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Lego forscht für nachhaltigere Bausteine

Mit kaum einem anderen Produkt lassen sich derart generationsübergreifende Verbindungen schaffen, wie es mit Legosteinen möglich ist. Im Prinzip können die Steine aus den 1950er-Jahren problemlos auf Steine aus der aktuellen Produktion gesetzt werden. Zudem sind diese mit zahlreichen weiteren Elementen kombinierbar. Mehr als 600 Milliarden Teile wurden inzwischen produziert, allesamt aus Kunststoff. Legosteine beispielsweise aus Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat (ABS). Jetzt hat das Unternehmen angekündigt, neue, nachhaltigere Materialien zu erforschen.

Billund (csr-news) > Mit kaum einem anderen Produkt lassen sich derart generationsübergreifende Verbindungen schaffen, wie es mit Legosteinen möglich ist. Im Prinzip können die Steine aus den 1950er-Jahren problemlos auf Steine aus der aktuellen Produktion gesetzt werden. Zudem sind diese mit zahlreichen weiteren Elementen kombinierbar. Mehr als 600 Milliarden Teile wurden inzwischen produziert, allesamt aus Kunststoff. Legosteine beispielsweise aus Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymerisat (ABS). Jetzt hat das Unternehmen angekündigt, neue, nachhaltigere Materialien zu erforschen.

Eine Milliarde dänische Kronen, umgerechnet rund 134 Millionen Euro, will Lego in den Aufbau einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung, dem sogenannten „Lego Sustainable Materials Centre“ investieren. Ziel ist es den ökologischen Fußabdruck der Produkte und damit auch des gesamten Unternehmens zu reduzieren. Jørgen Vig Knudstorp, CEO und Präsident der LEGO Gruppe: „Durch die Reduzierung der Verpackungsgrößen, die Einführung von FSC-zertifizierten Verpackungen und Investitionen in einen Offshore-Windpark haben wir bereits wichtige Schritte zur Senkung unserer CO2-Bilanz unternommen und eine positive Wirkung auf den Planeten hinterlassen. Jetzt wenden wir uns verstärkt den Materialien zu.“ Bis 2030 sollen die Entwickler nachhaltige Alternativen entwickelt haben, die mindestens den aktuellen Qualitäts- und Sicherheitsstandards entsprechen müssen. Es gilt nach wie vor das Motto des Gründers Ole Kirk Kristiansen: Only the best is good enough. „Dank der Tests und Forschungsarbeit, die wir bereits betrieben haben, können wir uns jetzt ein genaueres Bild über die Herausforderungen machen, denen wir uns gegenübersehen. Um den Zeitplan einhalten und in die nächste Phase bei der Ermittlung und Nutzung der künftigen nachhaltigen Materialien eintreten zu können, müssen wir deutlich mehr Ressourcen bereitstellen“, so Jørgen Vig Knudstorp.

Zusammenarbeit mit Stakeholdern und Experten

Und dazu hat sich die Generalversammlung der Lego Gruppe nun entschieden. Rund 100 Spezialisten aus dem Bereich Materialforschung sollen dafür neu eingestellt werden und zukünftig an Alternativen arbeiten. Das „LEGO Sustainable Materials Centre“ wird 2015 und 2016 am Standort Billund aufgebaut. Das Zentrum soll mit wichtigen externen Stakeholdern und Experten zusammenarbeiten und strategische Partnerschaften aufbauen. Dabei wird auch daran gedacht, bestimmte Funktionen an andere relevante Standorte rund um den Globus auszulagern. Das passt zur Unternehmensstrategie, denn Konzern weltweit weiter aufzubauen. So wurden im vergangenen Jahr zwei weitere Hauptniederlassungen in Shanghai und London aufgebaut die nun gemeinsam mit den Standorten Singapur und dem US-amerikanischen Enfield die Zentrale im dänischen Billund unterstützen. Rund 3,7 Milliarden Euro hat der Konzern im vergangenen Jahr weltweit umgesetzt, die allerdings längst nicht mehr ausschließlich mit den Bausteinen erzielt werden. Heute sind es die Lego-Spielwelten, mit denen der Konzern sein meistes Geld verdient. Dazu gehören beispielsweise auch Figuren, denen das Gericht der Europäischen Union in seiner gestrigen Entscheidung durchaus menschliche Züge attestierte und Lego den Schutz als Gemeinschaftsmarke bestätigte. Für die Legosteine war eine ähnliche Absicht 2010 gescheitert. Entsprechend bedeutend könnte in Zukunft der Einsatz nachhaltigerer Materialien sein, um die Konkurrenz auf Abstand zu halten.

Der gesamte Produktlebenszyklus im Blick

Dies sei allerdings eine große und schwierige Herausforderung, räumt Jørgen Vig Knudstorp ein. „Es gibt keine gemeinsame Definition für nachhaltige Materialien. Mehrere Faktoren beeinflussen die ökologische Nachhaltigkeit eines Materials: die Zusammensetzung des Materials, die Gewinnung und was passiert, wenn das Produkt das Ende seines Produktlebenszyklusses erreicht hat. Bei der Suche nach neuen Materialien müssen wir sämtliche dieser Faktoren berücksichtigen“. Weil diese Aufgabe kaum alleine zu bewältigen sei, setzt Lego auf die Zusammenarbeit mit anderen Partnern. Ein Beispiel dafür ist die „Climate Savers-Partnerschaft“ der Lego Gruppe mit der Naturschutzorganisation WWF, die im Jahr 2013 unterzeichnet wurde und auf die Entwicklung einer nachhaltigen Materialstrategie abzielt. Eine neue Zusammenarbeit wurde im Frühjahr 2015 mit dem WWF vereinbart. Sie konzentriert sich auf die genauere Ermittlung der Nachhaltigkeit und der Umweltverträglichkeit neuer Materialien auf biologischer Grundlage für Lego Elemente und Verpackungen insgesamt. „Damit können wir auch in Zukunft hochwertige kreative Spielerlebnisse schaffen und dabei an die Umwelt und künftige Generationen denken“, so der Lego-Chef.

Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht der Lego-Gruppe zum Download.

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