durchschnittliche Satzlänge, den Anteil der Passivsätze oder die Häufung von Schachtelsätzen. Außerdem erfasst die Software die durchschnittliche Länge eines Wortes und ermittelt abstrakte Substantive sowie Fremdwörter.

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