Agenturmeldung Nachrichten

Umweltamt fordert verlässliche Mindestlebensdauer für Elektrogeräte

Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, fordert für Elektronik-Produkte eine verlässliche Mindestlebensdauer.

Frankfurt am Main (afp) – Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, fordert für Elektronik-Produkte eine verlässliche Mindestlebensdauer. Dies sei nicht nur „aus der Sicht des Ressourcenschutzes, sondern auch für den Verbraucherschutz wichtig“, sagte sie der „Frankfurter Rundschau“ vom Donnerstag. Ihre Behörde arbeitet derzeit an einer Kennzeichnung für die Mindestlebensdauer von Elektrogeräten.

Um die Lebensdauer von Produkten zu erhöhen, könne die EU beispielsweise über die Öko-Design-Richtlinie austauschbare Akkus für Smartphones vorschreiben, sagte Krautzberger weiter. Sie rief außerdem dazu auf, das Reparieren „wieder salonfähig“ zu machen. Es gebe viele gute Beispiele, die zeigten, dass „Produkte durch Wartung, Reinigung oder Reparatur ein zweites Leben bekommen“, sagte sie der „FR“.

Krautzbergers Kollegin beim Umweltbundesamt, Ines Oehme, sagte dem Radiosender SWR3, dass die Behörde derzeit an Vorschlägen für eine Mindestlebensdauer-Kennzeichnung für Elektrogeräte arbeite. „Wir sehen, dass Verbraucher zu wenig Informationen zur Produktlebensdauer haben“, erläuterte Oehme. Das Ziel müsse sein, dass Produkte eine verlässliche Lebensdauer hätten, ohne dass in dieser Zeit Reparaturen anfielen. Wie genau die Kennzeichnung aussehen werde, sei noch nicht klar. Bei vielen Elektrogeräten – etwa bei Waschmaschinen – könne die Lebensdauer nicht in Jahren, sondern nur in Zyklen gemessen werden, wie etwa mit der Zahl der Waschgänge.

Am Donnerstag veranstaltete das Umweltbundesamt in Berlin eine Fachtagung zum Thema Obsoleszenz. Der Begriff bezeichnet die vorzeitige Alterung beziehungsweise die vorzeitige Ausmusterung von Produkten. Das Amt setzt sich dafür ein, dass Produkte repariert und wiederverwendet werden können.

Auf der Internetseite www.gespraechstoff-ressourcen.de ruft das Umweltbundesamt Verbraucher seit Anfang Juni zum Dialog auf. Bürger können dort debattieren, wie die Gesellschaft künftig ressourcensparender leben kann.