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CSR NEWS briefly vom 18. Juni 2015

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung.

Tagesaktuelle Ereignisse und Themen rund um die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung:

Lidl erhöht ab sofort die Zahl der gentechnikfreien Artikel im Sortiment

Neckarsulm (csr-news) > Lidl spricht sich deutlich gegen die gentechnische Veränderung von Organismen in der Produktionskette von Lebensmitteln aus – und untermauert dieses Statement durch eine gezielte Anpassung seiner Sortimentsgestaltung. Ab sofort werden die Molkereiprodukte der in allen ca. 500 bayerischen Filialen gelisteten Eigenmarke „Ein gutes Stück Heimat“ um die Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ ergänzt. Ab Mitte Juli werden die absatzstärksten Artikel Frischmilch und H-Milch der Eigenmarke Milbona in den bayerischen Filialen entsprechend gekennzeichnet. Ab September sind dann bundesweit alle Frischeier Frischgeflügel-Produkte mit der Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ in den Filialen zu finden. „Qualität hat bei Lidl oberste Priorität. Dazu gehört für uns als verantwortungsvoll handelndes Unternehmen auch, auf die veränderten Anforderungen unserer Kunden zu reagieren und unsere Sortimentsgestaltung danach auszurichten. Deshalb setzen wir konsequent auf Gentechnik-Freiheit in unseren Produkten“, betont Geert van der Velden, in der Geschäftsleitung von Lidl Deutschland zuständig für den Einkauf.

Jeder dritte Hektar Ackerland für EU-Konsum liegt außerhalb der EU

Klagenfurt (csr-news) > Die EU deckt ihren Landbedarf an land- und forstwirtschaftlichen Gütern zu einem großen Teil durch Produktion außerhalb ihres Territoriums. Dies erzeugt Druck auf die Ökosysteme in den exportierenden Ländern. Ein Forschungsteam am Institut für Soziale Ökologie der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt berechnet diese Effekte und zeigt Handlungsbedarf auf. „In den letzten Jahrzehnten ist der Anteil der importierten Agrargüter weiter gestiegen“, erklärt Thomas Kastner vom Institut für Soziale Ökologie. Die Forscher konnten aufzeigen, dass ungefähr jeder dritte Hektar Ackerland für EU-Konsum außerhalb der EU-Grenzen liegt. Im Gegensatz dazu wird nur einer von zehn Hektar des Ackerlands in der EU für Exporte genutzt. Während die Ackerflächen in der EU zurückgehen, stagniert der Bedarf insgesamt. Kastner erläutert, dass die Zahl der Länder, die die Europäische Union beliefern, steigt, wobei Europas Konsum vor allem wachsenden Druck auf Ökosysteme in Lateinamerika ausübt. Die Wissenschaftler haben Indikatoren entwickelt, mit denen sich die Landnutzungseffekte des globalen sozialökonomischen Biomassestoffwechsels messen lassen. Einer dieser Indikatoren ist die so genannte eHANPP (embodied human appropriation of net primary production). „Anhand dieses Indikators sehen wir, dass sich der Druck, der durch den Konsum von land- und forstwirtschaftlichen Produkten innerhalb der EU auf Lateinamerika ausgeübt wird, innerhalb nur einer Dekade verdoppelt hat“, so Kastner. Gleichzeitig steige die Auslagerung von Landnutzung auch EU-intern, dieser Effekt sei aber noch deutlich geringer als die interkontinentalen Effekte. Es reiche nicht, so das Fazit, nachhaltige Konzepte nur innerhalb von Staatsgrenzen zu denken, sondern der internationale Handel und dessen Effekte müssen ebenso beachtet werden. Die Europäische Union habe also als Konsumentin der Produkte, die in Übersee erzeugt werden, auch Mitverantwortung für das ökologische Gleichgewicht in den exportierenden Ländern.

KfW und DEG fördern Sozialunternehmer in Asien

Frankfurt (csr-news) > Die KfW beteiligt sich im Auftrag des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) als Ankerinvestor mit 10 Mio. USD aus Mitteln des BMZ am Aavishkaar Frontier Fund. Die KfW-Tochter DEG investiert in den Fonds weitere 10 Mio. USD aus eigenen Mitteln. Der Fonds wurde zur Förderung des sozialen Unternehmertums in Asien gegründet. Zielländer des Fonds sind zunächst Bangladesch, Indonesien, Pakistan und Sri Lanka. „Sozial verantwortliche Unternehmer helfen benachteiligten Menschen und sind zugleich finanziell erfolgreich. Dadurch schaffen sie nachhaltige Beschäftigungsmöglichkeiten und Wirtschaftswachstum. Die Förderung des Fonds steht daher im Einklang mit der neuen Asienstrategie des BMZ, die eine sozial und ökologisch ausgerichtete Marktwirtschaft zum Ziel hat“, sagte Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe. Der Aavishkaar Frontier Fund beteiligt sich mit Eigenkapital an ausgewählten sozial verantwortlichen Unternehmen von ihrer Früh- bis zur Wachstumsphase. Darüber hinaus bietet er Beratungsleistungen an. Er hat aktuell ein Volumen von 45 Mio. USD und strebt bis zu 90 Mio. USD an.

Liechtenstein veröffentlicht Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung

Vaduz (csr-news) > Das Liechtensteiner Amt für Statistik hat die Indikatoren für eine nachhaltige Entwicklung 2015 veröffentlicht. Von den insgesamt 55 Indikatoren wurden im Jahr 2015 31 positiv bewertet, d.h. die Entwicklung zeigt in Richtung Nachhaltigkeit. 13 Indikatoren wurden negativ bewertet, d.h. sie entwickeln sich weg von der Nachhaltigkeit. 11 Indikatoren wurden neutral bewertet. Dies zeigt, dass in verschiedenen Themenbereichen weiterhin Verbesserungen anzustreben sind. Im Vorjahr waren von den 55 Indikatoren 29 Indikatoren positiv, 13 Indikatoren negativ und 13 Indikatoren neutral bewertet worden. Die Aktualisierung des Indikatorensystems zeigt in zwei Themenbereichen eine Verbesserung und bei einem Themenbereich eine Verschlechterung der Bewertung. Die Themenbereiche Sozialer Zusammenhalt und Natürliche Ressourcen konnten positiver bewertet werden als im Vorjahr. Der Themenbereich Lebensbedingungen musste negativer bewertet werden als im Vorjahr. Hier geht es zum Download des vollständigen Indikatorberichts.

Inklusion behinderter Menschen noch weit von UN-Zielvorgaben entfernt

Köln (csr-news) > Seit 2008 gilt die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, in deren Zentrum das Thema Inklusion, insbesondere auch auf dem Arbeitssektor, festgeschrieben wurde. In der neuen Ausgabe des Informationsdienst Soziale Indikatoren ISI 53 veröffentlicht Catrin Berger vom Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften GESIS eine Studie, die untersucht, inwiefern die UN-Konvention von den Mitgliedstaaten bereits umgesetzt wird und welche Modelle am besten geeignet scheinen, die von der Konvention geforderten Ziele zu erreichen. Berger zeigt, dass sich die Beschäftigungssituation behinderter Menschen deutlich zwischen den einzelnen europäischen Ländern unterscheidet. Innerhalb der EU ist die Erwerbstätigenquote von Menschen mit Einschränkungen in alltäglichen Aktivitäten in Schweden mit 66 Prozent am höchsten, der EU-Durchschnitt liegt bei 47 Prozent. In Deutschland sind 51 Prozent der behinderten Menschen erwerbstätig. Berger stellt fest, dass in den meisten Ländern die berufliche Integration von behinderten Menschen besser gelingt, wenn die allgemeine Lage am Arbeitsmarkt gut ist. Allerdings gibt es auch Länder, in denen behinderte Menschen nicht von der guten allgemeinen Lage am Arbeitsmarkt profitieren, z.B. die Niederlande. Die ganze Studie zum Download.

20 Jahre europäisches Umweltmanagement EMAS

Berlin (csr-news) > Bundesumweltministerium und DIHK haben das 20jährige Bestehen des Umweltmanagementsystems Emas in einem Festakt gefeiert. BMUB-Staatssekretär Gunther Adler: „Das europäische Umweltmanagementsystem EMAS ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Die Eigenverantwortung der Wirtschaft, Umweltbelastungen zu vermindern oder zu vermeiden, spielt in diesem System eine entscheidende Rolle. Dass diese Eigenverantwortung auch wahrgenommen wird, belegen eindrucksvoll die Zahlen: Mehr als 800.000 Beschäftigte an mehr als 1900 Standorten leisten einen freiwilligen Beitrag zur gesellschaftlichen Umweltverantwortung von Unternehmen und Organisationen in Deutschland.“ Vor zwanzig Jahren führten die ersten Unternehmen EMAS ein und verbessern seitdem kontinuierlich ihre Umweltleistungen. DIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Wansleben: „EMAS ist das Gütesiegel für eine am Umweltschutz ausgerichtete Unternehmenskultur. Kontinuierliche Verbesserung aus Eigeninitiative zeichnet EMAS-Teilnehmer aus. Gemeinsam mit der Politik wollen wir mehr Anreize schaffen, EMAS einzuführen.“ Die beteiligten Betriebe sind verpflichtet, eine Umwelterklärung zu erstellen, in der die umweltrelevanten Tätigkeiten und die Daten zur Umwelt wie Ressourcen- und Energieverbräuche, Emissionen, Abfälle etc. genau dargestellt sind. Die Betriebe müssen eine erste eigene Untersuchung, die Umweltprüfung, und nachfolgend eine wiederkehrende Umweltbetriebsprüfung durchführen. Die internen Dokumente sowie die Umwelterklärung werden von einem unabhängigen, staatlich zugelassenen Umweltgutachter beurteilt. Die Erklärung wird bei positivem Ergebnis für gültig erklärt, und die Unternehmen werden in das EMAS-Register eingetragen. Zu den Unternehmen der ersten Stunde gehören unter anderem Viessmann, VW, Audi, Märkisches Landbrot, Bombardier, Demmel, Hipp, Sedus Stoll, Daimler und die Nordzucker AG.

Jack Wolfskin erreicht „Leader-Status“ bei Fair Wear Foundation

Idstein (csr-news) > Der Hersteller von Outdoor-Produkten Jack Wolfskin ist von der Fair Wear Foundation (FWF) für soziale, sichere und gerechte Arbeitsbedingungen bei seinen weltweiten Lieferanten ausgezeichnet worden. Im „Brand Performance Check 2015“ der FWF erhielt Jack Wolfskin mit 82 Prozent der zu erreichenden Punkte den „Leader-Status“ und damit die bestmögliche Bewertung. In jährlich stattfindenden „Brand Performance Checks“ untersucht die FWF, inwieweit sich Mitgliedsunternehmen für die Umsetzung guter und sicherer Arbeitsbedingungen in den Produktionsbetrieben einsetzen. Jack Wolfskin wurde dabei von beiden FWF-Prüferinnen Ruth Vermeulen und Stefanie Santila Karl durch die Vergabe des „Leader-Status“ ein sehr hohes Engagement bescheinigt. Der Bericht zum Download.

real für Tierschutz ausgezeichnet – und für Tarifausstieg kritisiert

Mönchengladbach (csr-news) > Erneut wurde der Einzelhändler real von der britischen Tierschutzorganisation „Compassion in world farming“ mit dem „Good Egg Award“ ausgezeichnet. Diese ehrt auf internationaler Ebene Unternehmen für ihr Engagement, die Transparenz, Leistung und Innovation im Bereich der artgerechten Tierhaltung. Das Unternehmen erhielt die Auszeichnung, weil es über 80 Prozent der Eigenmarkenprodukte mit relevantem Ei-Gehalt, wie Feinkostsalate, Kekse und Mayonnaisen, ohne Eier aus Käfighaltung herstellt. „Bis 2016 wollen wir alle betreffenden Produkte umgestellt und die Haltungsform auf den Verpackungen gekennzeichnet haben“, berichtet Eva-Maria Dörr, Hauptabteilungsleiterin Qualitätsmanagement. Zudem hat real die Auszeichnung „Good Rabbit Commendation“ erhalten, unter anderem weil das Unternehmen spezielle Lieferanten-Zusatzvereinbarungen für die Kaninchenhaltung umgesetzt. Diese enthalten detaillierte Anforderungen für die Besatzdichte, den Bewegungsspielraum und die Fütterung der Tiere. „Im Sinne des Tierschutzes verkaufen wir bei real,- im Bereich Tiefkühlkost ausschließlich Kaninchenfleisch aus Bodenhaltung. Auch frische Kaninchen aus Bodenhaltung wollen wir unseren Kunden wieder anbieten, sobald die Kriterien unseren strengen Anforderungen an den Tierschutz erfüllt werden können“, so Katja Hohmann, Bereichsleiterin Frische.

Schlagzeilen macht die Supermarktkette des Metro-Konzerns hierzulande allerdings mit ihrem Ausstieg aus der Tarifbindung: real teilte am Mittwoch in Mönchengladbach mit, innerhalb des Handelsverbandes Deutschland (HDE) zum Mitglied ohne Tarifbindung zu werden. Zur Begründung hieß es, die Tarifbindung führe zu gravierenden Wettbewerbsverzerrungen im Handel, die Personalkosten von real lägen bis zu 30 Prozent über denen der Konkurrenz. Die Gehälter der derzeitig beschäftigten will das Unternehmen nicht ändern, den Gewerkschaften bot real Verhandlungen über einen Haustarif an. Verdi kritisierte den Ausstieg aus der Tarifbindung scharf.

Neuer digitaler Terminkalender zu Zukunftsthemen

St. Pölten (csr-news) – konferenzkathi.net will eine Übersicht zu Events aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Medien, Wirtschaft, Gesellschaft, Technologie, Kunst und Zukunft im deutschen Sprachraum aufbauen. Diese soll Interessierte zu den passenden Veranstaltungen führen und Veranstalter bei der Vermeidung von Terminkollisionen unterstützen. Der Kalender ist sehr übersichtlich gestaltet, das Angebot ist werbefrei. Allerdings befindet sich konferenzkathi.net noch im Aufbau: es gibt kaum Filtermöglichkeiten und es sind noch nicht viele Termine vermerkt. Gestaltetet wird der Online-Kalender von dem PR-Berater Thomas Goiser, dem Social Media Berater Ritchie Pettauer und Studentinnen der Fachhochschule St. Pölten. Wer ein Event kostenfrei einstellen lassen will, kann die Infos dazu an office@konferenzkathi.net senden.

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