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Medien in der Grauzone: der Kommunikationsberater Daniel Wensauer-Sieber im Interview

Nicht immer trennen Medien ihre redaktionellen von bezahlten Texten. Die Diskussion darüber ist – nicht nur Journalismus-intern – neu entflammt. CSR NEWS bat Journalisten, PR-Experten und Wissenschaftler um ihr Statement. Hier die Einschätzung des Karlsruher Kommunikationsberaters Daniel Wensauer-Sieber.

Karlsruhe (csr-news) – Nicht immer trennen Medien ihre redaktionellen von bezahlten Texten. Die Diskussion darüber ist – nicht nur Journalismus-intern – neu entflammt. CSR NEWS bat Journalisten, PR-Experten und Wissenschaftler um ihr Statement. Hier die Einschätzung des Karlsruher Kommunikationsberaters Daniel Wensauer-Sieber.

CSR NEWS: Wo werden journalistische und werbliche Inhalte vermischt?

Daniel Wensauer-Sieber: Gerade bei privaten Sendern und Zeitungen im lokalen Bereich sind nahezu alle redaktionellen Bestandteile käuflich, was mit immer geringeren Werbeerlösen zusammenhängt. Es drängt sich aber auch der Verdacht auf, dass die gebührenfinanzierte Bereiche nicht „unschuldig“ sind, über Marketing GmbHs und Clubs werden Regeln aufgeweicht und für den nicht sehr aufmerksamen Zusehen und Zuschauer sind Redaktion und Werbung/ PR-Aktionen nicht mehr zu unterscheiden.

Welche Verantwortung trafen Unternehmen und ihre Kommunikatoren, um eine solche Vermischung zu verhindern?

Unternehmen sollten sich im Klaren sein, welchen Wert unabhängige Medien haben. Nur eine kritische Berichterstattung erhält dann auch den Wert einer positiven Aussage. Wenn alle nur noch über alle Produkte, Dienstleistungen jubeln, was sind dann diese Aussagen noch Wert? Nichts! Kritischer Journalismus muss wieder an Wert gewinnen und im Sinne des CSR sollten hier Unternehmen Verantwortung für solche Berichterstattung z.B. durch Anzeigen-Schaltung übernehmen – und damit für eine kritische, mitdenkende Gesellschaft.

Wie lassen sich werbliche Inhalte über Medien zielgenau kommunizieren – ohne die Unabhängigkeit von Redaktionen zu gefährden?

Werbliche Inhalte gehören klar gekennzeichnet. Vielleicht hilft auch eine klare Trennung der Redaktionen weiter – hier: klassische Redaktion, dort: PR-Redaktion.

Was denken Sie über das Thema „Content Marketing“, bei dem potentielle Kunden über hochwertige Inhalte interessiert werden sollen?

In Zeiten von „Storytelling“ eine logische Folge, auch über diesen Weg die eigene Geschichte weiterzuerzählen bzw. zu untermauern. Entscheidend ist, dass der Absender immer klar ist und Content Marketing nicht in Schleichwerbung abgleitet.

Vielen Dank!

Kontakt: dws@wensauer-sieber.de

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