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Rückschlag für Reform der Arbeitsbedingungen in Katar

Die von Katar angekündigte Reform beim Umgang mit ausländischen Arbeitnehmern wird sich verzögern.

Doha (afp) – Die von Katar angekündigte Reform beim Umgang mit ausländischen Arbeitnehmern wird sich verzögern. Die Madschlis al-Schura, wichtigster Rat des Golfemirats, forderte Nachbesserungen an dem Gesetzentwurf, wie die arabischsprachige Zeitung „Al-Schark“ am Dienstag berichtete. Demnach äußerte der Rat ernsthafte Zweifel an den vorgeschlagenen Reformen und forderte weitere Überprüfungen. Zudem habe der Vorsitzende des Rats, Mohammed bin Mubarak al-Chulaifi, gesagt, es bestehe „keine Eile“ bei der Umsetzung der Reformen.

Regierungsvertreter bestätigten, dass es weitere Beratungen über Änderungen an dem sogenannten Kafala-System geben werde, auf dem die Beschäftigung hunderttausender ausländischer Arbeitnehmer fußt. Damit steht der von der Regierung angekündigte Zeitplan für die Reformen in Frage. Katars Arbeitsminister Abdullah bin Saleh al-Chulaifi hatte im Mai erklärt, er sei „zu 90 Prozent“ sicher, dass das Kafala-System zum Jahresende durch ein neues Gesetz ersetzt werden könne.

Kritikern zufolge steht das Kafala-System für moderne Sklaverei, weil es den Missbrauch von Wanderarbeitern, die vor allem auf Baustellen für große Infrastrukturprojekte arbeiten, durch skrupellose Arbeitgeber ermögliche. Menschenrechtsaktivisten kritisieren die Arbeitsbedingungen der Gastarbeiter auf den Baustellen für die Fußballweltmeisterschaft im Jahr 2022. Amnesty International beklagte am Dienstag, bei den neuen Ankündigungen handle es sich um „rückschrittliche Vorschläge“.

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