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Millionenstrafe gegen Kartelle für Lebensmittelverpackungen

Acht Hersteller und zwei Händler von Lebensmittelverpackungen sollen nach einem EU-Beschluss zusammen fast 116 Millionen Euro Strafe für die Beteiligung an verschiedenen Kartellen zahlen.

Brüssel (afp) – Acht Hersteller und zwei Händler von Lebensmittelverpackungen sollen nach einem EU-Beschluss zusammen fast 116 Millionen Euro Strafe für die Beteiligung an verschiedenen Kartellen zahlen. Jede Firma sei an mindestens einem von fünf illegalen Zusammenschlüssen beteiligt gewesen, erklärte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel. Unter den Herstellern ist demnach auch die Firma Silver Plastics aus Deutschland.

Silver Plastics soll den Angaben zufolge gut 21 Millionen Euro Strafe zahlen. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Einer anderen Firma wurde die Geldbuße vollständig erlassen, weil sie das Kartell bei der EU-Kommission selbst gemeldet hatte.

Die Firmen haben laut EU-Kommission Preise abgesprochen und Kunden und Märkte untereinander aufgeteilt sowie wirtschaftlich sensible Informationen ausgetauscht.

Dabei ging es um bestimmte Schalen aus Kunst- und Schaumstoff, die für die Verpackung von Lebensmitteln wie Käse, Fleisch, Fisch und Kuchen in Supermärkten und anderen Läden verwendet werden. „Millionen von Verbrauchern, die Lebensmittel für sich und ihre Familien kaufen, sind möglicherweise von diesen Kartellen betroffen“, erklärte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

Die fünf Kartelle existierten den Ermittlungen zufolge unterschiedlich lange zwischen 2002 und 2007. Eines von ihnen betraf demnach auch den deutschen Markt. Es soll von Juni 2002 bis Oktober 2007 bestanden haben. Die Absprachen für die Kartelle fanden laut EU in der Regel am Rande normaler Branchenveranstaltungen statt.

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